Während also in den Neunzigern
die Forderung nach sog. Gleichberechtigung zur politisch verankerten
Diskriminierung des Mannes als zu einer "positiven Aktion" führte,
machte sich in der westlichen Welt eine im wahrsten Sinn diabolische
Stimmung gegen alles Maskuline breit (Diabolie =
Verleumdung). Der in "ethischer Neutralität" männermordende
Frauenkrimi, die "frechen", "mutigen" Unverschämtheiten
einer medienverhätschelten Zickengarde, die vernichtenden Begutachtungen
pseudowissenschaftlicher "Frauen-sind-einfach-besser"-Publikationen,
die giftigen Prognosen populistischer Bioethiker, angeblicher Zukunftsforscher
und anderer über das Ende der männlichen Spezies und die morbiden
Befunde zeitgeistgeschädigter Witz-Akademiker, die alle im Dunkel
ihrer selbstverschuldeten Dämmerung mit tauben Fingerspitzen den
Mann abtasten und nur Phallus und Ellenbogen erkennen: das alles
sind Neunziger, sind Hochblüte und ansetzendes Absterben des Feminismus
zugleich!
Sagten wir eben "Absterben"?
Gemeint ist die unweigerliche Auflösung durch das allmählich zur
Wirkung gelangende Erkennen, daß Feminismus keine eigene Lebenskraft
jemals besaß, kein eigen Blut - er muß welches saugen (raten wir
wessen) - und daß seine Möglichkeiten sich der Welt einzuprägen,
nicht einer Tat, sondern einer Ansteckung gleich seien, einer
Infektion. Wir erkennen die Auflösung des Feminismus vorerst dort,
wo Betroffene immer lauter zu werden beginnen, weil Feminismus übersah,
daß der
männlichen 'Beschützerrolle' (einem wesentlichen Aspekt seines Erfolgs)
auch Subjekte zufallen, die Männer viel zu sehr lieben, um auch diese
Opfer des Megärentums werden zu lassen:
ihre Kinder, vor allem die Söhne, deren Schicksal die Familiengesetze
und die Erziehungspraktiken des Feminismus alarmierend durchkreuzten.
Der feministische Einfluß in
den Wissenschaften erstrebt Methoden, die, ähnlich wie der galoppierende
Medienmännerhaß (welcher exakt seit jener Zeit, an welcher Frauen
die Medienanstalten überrannten, mit einer erschreckenden Verflachung
des Informationswesens einhergeht), das Selbstbewußtsein des Mannes
- des "Neandertalers", des "Unfalls der Natur",
des "Auslaufmodells der Evolution", der bald "abgeschafft" sein
wird, weil "verzichtbar" geworden - anzugreifen suchen.
Es ist gut, daß es soweit gekommen ist, weil es so nicht weiter gehen
kann. Es ist die Hochblüte dessen, was beim Feminismus nur blühen
konnte und zugleich Absterbephase Nummer eins.
Der Nervenkrieg gegen den Mann,
soll Frauen die Zukunft vermachen und kann wie jede Propaganda nur
diejenigen berühren, die ihn nicht als solche erkennen, die ihm unbewußt
ausgeliefert sind (weshalb Arbeiten wie diese so wichtig sind). Ginge
es nämlich nach den Wissenschaftlern, welche solche Thesen vertreten,
würden Männer in wenigen Jahrzehnten unbrauchbar herumlungern, ausgestoßen
in einer Welt der Frauen, die sexlos Menschen
reproduzieren und Kommunikativität, Soziabilität und
was noch alles in schicken Jobs aus den Ärmeln schütten, aber kaum
einen Mann finden, der ihnen "das Wasser reichen" könnte.1
Nach diesen Ansichten steht es
schon heute fest, daß die Berufe der Zukunft weiblich sind, und auf
Grund jener ätherischen Tugenden, die wir weiter oben erwähnten und über
welche Männer nicht verfügen sollen, der Arbeitsmarkt - kulturgeschichtlich
bedingt - dem Weib auf den Schoß fällt. Und so erben am Ende ausgerechnet
diejenigen alle Zukunft, die über Jahrzehnte lang, Jahrzehnte, in
welchen Männer die Raumfahrt erprobten, die Biologie revolutionierten
und den Planeten mit dem digitalen Abbild ihrer Gedanken umhüllten,
einzig ihren Bauch eroberten und mit den Mitteln der Diskriminierung,
mit den Krücken der Quoten und teurer Eigenförderung auch einige
lukrative Jobs, aber nicht einmal dies ohne Hilfe und Einvernehmen
der Männer. Könnte Zukunft wirklich solcher Spezies vorbehalten
sein? Wir meinen nicht.
