DER MASKULIST
15.11.2000
  "Gedanken ohne Inhalt sind leer, Anschauungen ohne Begriffe blind"
- Immanuel Kant -

 

W

er das Ausmaß jener merkwürdigen Koexistenz von Freiheit und Zwang im feministischen Gehabe, der Freiheit, sich jede verbale Keßheit gegen den Mann leisten zu dürfen, und des Zwanges, dies - in welchem Grade auch immer - tun zu müssen, um als moderne, emanzipierte Frau zu gelten, wahrnimmt, wird das Medienmärchen der 'mutigen, starken Frau, die in einer patriarchalen Welt den Männern die Meinung sagt' - wie derartige Floskeln in etwa immer lauten -, als eben ein solches durchschauen müssen. Denn er wird erkennen, daß solches Verhalten nicht nur keines Mutes bedarf, sondern das erwartete Symptom eines der heutigen Frau auferlegten, kultivierten Zwanges ist, als welchen man den Feminismus durchaus begreifen kann.

Und wer in literarischen Besprechungen das Wort "mutig" benutzt, um Autorinnen damit zu charakterisieren, die in blutrünstiger Belletristik über Männermord und Folter "die Machos das Fürchten" angeblich "lehren", aber im Grunde eine ihnen exklusiv gewidmete Rubrik namhafter Verlage nur weiter füllen, wissend, daß die Gesellschaft bestens darauf vorbereitet ist, ihre literarischen Ausdünstungen lukrativ zu verwerten, und nicht erkennt, daß es inzwischen des Mutes eher bedarf, um eine Webseite wie diese zu errichten, er hat das gesellschaftliche Geschehen ganzer Jahrzehnte voll verschlafen!

Wer dagegen je der Verpflichtung nachging, Gedanken wie die hier vorgetragenen zu unterbreiten, fand sich auch schnell auf einsamem Weg, und noch dazu auf einem, der an einer schwer zu überwindenden Mauer endet. "Was nun?" war dann die Frage an der Mauer, die ich gegen Ende ´98 resolut beantwortete.

Die Antwort bestand aus dem Entschluß, Briefe an Träger und Förderer jenes Geistes zu richten, den ich hier den radikalfeministischen nenne, nicht nur, um mir auf diese Art Gehör zu verschaffen, sondern auch, um durch schriftliche Auseinandersetzung mit ihm das Konzept seiner Widerlegung zu mehr Griffigkeit gerinnen zu lassen; wo nicht durch den Dialog - denn meine Adressaten reagierten zumeist mit Schweigen -, so doch durch die herauskristallisierte Struktur, die mein Denken selbst durch das Formen seiner Gedanken beim Schreiben wie auch beim Nachsinnen über die einschlägigen Inhalte erhalten würde. Ferner war der Anreiz groß, etwas vielleicht über das zu erfahren, was in den Köpfen des Schlages vorgeht, den ich in diesen Briefen anschrieb.

Was denkt sich der Reporter (womöglich Vater eines Sohnes?), der Jungen "Schweine" nennt, die "irgendwie blöder" als die "starken Mädchen" seien, wenn er über den Vierzehnjährigen ließt, der es mit seiner Programmierintelligenz schon zum Millionär brachte, bevor seine Eltern etwas von seinen Unternehmungen erfuhren, oder vom ebenfalls vierzehnjährigen jüngsten Abiturienten dieser Republik? Der Reporter, der für ein Magazin schreibt, dessen löbliche Aktion "Jugend forscht" ohne die Jungen baden gehen müßte, und das trotz der immensen Mädchenförderungsprogramme all der letzten Jahrzehnte?

Oder was denkt der Programmdirektor der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalt, wenn er seine Serie über "lauter tolle Frauen" mit Titeln wie "Männer aus zweiter Hand", "Männer und andere Katastrophen" oder "Nur ein toter Mann ist ein guter Mann" bestückt, Titeln, die rücksichtslos auf Häme und Erniedrigung seines eigenen Geschlechts zielen? Und würde er auch ein Programm über "lauter tolle Männer" mit Titeln wie "Nur eine verprügelte Frau ist eine gute Frau" präsentieren, oder hätte ihn dabei die Angst vor der Großen Mutter überkommen, fragte ich sinngemäß den zuständigen Programmdirektor der ARD in einem dieser Briefe, und weil das nichts brachte, dann auch den ARD-Boß selbst.

Aber auch das brachte nichts. Denn was ich bei dieser Korrespondenz bekam, war noch etwas weniger als eine schlechte Antwort, nämlich gar keine. Statt dessen bekam ich von der Anstalt die Werbeprospekte für die Produktionen, die ich kritisierte, den Hinweis, daß ich der einzige war, der sich darum scherte, die Zusicherung, daß 'die ARD und ihr Erstes Deutsches Fernsehen wirklich weit davon entfernt seien, Männer in irgendeiner Weise zu diskriminieren oder zu benachteiligen' (warum taten sie es dann?), und die Aufforderung, das Programm "mit ein wenig nachsichtigem Augenzwinkern zu betrachten." Ich aber dachte wenig daran.

In dem Link "Briefe gegen den Ungeist" werde ich über diese und ähnliche Korrespondenz berichten und - soweit es mir angebracht erscheint - solche Briefe auch zum Teil oder gänzlich wiedergeben.

Weitere Links werden - ähnlich den Kapiteln in einem Buch - hinzugefügt: Sie befassen sich mit den Grundbegriffen des Feminismus, um zu zeigen, daß sie leer sind, bloße Hüllen ohne Inhalt, gesammelte Elemente, mit denen man ein geistiges Gebäude errichten will und nur eine morsche Baracke zustandebringt, die zerfallen muß, sobald das freie, von den Zwängen dieser Zeit emanzipierte Denken sie auch nur leise berührt.

Charakteristische Thesen des Feminismus werden angegangen und auf den Prüfstein eines Verstandes gelegt, der nicht zugunsten modischer Dogmen sein Funktionieren aufgibt, um sich lieber mit dem bequemen, aber schlecht bekömmlichen, vorgefertigten Denken dieses Massenmedienzeitalters zu ernähren.

Wo solche Thesen wissenschaftliche Erkenntnisse gebrauchen, die von feministischen "ForscherInnen", "AnthropologInnen" oder "PhilosophInnen" brutal verdreht oder halbiert werden, damit "neuere Forschungsergebnisse" herbeigezaubert werden, die das bißchen feministische Denken bestätigen, werden diese zurück an das Licht gebracht, welches ihre eigentliche Bedeutung wieder erhellt und die Interpretationen der feministischen Forschungsschänder bloßstellt.

Durch all dies wird der nicht defensive Charakter dieser Arbeit deutlich werden. Denn weit über die Absicht hinaus, das maskuline Ansehen vor den plumpen Attacken weibisch-weiblicher Angriffshysterie zu verteidigen, wird sich diese Webseite des Radikalfeminismus zusätzlich in der Absicht annehmen, ihn als die geistloseste Ideologie aller Zeiten vorzuführen!

Ich hoffe, daß die kritischen Aspekte des Radikalfeminismus, die der Leser in dieser Einleitung hat sich entwickeln sehen, die Relevanz und Dringlichkeit dieser Arbeit außer Frage stellen. Und wenn Sie, lieber Besucher, liebe Besucherin, den Zeilen dieser Webseite Sinn er-lesen konnten, bitte ich Sie, diese Online-Lektüre auch weiterzuempfehlen.

_____________________

Adamantios Xenos im November 2000.