TRÜMMERFRAUEN
Aus mit dem Trümmertraum!
Wie sehr heute Begriffe, die direkt oder weniger direkt Weibliches assoziieren, für feministische Totschlagstrategien eingezogen werden, erfährt man, sobald die Rede von Hexenverfolgungen oder aber von frauendominierten Flüchtlingsströmen ist. Daß der Oberbegriff "Hexenverfolgung" (von der gezielten Überbeanspruchung des Worts abgesehen) auf ebenso viele Männerschicksale hinweist, wie Auswertungen von historischen Archiven ergeben haben, geht stets unter. Ebenso wie die geläufige Erwähnung des Frauenanteils in Berichten über Flüchtlinge untergehen läßt, daß Männer meistens aus Krisengebieten gar nicht fliehen können, und dies nicht deswegen, weil sie für Besseres vorgesehen sind.
Nun scheint anhand eines Berichts des Magistrats der Stadt Frankfurt am Main ans Licht zu kommen, daß es mit dem Begriff der "Trümmerfrau" nicht anders bestellt ist. Er scheint eher die Suggestion alleiniger weiblicher Betroffenheit zu unterstützen, als historisch korrekt zu sein. Auslöser des Berichts war laut einem Artikel in FRANKFURTER NEUE PRESSE, der mir kürzlich zugespielt wurde, (nicht mehr online erhältlich), die Frage "Wie ehrt Frankfurt seine Trümmerfrauen?"
Leider erfahren wir nicht, woher diese Frage wehte, doch wir werden dafür mit der Spekulation erheitert, daß wohl die Antwort "jedem Gleichstellungsbeauftragten", vermutlich also auch den vielen vielen Männern in diesem Beruf (ist das nicht reizend?) "Freude machen würde." Es wäre sicher nicht unangebracht, weiter darüber zu spekulieren, ob nicht auch die Ausgangsfrage denselben - grammatisch so deliziös vermännlichten - "Gleichstellungsbeauftragten" entstammte. Daß diese allerdings allzu große Freude einer Antwort abgewinnen könnten, die jener Klientel, welcher gemäß der Formulierung ihrer Frage eine Ehrung zustehen sollte, dies Privileg bestreitet, dürften böse Zungen anzweifeln.
Laut Darstellung des Magistrats, der sich auf "Berichte und Photos" bezieht, wurden Frauen bei der Räumung von Trümmern in der unmittelbaren Nachkriegszeit "darüber hinaus" eingesetzt. Das heißt, am Rande großangelegter Maßnahmen, mit welchen "Abbruch, Räumung, Transport und Aufbereitung des Trümmerschutts" zentral durch die "Trümmer-Verwertungs-Gesellschaft" bewerkstelligt wurde, eine von der Stadt und mehreren namhaften Unternehmen getragene Gründung. Männliche Kräfte scheinen dem Bericht zufolge selbst in der männerkargen Nachkriegszeit das Gros der an der Räumung Beteiligten ausgemacht zu haben:
"Neben Frauen nahmen auch ältere Männer, die nicht im Krieg waren, an den Arbeiten teil. Auch Jugendliche zog man heran ... Schüler evakuierter Schulen ... ausländische Fremd- und Zwangsarbeiter... aus der Kriegsgefangenschaft heimgekehrte Männer... Da nicht genügend Personen zur Verfügung standen, zog man auch Internierte mit mutmaßlicher NS-Vergangenheit... hinzu." Daß indessen die Frauen kaum die Überzahl ausmachen konnten, ergibt sich aus der Präzisierung, daß sich diese "vor allem als Mitglieder von Sportvereinen, die um Mithilfe gebeten waren", zur Verfügung stellten, aus einem eher sekundären Kreis also.
So ist es nur korrekt, wenn der Magistrat, auf die ihm gestellte Frage zurückkommend, erfreulich resolut folgert: "Eine Gedenktafel zur ausschließlichen Würdigung von Trümmerfrauen würde daher kein Bild der historischen Realität ergeben."
Ob dies nun "jeden Gleichstellungsbeauftragten" zum Herauskriechen aus dem profitablen Trümmerhaufen der berüchtigten feministischen Geschichtsauffassung bewegen wird, oder zu weiteren Vorstößen für eine Gleicherbehandlung der weiblichen Teilnahme, ist abzuwarten.
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