Ähnlich sieht es aber offenbar
auch das Bundesfrauenministerium: "Die Bundesregierung will
mehr Frauen in die zukunftsträchtigen Berufe der Informations- und
Kommunikationsbranche bringen. Mit der Initiative "Frauen ans
Netz" und der Zusammenarbeit mit der Initiative D21, insbesondere
im Projekt Idee-IT, will die Bundesregierung dieses Vorhaben umsetzen",
lesen wir auf den Seiten der Behörde. Und auf den Seiten von "Frauen
ans Netz" (dort unter "Gender-Mainstreaming")
lesen wir sogar noch Eindringlicheres: "Wollen Frauen und Mädchen
den Anschluß an die Informationsgesellschaft nicht verpassen,
dann müssen die den gleichen Zugang zu den Schlüsseltechnologien
erhalten wie Männer und Jungen".
"Frauen und Mädchen den Anschluß verpassen"?
Sollen, ja können "Kommunikativität", "vernetztes
Denken", "besondere Sprachbegabung", das alles noch
mit edler "sozialer Kompetenz" passend formatiert, um ihre
Zukunft bangen, während der "Neandertaler" ohne diese ganze
Schminke munter voran schreitet? Ja, gibt es denn solche Zukunft überhaupt?
Oder handelt es sich hier um ein zeitgeschichtliches Verwirrspiel?
Die "Initiative D21" wurde
gegründet, um in Deutschland Fehlentwicklungen beim Übergang zur
Informationsgesellschaft aufzuspüren und zu beheben. "Idee-IT", eine Mädchen und junge Frauen unterstützende
Initiative gehört - wie auch "Girls´Day" -
Projekten der "Initiative D21" an. Die Ziele nach den Worten
der ehemaligen Ministerin Bergmann: "Gemeinsam mit den Kammern,
Verbänden und regionalen Netzwerken wollen wir unser Ziel erreichen,
bis 2005 den Frauenanteil an IT-Berufsausbildungen und
an Informatikstudiengängen auf 40 Prozent zu steigern."2 Zum
Vergleich: Noch zwei Jahre später (2002) befinden sich lt. IHK
nur 14 Prozent junger Frauen unter den Auszubildenden in diesen Berufen,
wobei administrative Tätigkeiten mit gemeint sind. Der weibliche
Anteil bei IT-Systemelektronikern ist nur 4 Prozent!
"Frauen ans Netz" ist
eine gemeinsame Aktion des Bundesministeriums für Bildung und Forschung,
der Bundesanstalt für Arbeit, der Deutschen Telekom, der Zeitschrift
Brigitte (Gruner+Jahr) und des Vereins "Frauen
geben Technik neue Impulse". Auf den Internetseiten der Aktion
erfahren wir auch, worin das Problem liegt: "Zahlreiche Statistiken
belegen: Mädchen haben anderen Zugang zu Technik als Jungen." Pech
aber auch! - was soll's? Schließlich haben Mädchen ja den besseren Zugang
zur Technik; ihr Pech ist edel, hängt wieder einmal damit zusammen,
daß sie 'eigentlich besser' sind. Oder will uns der darauffolgende
Text etwas anderes sagen? "Nicht nur die... Shellstudie aus
dem Jahr 2000 macht deutlich: Für Mädchen steht vor allem die Nützlichkeit und
das Ergebnis im Vordergrund. Jungen hingegen sehen den Computer dagegen oft
selbst als Spielzeug und interessieren sich für Computersprachen
und Zahlenreihen."3
Hat nicht jeder von uns, liebe
Leser, schon einmal einen Jungen gesehen, der beim Anblick von Zahlenreihen
in Entzückung gerät? Oder finden vielleicht Jungen eher Zahlenreihen
interessant, wenn sie eine Bedeutung dahinter vermuten? Was
uns die belustigende, Feingeist nachahmende, verplappernd-beschönigende Verdrängungssprache
der Verfasserinnen nicht verschweigen kann, lesen wir etwas weiter
unten: "10 Prozent der männlichen Jugendlichen beschäftigen
sich schon früh mit der Software-Entwicklung. Bei den Mädchen sind
es nur 3 Prozent." Vielleicht sollte man Mädchen künftig Zahlenreihen
anstelle von anderem Spielzeug zu Weihnachten schenken? Oder ihr
Denken noch stärker vernetzen...
Solche Maßnahmen könnten die Bundesregierung
enorm entlasten, die Unternehmung "Zukunft-ist-weiblich" nämlich könnte (zumindest
nach den Vorstellungen des Frauen-ans-Netz-Teams)
auch "Zukunft-wird-teuer" heißen. Denn "damit Mädchen
den Anschluß in die Informationsgesellschaft nicht verpassen",
vertrauen uns die Netzfrauen auf ihrer Page an, "stellt das
Bundesministerium für Bildung und Forschung bis zum Jahr 2004 Finanzmittel
in Höhe von ca. 200 Mio. Euro." Nicht erschrecken! Eine Anfrage
an das Bundesministerium für Bildung und Forschung erbrachte, daß dieser
Text eher mißverständliches Wunschdenken der Netzfrauen sei. Es konnte
allerdings nicht festgestellt werden, ob die Aussage des Bundesministeriums
oder die der Netzfrauen die richtige war.