DER MASKULIST
20.10.2000
  'Emanzipation des Weibes' - das ist der Instinkthaß des mißratenen... Weibes gegen das wohlgeratene, - der Kampf gegen den 'Mann' ist immer nur Mittel, Vorwand, Taktik." - Friedrich Nietzsche -

 

D

ie Zeit nach dem achtundsechziger Studentenaufstand war durch Radikalität geprägt. Eine Eigenschaft, die sehr geeignet ist, gewagte Utopien, aber auch blinden Fanatismus zu erzeugen. Der neuere Feminismus, der Radikalfeminismus ist ein Kind jener Zeit.

Inhaltlich kann man die nachachtundsechziger Auseinandersetzung in zwei Richtungen verfolgen. Die eine ging das Wesen des Menschen direkter an, die andere beschäftigte sich vorwiegend mit den Ereignissen um den Menschen, mit den Umständen.

Die erste dieser Strömungen kann als die "spirituelle" bezeichnet werden. Sie ist weicher als die zweite, welche die "politische" Strömung jener Zeit war. Obwohl sich beide hinsichtlich der Mittel und Methoden, die sie zur Veränderung der Welt vorschlugen, kraß einander gegenüberstanden, überschnitten sie sich an entscheidenden Punkten. So gab es oft zu jener Zeit das nüchterne, hochintellektualisierte politische Gespräch des Studenten im gleichen Raum, in welchem Räucherkerzenduft und Transzendentalphantasien mit der Untermalung psychedelischer Klänge einhergingen. Und beide Richtungen erkannten in ihrer Radikalität eines: Die Welt kann nicht nur etwas ganz anderes sein, sondern sie muß es auch werden.

Mag nun diese Forderung nicht viel Unsympathisches an sich haben, gezeugt hat sie allerdings einen neuen Trend, der die Forderung nach dem "ganz anderen" und "völlig Neuen" als globalen Kult auf allen möglichen Kulturgebieten übertrug und dahin tendierte, daß Neu- bzw. Anderssein fortan wertstiftend wurde, oft unabhängig von aller weiteren Qualität des anders- bzw. neuseienden Gegenstandes. Diese Mentalität hat am deutlichsten in der Kunst Umstrittenes erzeugt. Aber auch "Kinder an die Macht", wie eine Parole aus jener Zeit lautete, wäre etwas "ganz neues" und "ganz anderes", über dessen qualitative Hintergründe es jedoch einiges zu bedenken gäbe.

Die Gier nach Neuem machte aber die Gemüter bereit, Altes leichtfertig zu verwerfen oder es als untauglich oder unwahr zu deklarieren, ohne weitergehende Untersuchung der Richtigkeit des Ersatzes. Altbewährte Ideen, seit alters her erkannte Sachverhalte und allgemeingültige Denkmuster waren begehrte Kandidaten für eine Etikettierung mit dem Modewort "Mythos", um sie dann als solchen "fallen" zu lassen und so einer Wirklichkeit Platz zu machen, die im Sinne neuentstandener Ideologien inszeniert werden konnte - "alte Mythen, neue Rollen".

Die Welt neu zu machen fiel den Spiritualisten leichter. Indem sie das Wesen des Menschen (Bewußtsein) als Angelpunkt allen Seins annahmen (nicht weit von Schopenhauers "Die Welt als Wille und Vorstellung" entfernt) und gestützt auf vorwiegend östliche Weltanschauungsmodelle, plädierten sie für eine Veränderung oder "Erweiterung des Bewußtseins", welche ein neues Bewußtsein zustande brächte, das wiederum ein neues Sein, eine "andere Wirklichkeit" zu stiften imstande wäre.

