###LLAKRTE###
     
Man wollte wegschauen, sich einreden, die eigene, übersensible Wahrnehmung sei es; sie spiele einem einen Streich. Doch die... ... eigene Wahrnehmung behielt recht, das war irgendwann nicht mehr zu leugnen.


Bereits der Umgang des Feminismus mit der Sprache hätte genügt,um sein Unwesen zu belegen. Doch wenige merkten auf.
Der Widerspruch, einerseits die Frau ermächtigen zu wollen, aber andererseits alle Verantwortung auf den Mann zu delegieren, bringt die bigotte Haltung des Feminismus bestens zum Ausdruck. ...... Übrigens eine sehr weibliche Haltung, die zwar von den Herren der Schöpfung zu allen Zeiten als List erkannt, dennoch toleriert oder (je nach Zeitalter) von ihnen sogar bis zur Selbstaufgabe kultiviert wurde.

Verblüffend dabei: Je 'patriarchaler' die Welt wurde, desto mehr Geltung erhielt die Mystifizierung des weiblichen Trickreichtums und der Frau selbst. – Eine zügige Umschau in Vergangenheiten.

Weil die Versuche einer Ermächtigung der Frau versagen, schlägt der Prozeß in ein Reduzieren des Mannes um. Die so eingeleitete Herabwürdigung des Maskulinen ereichte bereits den ethisch-anthropologischen Bereich. Tatort: die universitären...... Bildungsstätten. Dieser Vorstoß unterstützt und inspiriert die politischen Maßnamen, die bewirken sollen, daß 'Zukunft weiblich' wird. Totalitäre Mechanismen der Art Gender-Mainstreaming werden teuer installiert. Da Zukunft aber – wie unsere technisierte Gegenwart zeigt – aus der Mitte des Maskulinen heraus entsteht, gelingt solches wahnhafte Vorhaben der Feministen nicht.

Was aber dabei geschieht, ist ein Angriff auf die betroffenen Systeme und zwar einer, dessen Wesen weniger dem eines Aktes, sondern eher dem einer Infektion oder Vergiftung gleicht. Vergiftung der rechtsethischen Ordnung und Pervertierung des Leistungsapparates.

Indessen scheinen Frauen (sehr zum Ärger der angeheuerten Alphaweibchen des Feminismus) wenig von dem zu halten, was die Ideologie ihrer Ermächtigung gern aus ihnen machen will.

Haß auf die Männer weist in der Gegenwartskultur die unterschiedlichsten Ausdrucksformen auf. Seine ersten grellen Blüten trieb er auf den Gefilden der radikalisierten Weiblichkeit – insbesondere Amerikas. Wir befassen uns in den hiesigen Beiträgen zunächst mit der Psychologie dieser...... geistigen Töchterschaft Valerie Solanas, und was wir feststellen, kann überraschen, denn es ist Liebe! Es ist nicht die Bitterkeit erlebter Unterdrückung, sondern die Liebe zum Maskulinen, die eine 'richtige' Emanze zu dem macht, was sie ist. Es ist verwehrte Identität, die sich am Ende mit krankhafter Vehemenz gegen das wendet, was sie nicht sein darf, es ist "Revolte gegen die eigene Selbstverachtung".

Der in der Gesellschaft vorhandene - hier "öffentlich" genannte - Männerhaß, wie er sich etwa in den Erzeugnissen von Unterhaltung oder populärer Wissenschaft niederschlägt, ist nicht eine Übertragung des feministischen Hasses auf die Gesellschaft, sondern er ist auf eigener Basis entstanden. In unserer...... Absicht, diese Basis zu benennen, fahren wir in diesen Beiträgen damit fort, die Wege im politischen und kulturellen Leben zu beschreiben, auf denen sich der Männerhaß entfalten konnte, und die Strukturen im öffentlichen Denken und Empfinden zu analysieren, die ihm scheinbare Legitimität verleihen.

