Wer das Ausmaß jener merkwürdigen Koexistenz von Freiheit und Zwang
im feministischen Gehabe, der Freiheit, sich jede verbale Keßheit
gegen den Mann leisten zu dürfen, und des Zwanges, dies - in welchem
Grade auch immer - tun zu müssen, um als moderne, emanzipierte Frau
zu gelten, wahrnimmt, wird das Medienmärchen der 'mutigen, starken
Frau, die in einer patriarchalen Welt
den Männern die Meinung sagt' - wie derartige Floskeln in etwa immer
lauten -, als eben ein solches durchschauen müssen. Denn er wird
erkennen, daß solches Verhalten nicht nur keines Mutes bedarf, sondern
das erwartete Symptom eines der heutigen Frau auferlegten, kultivierten
Zwanges ist, als welchen man den Feminismus durchaus begreifen kann.
Und wer in literarischen Besprechungen das Wort "mutig" benutzt,
um Autorinnen damit zu charakterisieren, die in blutrünstiger Belletristik über
Männermord und Folter "die Machos das Fürchten" angeblich "lehren",
aber im Grunde eine ihnen exklusiv gewidmete Rubrik namhafter Verlage
nur weiter füllen, wissend, daß die Gesellschaft bestens darauf vorbereitet
ist, ihre literarischen Ausdünstungen lukrativ zu verwerten, und
nicht erkennt, daß es inzwischen des Mutes eher bedarf, um eine Webseite
wie diese zu errichten, er hat das gesellschaftliche Geschehen ganzer
Jahrzehnte voll verschlafen!
Wer dagegen je der Verpflichtung nachging, Gedanken wie die hier
vorgetragenen zu unterbreiten, fand sich auch schnell auf einsamem
Weg, und noch dazu auf einem, der an einer schwer zu überwindenden
Mauer endet. "Was nun?" war dann die Frage an der Mauer,
die ich gegen Ende ´98 resolut beantwortete.
Die Antwort bestand aus dem Entschluß, Briefe an Träger und Förderer
jenes Geistes zu richten, den ich hier den radikalfeministischen
nenne, nicht nur, um mir auf diese Art Gehör zu verschaffen, sondern
auch, um durch schriftliche Auseinandersetzung mit ihm das Konzept
seiner Widerlegung zu mehr Griffigkeit gerinnen zu lassen; wo nicht
durch den Dialog - denn meine Adressaten reagierten zumeist mit Schweigen
-, so doch durch die herauskristallisierte Struktur, die mein Denken
selbst durch das Formen seiner Gedanken beim Schreiben wie auch
beim Nachsinnen über die einschlägigen Inhalte erhalten würde. Ferner
war der Anreiz groß, etwas vielleicht über das zu erfahren, was in
den Köpfen des Schlages vorgeht, den ich in diesen Briefen
anschrieb.
Was denkt sich der Reporter (womöglich Vater eines Sohnes?), der
Jungen "Schweine" nennt, die "irgendwie blöder" als
die "starken Mädchen" seien, wenn er über den Vierzehnjährigen
ließt, der es mit seiner Programmierintelligenz schon zum Millionär
brachte, bevor seine Eltern etwas von seinen Unternehmungen erfuhren,
oder vom ebenfalls vierzehnjährigen jüngsten Abiturienten dieser
Republik? Der Reporter, der für ein Magazin schreibt, dessen löbliche
Aktion "Jugend forscht" ohne die Jungen baden gehen müßte,
und das trotz der immensen Mädchenförderungsprogramme all der letzten
Jahrzehnte?
Oder was denkt der Programmdirektor der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalt,
wenn er seine Serie über "lauter tolle Frauen" mit Titeln
wie "Männer aus zweiter Hand", "Männer und andere
Katastrophen" oder "Nur ein toter Mann ist ein guter Mann" bestückt,
Titeln, die rücksichtslos auf Häme und Erniedrigung seines eigenen
Geschlechts zielen? Und würde er auch ein Programm über "lauter
tolle Männer" mit Titeln wie "Nur eine verprügelte Frau
ist eine gute Frau" präsentieren, oder hätte ihn dabei die Angst
vor der Großen Mutter überkommen, fragte ich sinngemäß den zuständigen
Programmdirektor der ARD in einem dieser Briefe, und weil das nichts
brachte, dann auch den ARD-Boß selbst.
Aber auch das brachte nichts. Denn was ich bei dieser Korrespondenz
bekam, war noch etwas weniger als eine schlechte Antwort, nämlich
gar keine. Statt dessen bekam ich von der Anstalt die Werbeprospekte
für die Produktionen, die ich kritisierte, den Hinweis, daß ich
der einzige war, der sich darum scherte, die Zusicherung, daß 'die
ARD und ihr Erstes Deutsches Fernsehen wirklich weit davon entfernt
seien, Männer in irgendeiner Weise zu diskriminieren oder zu benachteiligen'
(warum taten sie es dann?), und die Aufforderung, das Programm "mit
ein wenig nachsichtigem Augenzwinkern zu betrachten." Ich aber
dachte wenig daran.
In dem Link "Briefe gegen den Ungeist" werde ich über
diese und ähnliche Korrespondenz berichten und - soweit es mir angebracht
erscheint - solche Briefe auch zum Teil oder gänzlich wiedergeben.
Weitere Links werden - ähnlich den Kapiteln in einem Buch - hinzugefügt:
Sie befassen sich mit den Grundbegriffen des Feminismus, um zu zeigen,
daß sie leer sind, bloße Hüllen ohne Inhalt, gesammelte Elemente,
mit denen man ein geistiges Gebäude errichten will und nur eine morsche
Baracke zustandebringt, die zerfallen muß, sobald das freie, von
den Zwängen dieser Zeit emanzipierte Denken sie auch nur leise berührt.
Charakteristische Thesen des Feminismus werden angegangen und auf
den Prüfstein eines Verstandes gelegt, der nicht zugunsten modischer
Dogmen sein Funktionieren aufgibt, um sich lieber mit dem bequemen,
aber schlecht bekömmlichen, vorgefertigten Denken dieses Massenmedienzeitalters
zu ernähren.
Wo solche Thesen wissenschaftliche Erkenntnisse gebrauchen,
die von feministischen "ForscherInnen", "AnthropologInnen" oder "PhilosophInnen" brutal verdreht oder halbiert werden,
damit "neuere Forschungsergebnisse" herbeigezaubert werden,
die das bißchen feministische Denken bestätigen, werden diese zurück
an das Licht gebracht, welches ihre eigentliche Bedeutung wieder
erhellt und die Interpretationen der feministischen Forschungsschänder
bloßstellt.
Durch all dies wird der nicht defensive Charakter dieser Arbeit
deutlich werden. Denn weit über die Absicht hinaus, das maskuline
Ansehen vor den plumpen Attacken weibisch-weiblicher Angriffshysterie
zu verteidigen, wird sich diese Webseite des Radikalfeminismus zusätzlich
in der Absicht annehmen, ihn als die geistloseste Ideologie aller
Zeiten vorzuführen!
Ich hoffe, daß die kritischen Aspekte
des Radikalfeminismus, die der Leser in dieser Einleitung hat sich
entwickeln sehen, die Relevanz und Dringlichkeit dieser Arbeit außer
Frage stellen. Und wenn Sie, lieber Besucher, liebe Besucherin, den
Zeilen dieser Webseite Sinn er-lesen konnten, bitte ich Sie, diese Online-Lektüre auch
weiterzuempfehlen.
Adamantios Xenos im
November 2000.