Die politisch orientierten Erneuerer dagegen vertraten in gewohnter Tradition etwas Gegensätzliches. Zwar trat bei diesen - die allesamt nach links tendierten - der Kommunismus zumeist nicht vordergründig auf und wurde auch nicht unbedingt in der Form, in welcher er sich im Osten Europas durchgesetzt hatte, gepredigt. Die philosophische Basis allerdings, auf welcher dieser seine Ideen entfaltet, der Dialektische Materialismus (im Verbund mit einem unbedingten, "nüchternen" Positivismus), blieb dieser linken Bewegung als wichtigstes Werkzeug erhalten.

Nach jener Weltanschauung ist der Mensch in seinem Wesen durch das soziale Umfeld und die darin herrschenden Umstände (allesamt durch die Arbeitsteilungsverhältnisse entstanden) bestimmt, und nur eine Veränderung dieser Umstände könnte einen neuen Menschen und also eine neue Welt schaffen. Natürliche und geistige Eigenschaften oder Eigenschaften überhaupt, die unabhängig von den gesellschaftlichen Vorgaben das menschliche Individuum prägen und durch dieses die Welt, leugnet der dialektische Materialist programmatisch. Nicht das Bewußtsein wird die Wirklichkeit umprägen, sondern diese das Bewußtsein.

Wir wollen hier weder zwischen beiden Weltauffassungen vermitteln noch einer von ihnen den Vorzug geben. Wir werden sehen, daß der Feminismus etwas von beiden angenommen hat. Ganz besonders werden uns allerdings seine Thesen dort an ihre dialektisch-materialistische Ausprägung erinnern, wo er die Eigenschaften auch der Geschlechter als nur gesellschaftliche Vorgaben - also Rollen - definieren wird. Der Mensch wird nicht als Mann oder Frau geboren, behauptet eine charakteristische These, sondern er wird zum einen oder anderen ausschließlich durch Erziehung gemacht.

Grotesk wirkt diese kuriose Behauptung vor allem dann, wenn sie in den Ausführungen eines populär-wissenschaftlichen Journalistentums in der gleichen Lektüre mit ihrem genauen Gegenteil vorgestellt wird, nämlich der Feststellung einer von Anbeginn an vorhandenen geschlechtlichen Identität jeder einzelnen Gehirnzelle!1

Dennoch bleibt die "Entmythisierung" der Geschlechter einer der wichtigsten (und genauer: der ideologische) Eckpfeiler des radikalen Feminismus.

Ein zweiter (der praxisbezogene) ist der Separatismus, der Ausschluß also des Mannes aus dem sog. "Befreiungsprozeß" der Frau. Doch dieser Zahn des Radikalfeminismus wackelt seit den letzten Jahren beträchtlich aufgrund der Erfahrung, daß "Erfolgsfrauen" selbst ihren Erfolg einer partnerschaftlichen Beziehung zum männlichen Geschlecht zuschreiben und nicht einer verbitterten Emanzenisolation. Theoretische Irrtümer währen wohl etwas länger.

Diese Skizze der geistigen Landschaft während der Entstehungsphase des Radikalfeminismus läßt uns den mentalen Boden erkennen, in welchem dieser seine Wurzeln schlug. Erheblich zum Begreifen seines Gehalts ist aber noch dazu seine personelle Beschaffenheit.

Waren nämlich bis zum Beginn der siebziger Jahre vorwiegend Frauen für den Feminismus eingetreten, die das Geschlechterverhältnis noch unseparatistisch, mit den Männern zusammen, neu gestalten wollten, traten nunmehr Frauen hinzu, denen jede heterosexuelle Vorstellung nicht nur wenig behagte, sondern zum größeren Teil sogar einer existentiellen Bedrohung gleich war.

Solche "Politlesben" und "Naturemanzen" besaßen ein so großes Potential an Wirksamkeit, daß es ihnen möglich wurde, die anderen Frauen zu verdrängen (die feministischen Männer durch Separatismus ohnehin) und den inneren Kern der sog. Frauenbewegung nahezu ausschließlich zu besetzen. Ihre Stärke wurde nicht nur aus der psychischen Intensität gewonnen, mit welcher sie sich gegen den Mann richteten; gelegen kamen ihnen auch all die Attribute des Zeitgeistes, wie dieser oben skizziert wurde und innerhalb dessen man den alten Mythos "Mann" oder "Geschlecht" mit Leichtigkeit "fallen" lassen konnte.