Endphase des Feminismus geht mit seiner Anthropologie einher, denn hier, bei der Erstellung eines Menschenbildes, erwirkt jede tendenziös konstruierte Ideologie ihr Scheitern. Das 'Gender'-Konstrukt, das sich anmaßt, die Geschlechterwirklichkeit ein Konstrukt zu nennen, braucht nun sein Menschenbild: Es wird aus...... dunkelster Vergangenheit geholt und erst in ferner Zukunft 'verwirklicht'. Dieses Meiden der Wirklichkeit, welche nur in der Gegenwart stattfindet; heute in einer Gegenwart, die durch die Errungenschaften der neueren Biologie, Neurologie und Humangenetik das Wesen der Geschlechter wie noch nie zuvor in der Sprache westlicher Intellektualität definierte, ist unerläßlich, um der Mär des Feminismus von einem geschlechtsneutralen Menschen, der sich erst in der Kultur einem konzipierten Zwang der Geschlechtlichkeit unterwerfen mußte, Raum zu gewähren.

Was aber war in der archaischen Vergangenheit? Wie wurden die Geschlechter erlebt und welcher elementaren Symbolik war ihre dualistische Präsenz unterworfen?

Welche - aus unterschiedlichen Lagen und Funktionen herleitenden - Analogien bestimmten das existentielle Verhältnis der Geschlechter zueinander, als der Mensch sein junges Ich erst aus der Materie schälte? Welche evolutionäre Zwischenstadien nennt heute der Feminist 'Matriarchate' und wie lassen sich diese Epochen seiner Begrifflichkeit entreißen? - Aufsätze für gern Philosophierende.

"Eine ähnlich lautende Kritik wie Ihre hat uns bislang nicht erreicht."

Vielleicht enthält obige Bemerkung aus einer Antwort der ARD im Jahr...... 1999 den Grund, warum diese Briefe etwas Besonderes in ihrem dokumentarischen Charakter sind: Ihre Entstehung geht auf eine Zeit zurück, in der man einen Protest der Männer nicht kannte.

Die ARD wurde in einem dieser Briefe wegen ihres Unterhaltungsprogramms "Nur ein toter Mann ist ein guter Mann" des Sexismus bezichtigt.

Viele Briefe wurden seither geschrieben und gesendet, die hier nicht archiviert sind. Besser aber noch ist, daß viele, sehr viele Briefeschreiber hinzu kamen; eine kleine 'Männerbewegung' wuchs unlängst heran, die heute mehr tut als Briefe schreiben, und die von den Medien (den ersten Adressaten der frühen Zeit) nicht mehr ignoriert werden kann.

Als Dokumentation also von Anfängen sind diese Briefe hier zu verstehen. Und ab und an, wenn wieder einer entsteht, der besonders tragende Ziele und Inhalte enthält, wird er hinzugestellt.

Die Lila Kröte ist eine negative Auszeichnung für besonders akzentuierte Männerfeindlichkeit in Wort oder Tat; für ein Verhalten von Personen und Einrichtungen, welches Männer oder Jungen...... diskriminiert, ihr Ansehen angreift, ihre Rechte und Chancen in der Gesellschaft hintan oder in Frage stellt und die Relevanz ihres Protestes gegen die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte leugnet.

Die Lila Kröte wird als Urkunde mit Wasserzeichen vergeben und relevanterweise an Menschen, die sie im übertragenen Sinn bereits geschluckt haben. Eine Lila Kröte geschluckt zu haben bedeutet, den Klischees erlegen zu sein, die Mann und Frau in Parallele zum Täter und Opfer, Gewalttätigen und Friedfertigen, Bösen und Guten, höheren und niederen Menschen, Verzichtbaren und Förderungswürdigen stellen.

Die Lila Kröte wird periodisch vergeben und berücksichtigt bei der Auswahl des Empfängers die Ereignisse der letzten zwölf Monate.


... indem die hier gezeigte Werbung mit manischer Beharrlichkeit gegen Wesen und Würde des Maskulinen wütet, offenbart sie ein in der Werbebranche etabliertes Bild weiblicher Innerlichkeit, das die Frau als einen seelischen...... Krüppel zeigt, dessen eigene Würde ihm selbst so irreal erscheint, daß nur die Entwürdigung des Anderen als Ausgleich in Frage kommt...


Sie können hier die archivierten Jahrgänge der Übersichtseite bis zu deren Entstehung im Jahr 2005 zurückverfolgen.










    Seit November 2014 online:

                     Geistsein.de
###LINKS###
"Ungeist" ist kein schönes Wort. Mit diesem Wort ist hier ein Geist gemeint, der sich selbst leugnet, ein Denken, das sich davon abhält, zu freien Urteilen zu gelangen, um vorgefertigten zu dienen. Solches Denken ist kein natürlich menschliches Verhalten, setzt sich aber immer dann durch, wenn es gezielten Interessen Erfolg verspricht oder wenn es für die Anhänger einer Weltanschauung den Konsens schaffen soll, der sie zusammenhält und so ihre Zugehörigkeit manifestiert. Es ist vielleicht das Gefährlichste an Ideologien, daß sie allesamt vermeinen, ihre Ziele seien heilig genug als Zweck, um noch das Heiligste am Menschen als Mittel mißbrauchen zu dürfen: das Denken.

Wie Ungeist funktioniert, wie er sich Begriffe schafft und sie an seinen Zwecken ausrichtet, wird hier nicht direkt erläutert (siehe hierzu unter "Begriffe"), sondern an Beispielen gezeigt werden. Diese Beispiele sind Briefe an Adressaten, die feministische Gedanken hegen oder feministische Intentionen befürworten und fördern.

Diese Briefe haben alle gemeinsam, daß sie Fragen stellen, die geeignet sind, die Widersprüche aufzuzeigen, die feministische Willkür im Denken hervorruft, Widersprüche, deren Aufdeckung befreiend wäre, deren Verdrängung und Tabuisierung aber nicht anders vonstatten gehen kann als durch feigen Verzicht auf weiteres Nachdenken; eine Unterlassung, der man wenig Achtung schenken kann und die in diesen Briefen deswegen häufig mit der gehörigen Portion Ironie quittiert wird.
10.06.2007

"Nicht mehr und nicht weniger"? 

Es sollte wohl die Antwort auf viele Fragen sein, das kürzlich erschienene Buch der EMMA-Herausgeberin; so verspricht es der lapidare, leicht missionarisch anmutende Titel. Es heißt "Die Antwort", was so klingt wie "Die Wahrheit" oder "Das Erwachen" oder wie sich läuterungsstiftende Schrifttümer sonst gern benennen. Wie vieler Fragen Antwort das Werk sein möchte, wissen bestimmt seine Leser und die Verfasserin selbst. Wer, wie der hiesige Beobachter, das Buch nur aus dem sporadischen Überfliegen seines Vorabdrucks in der FAZ kennt, wird auf die eine oder andere im Buch enthaltene Antwort zu der einen oder anderen dort intendierten Frage zu verzichten haben. 

Doch Glück im Verzicht: Der Zufallsfilter unserer praktizierten Genügsamkeit ließ, so will es uns scheinen, einen recht erfreulich dicken Fisch Schwarzerscher Exegetik in unser Netz wandern. Dabei geht es um keine geringere Frage als die nach dem Wesen jener dubiosen politischen Einrichtung des Spätfeminismus namens Gender-Mainstreaming, eines Instruments der Frauenpolitik, das im vergangenen Jahr die Grundlage breit ausschlagender antifeministischer Regungen eines erstmalig so hohen Ausmaßes in der kurzen Chronik der Rückbesinnung bot. 

Was ist nun Gender-Mainstreaming? Jemand, der, wie Frau Schwarzer, seine Antwort auf diese Frage mit dem Satz "Nicht mehr und nicht weniger" abrundet, will uns zeigen, daß seine Erklärung vollständig ist, will uns nahelegen, daß es unnütz wäre, weitere Gedanken darüber anzustellen, weitere Aspekte des Subjekts beleuchten zu wollen. Er will uns die vollkommene Antwort suggerieren - "Die Antwort" eben. Oder ist es am Ende ein taktisches Beteuern, gar ein leises Flehen, der Frage über die politische Dimension des Programms nicht allzu sorgfältig nachzuspüren, sorgfältiger, als es dem Feminismus lieb wäre? 