Überdies noch war diejenige Situation für den Radikalfeminismus äußerst zuträglich, die wir als den Generationenkonflikt kennen, denn dieser Konflikt, dessen Auftreten eine Abrechnung mit der Vergangenheit des Zweiten Weltkrieges zugrunde lag, war aus eben diesem Grund primär ein Söhne-Väter-Konflikt, spaltete die männlichen Generationen wesentlich intensiver, belud sie gegenseitig mit Ablehnung und Vorwurf. "Sie hatten das Glück", schrieb ich unlängst einer prominenten Feministin der ersten Stunde, "einer Epoche anzugehören, deren geistiger Ursprung in der Rache der Söhne gegen die Väter bestand. Diese Söhne waren es, die den Laufsteg aufbauten, auf welchem Sie und Ihre Artgenossinnen Ihre Mode vorführen sollten..."

Mit der Bildung dieses feministischen harten Kerns aus Frauen, die "von Natur aus gegen den Mann" waren, wie es ein zeitgenössischer Autor ausdrückt, setzten sich innerhalb des Feminismus Erscheinungsformen durch, in denen sich ein misanthropes, sexistisches Klima schnell einen deutlichen Ausdruck verschaffte.

Es ist an dieser Stelle notwendig, einen kurzen Einblick in die homosexuellen Verhaltensstrukturen der Geschlechter zu gewinnen: Bekanntlich interessiert sich eine homosexuelle Person weniger für die Gemeinschaft mit dem anderen Geschlecht. Ein intimer Verkehr mit diesem wird nicht angestrebt, und alle sonstigen Kontakte zum anderen Geschlecht werden mehr oder weniger durch dieses Regulativ dosiert. Freundliche aber oder sogar herzliche Beziehungen zum anderen Geschlecht existieren ebenso selbstverständlich wie bei heterosexuellen Menschen zum eigenen. Wo in extremen Fällen dies nicht der Fall ist, entsteht ein gewisses Gettobewußtsein. Innerhalb eines solchen mag es beim männlichen Homosexuellen vorkommen, daß er das weibliche Geschlecht meidet oder gar ignoriert. Selbst dann aber, wenn eine - wie auch immer bedingte - völlige Abneigung das Verhältnis zur Frau trübt, - bedroht wird dieser sich als Individuum von der Frau nicht fühlen, auch nicht "nachts im Park". Er wird schlimmstenfalls die Frau außer acht lassen und seiner Wege ohne sie gehen.

Anders ist es im vergleichbaren Fall bei der Lesbierin. Hier wird die eigene Homosexualität zwar die Distanz zum männlichen Geschlecht - zumal in der heutigen Zeit - aufrecht erhalten können, wirklich ignoriert kann jedoch der Mann nicht werden. Auch dann nicht, wenn alle privaten Bereiche ohne ihn auskommen könnten, wofür der erwerbstätigen Frau von heute nichts im Wege steht. Nicht etwa nur, weil bei jedem Schritt durch all die Verästelungen unseres täglichen Tuns die Werke und Wirkungen des Männlichen ringsum auf dieser Erde wahrgenommen werden müssen. Denn selbst wenn es gelingen sollte, die Allgegenwart des Mannes auf einer Erde, auf welcher seine Städte stehen und von welcher aus seine Visionen bereits das All bereisen, zu verdrängen: Eine Erinnerung, eine sehr derb manifestierte gar, ja eine geradezu körperliche bliebe da immer bestehen, nämlich der Körper selbst!

Jede Frau wird einmal mit der unterschiedlichen körperlichen Beschaffenheit der Geschlechter konfrontiert, wie sich diese im kräftemäßigen Verhältnis von Mann und Frau ausdrückt. Die andersartige Konstitution der Muskelfaser wie auch das Proportionalverhältnis der Muskulatur zum Fettgehalt, das beim Manne auf Muskeldominanz gerichtet ist und noch dazu von einem auf Dynamik hin wirkenden hormonellen Inventar unterstützt wird, hat wohl manches Mal das Erstaunen der noch nicht damit bekanntgewordenen jungen Frau hervorgerufen, wann immer - durch Zufall oder nicht - ihre körperlichen Kräfte sich mit denen eines Mannes messen konnten oder mußten. Es ist durchaus verständlich, daß diese Erfahrung bei einer Frau, die im Manne einen Antipoden sieht, etwas Unbehagen bereitet.

Denn zwar wird heute, wie man oft - und bei den Feministen immer wieder gern - feststellt, Muskelkraft nicht mehr gefragt. Das aber gilt nur für den Arbeitsmarkt und selbst dort nicht unbedingt. Für das individual-existentielle Befinden aber, für das Stehen in der Welt und gegenüber anderer Menschen ist körperliches Kraftempfinden, außer bei Heiligen und Menschen die radikal einen inneren Weg gehen, von eminenter Bedeutung; man denke nur an den Fall einer schwächenden Erkrankung. Und weibliche Athleten feiern ebenso jubilierend ihre Frauenrekorde, wie Männer die ihrigen feiern.

Kraft aber auf der gegnerischen Seite ist für den "Feind" stets latente Gewalt. "Gewalt gegen Lesben", ein im Sommer 2000 viel plakatiertes Thema, ist in den einschlägigen Kreisen nicht nur dann eines, wenn sich konkrete Gewalt gegen sie ereignet hat. Gewalt die vom Mann ausgeht, ist immerwährend präsent für jemanden, dem Manneskraft stets als latente Gewalt gegenübersteht. Aber Gewalt ist bedrohlich, und Bedrohung macht Angst.

"Heterophobie", die Angst vor dem anderen Geschlecht, begleitete den Radikalfeminismus von Anfang an, von der Zeit also, in welcher mannsfremde Frauen die Geschlechterbeziehungen zu regeln begannen, und stellte sich ihm als elender Berater zur Seite. Eine Angst vor der halben Menschheit ist freilich kein Segen. Und wie ausweglos in diesem Fall! Denn wer kann gegen diese Gewalt antreten außer wiederum der Mann?

Ausweglose Angst erzeugt Haß. Den dritten Eckpfeiler des Radikalfeminismus, den emotionalen. Und so haben wir:

a) Leugnung der Geschlechterwirklichkeit als den intellektual-ideologischen Faktor des Radikalfeminismus (Geist, Denken, Wahrheit, Unwahrheit).

b) Separatismus und Alleingang der Feministin bis hin zur Ablehnung aller Heterosexualität als den praktisch-politischen Faktor (Körper, Handeln, Wille, Unwille) und

c) Haß als den emotionalen (Seele, Fühlen).

Angesichts des Sachverhalts aber, daß:

a) die Leugnung der Geschlechterwirklichkeit eine Unwahrheit ist, weil es die zwei Geschlechter tatsächlich und unabhängig von gesellschaftlichen Vorgaben gibt,

b) der Separatismus eine Spaltung zwischen den Geschlechtern und somit das Gegenteil von Ganzheit (Heilsein) des Gesamtmenschen verursacht und

c) Haß Gift für den sozialen Organismus ist,

haben wir im Feminismus ein Kollektivwesen, das wahre Meisterschaft in Destruktivität erzielt, denn sein Prinzip beruht auf einer Lüge und seine Wirkung verursacht Spaltung und Haß. Welch alarmierendes Psychogramm!

Eine ziemlich verblüffende Begleiterscheinung des feministischen Hasses, die ein weiteres Nachdenken herausfordert, ist die nahezu bedenkenlose Freizügigkeit, mit welcher er sich offenlegt und dort kokettiert, wo man sonst meinen würde, daß er sich schon aus taktischen Gründen lieber hätte verbergen müssen, nämlich im geschriebenen Wort und in offenen Veranstaltungen.

So begegnet er uns täglich in feministischen oder feministisch indoktrinierten Medien unverhüllt als hämischer Sexismus, der z. B. die höhere Selbstmordrate bei Männern oder andere den Mann betreffende Mißstände feiert, grinst uns aus Magazinen, die das Wort "Wissenschaft" in ihrem Titel tragen, als schadenfreudige Vorankündigung feministischer "Forscherinnen" einer angeblich bevorstehenden Ausrottung des "zweiten Geschlechts" an, plaziert in "Frauenkalendern" Tage, an denen Männermorde stattfanden, als Gedenktage des Feminismus, bereitet in feministischen Manifesten Gaskammern für alle Männer, foltert und tötet Männer in Filmen, Lesbencomics und neuartigen Frauenromanen, erstellt seitenfüllende Listen mit erniedrigenden Beleidigungen gegen das männliche Geschlecht, die das Höchste an Obszönität und Impertinenz zu erreichen suchen, erklärt in "Sachbüchern" den Mann als Naturkrüppel, dessen Bestandteil in der Weltbevölkerung auf etwa zehn Prozent dezimiert werden sollte, oder verklärt das Zeugungsorgan des Menschen zur "Giftspritze", was es vielleicht auch war, als es manche Feministin dieser Art zeugte.

Ist es nun Naivität oder Heftigkeit, die solchen sektiererischen Haß in eschatologischen Vorstellungen einer von Männern erlösten Welt oder in mordshungriger Spaßlektüre so unverblümt, jenseits aller Taktik zeigt? Oder ist es etwa das stille, unausgesprochene und vielleicht auch unreflektierte Zugeständnis, daß Feminismus nicht ernst genommen werden soll, weil er weiblich ist, also indirekt gestandene Selbstverachtung?

Wie dem auch sei: Fest steht, daß dieser Vergiftung mentalen Lebens eine Gegenströmung gesetzt werden muß! Und fest steht, daß selbst innerhalb gemäßigter feministischer Kreise oder sonstiger Frauenaktivitäten kein nennenswerter Ansatz einer Distanzierung von diesem Sexismus zu vernehmen ist. Wird diese Passivität der nicht radikalfeministischen Frau von den extremistischen Drahtzieherinnen des Femofaschismus als ein Umstand einkalkuliert, der ihnen die Möglichkeit bieten soll, ihre perversen Intentionen unter Vereinnahmung einer angeblichen Vertretung der Interessen aller Frauen (und somit der Interessen der größeren Hälfte der Weltbevölkerung und des größeren Wählerpotentials) durchzusetzen?

Wer heute noch eine solche Möglichkeit belächelt, sollte bedenken, daß der weibliche Einfluß in Einrichtungen, die sich - auf welcher Ebene auch immer - mit der Verbesserung menschlicher Lebenszustände befassen (und dazu gehört auch die Kontrolle über den Weltbevölkerungszuwachs), dominiert. Hilfsprojekte für die dritte Welt, die nur Frauen zugute kommen, sind für viele Organisationen selbstverständlich. Internationale Einrichtungen wie die UNO, aber auch Menschenrechtsinitiativen wie z. B. Amnesty-International oder Pro-Asyl betreiben gesonderte Abteilungen oder Programme für Frauen, und zwar zusätzlich zu der selbstverständlichen Mitberücksichtigung von Frauen in ihren regulären Aktivitäten.

Eine der zentralen Methoden des Feminismus besteht darin, das menschliche Leid und damit den primären Anspruch auf jegliche Form einer Entschädigung zu verweiblichen und für seine Ziele völlig zu vereinnahmen. Das klappt bisher mehr als gut! Vom Boulevardjournalismus bis zur Gewerkschaftszeitschrift haben femosexistisch orientierte Berichterstatter ihr feministisches Lied vom Leid gut gelernt. Ob es sich um Naturkatastrophen oder Krisen anderer Art handelt, eine Flut von Bildern leidender Weiblichkeit ist stets die erste und meistens die einzige Botschaft, die uns erreicht, und das selbst aus Gebieten, in welchen Hunderte, Tausende von jungen Männern ihr Leben verlieren, während Frauen als Überlebende die sekundär Leidtragenden sind. "Man sieht überall nur weinende Albanerinnen", kommentierte ein berühmter Journalist die einseitige Berichterstattung über den Kosovokrieg im vergangenen Jahr. Zugleich bemühte sich die populistische Presse in Gemeinschaft mit fragwürdigen Parteiblättern linker Färbung das 'Tabu zu brechen', daß der Krieg "eigentlich" auf Frauenschultern ausgetragen werde. Welche pietätlose Unverfrorenheit angesichts der jungen Männer, die lebendig in ihren Panzern verbrennen mußten oder in irgendwelchen Steppen lebendig begraben wurden!

Dieser Einstellung kommt zu Hilfe, daß männliches Leid als selbstverständlicher erscheint, weil dem Mann immer noch die archaische Forderung heldischer Selbstaufopferung zur Mannwerdung nicht nur von Anbeginn suggeriert wird, sondern auch gesetzlich verankert vorliegt. Das wird deutlich in der sexistisch orientierten Ordnung von Rettungsaktionen im Katastrophenfall, die immer nach dem Motto "Frauen zuerst" funktioniert, das wird deutlich in der expliziten Erwähnung der Anzahl weiblicher Opfer in Fällen von Lebensverlust oder schwerer Verletzung.

Zudem trug der Feminismus in den letzten Jahren zu einer Vertiefung solcher Ungleichbehandlung bei, welche bewirkt hat, daß auch Unrecht oder Diskriminierung, die dem Mann geschieht, als durchaus korrekt zu gelten hat (positive Diskriminierung), soweit dieses feministischen Interessen dient, etwa im Rahmen eines Quotenanspruchs für Frauen. Das Prinzip wurde überaus deutlich in der Bundeswehrdiskussion am Jahresbeginn, in welcher die eindeutig sexistische Behandlung der Geschlechter hinsichtlich der Wehrpflicht (Frauen dürfen, wenn sie wollen; Männer müssen, ob sie wollen oder nicht) fast niemanden mehr unter den Verantwortlichen zu scheren schien, sondern hinter einem dürftigen Vorhang fadenscheiniger Argumentation als Thema völlig verschwand. Und es war (neben mancher anderen Frau aus der Politik) keine Geringere als die Justizministerin dieses Landes selbst, Frau Prof. Dr. Däubler-Gmelin, die sich für eine Wehrpflicht für Männer nicht etwa auf Grund verteidigungspolitischer Erwägungen aussprach, sondern mit der Begründung, Männer sollten durch die Wehrpflicht "gehindert" werden, damit Frauen im Leben aufholen können!

In einer kurzen e-Mail-Korrespondenz, die ich darauf mit der Justizministerin führte, schien ihr nicht aufgehen zu wollen, daß ihrer Forderung, Männern ein Bein zu stellen, damit Frauen schneller vorankommen, etwas Fragwürdiges anhafte.

Wie mag es sein, wenn "lauter starke Frauen", die mit etwas weniger Verantwortungsbewußtsein, als es die Justizministerin sicherlich besitzt, ausgestattet sind, dafür aber mit einer gehörigen Portion sektiererischen Männerhasses und einer guten Mehrheit an entscheidenden Positionen bei der Erstellung internationaler Regelwerke zur Steuerung wichtiger Belange der Menschheit, wie das einer Regulierung der Weltbevölkerung, am Ruder sein werden?

Mann weiß es nicht. Aber Mann sollte allmählich aufwachen!

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Quellen, Anmerkungen:

1. Vergleiche etwa in GEO WISSEN, Nr. 26 die Seite 27 mit 42 und 51