Dies war, wie angedeutet, im Jahr zuvor geschehen, und die zünftige Feministin sah sich demnach zur Stellungnahme veranlaßt. Das unter anderem tut sie im genannten Buch, indem sie direkten Bezug auf zwei der wichtigsten Positionen jenes Disputs des Vorjahres nimmt, auf die vom FAZ-Redakteur Volker Zastrow zunächst. 

Zastrow subsumierte die letztendliche Zielsetzung des GM-Programms im Titel des kleinen Buches "Gender - Politische Geschlechtsumwandlung", das auch hier am Seitenkopf empfohlen wird und dessen Inhalt aus zwei Aufsätzen besteht, die im Jahr 2006 in der FAZ erschienen und über welche Schwarzer in ihrem Buch referiert. Zastrow geht auf die Entstehungshintergründe des nebulös benannten Projekts zurück und zeigt es als Instrument einer besonders fremdartigen und besonders erpichten Gruppe von sexuell apart veranlagten Zirkeln auf, die emsig daran arbeiten, das Geschlecht des Menschen einerseits zu leugnen, andererseits durch Überflutung seines Begriffs zu neutralisieren: Das Erste wird mit der Behauptung versucht, daß es an sich kein natürliches Geschlecht gäbe, sondern Mann und Frau lediglich kulturgesellschaftliche Erfindungen (Gender) seien. Das Zweite drückt sich in der These aus, es gäbe unbestimmt viele Geschlechter, so daß es am Ende keine essentielle Zuordnung bedeute, welchem von den nur zweien man angehöre, die in der gebräuchlichen Sprache als männlich und weiblich vorkommen. (Der Widerspruch dieser divergierenden Positionen wird übrigens im einschlägigen Diskurs kaum reflektiert.) 

Diese abstruse Definition des Geschlechts wurde lt. Zastrow durch zweifelhafte Kanäle in die Politik eingebracht, wo sie inzwischen, selbst bei konservativen Vertretern wie der amtierenden Familienministerin von der Leyen angekommen, die Schleier über die Geschlechterwirklichkeit ausbreitet, unter denen eine feministische Geschlechterordnung ihren Willen als politisches Programm artikulieren und einleiten kann. Schwarzer über Zastrow: "Als Verantwortliche für den Frontalangriff... macht Zastrow die Feministin vom Dienst, also mich, und die Familienministerin vom Dienst, also Ursula von der Leyen, aus". Liegt ja eigentlich nahe, wollte man meinen. 

Einige Monate nach dem "Frontalangriff" des FAZ-Mitarbeiters nahm sich des Themas auch René Pfister im Magazin DER SPIEGEL an, der, so Schwarzer, "fast wortgleich" nachzog "und vor der 'Fabrikation des neuen Menschen', ausgebrütet in EU-Laboren und ausgeführt von Gleichstellungsbeauftragten", warnte. Eher um den unliebsamen Vorstoß der beiden Autoren anzuschwärzen, erwähnt Schwarzer ganz beiläufig auch einen kurz darauf erfolgten Artikel in der Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT, die sie kurzerhand als "rechtsradikal" abqualifiziert. 

Nun wendet sich die Autorin in ihrem neuesten Buch demselben umstrittenen Programm zu, um alle Bedenken und Befürchtungen davor zu zerstreuen und uns in die Wahrheit dessen einzuführen, was wir endlich glauben sollten, daß Gender-Mainstreaming sei. 

Natürlich tut sie das nicht, ohne von "Kastrationsängsten" zu sprechen, die wohl ihrer Meinung nach den einzigen Grund bieten könnten, um etwas stutzig darüber zu werden, daß die Politik bis in die entlegensten Winkel ihrer Handlungskapazität von Programmen durchdrungen worden ist, deren Vordersatz Simone de Beauvoirs 1949 geschriebenem Attest frönt: "Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es." Und nur mit letzter Mühe gelingt es Schwarzer kurz vor Vollzug ihrer üblich üblen Gegner-Diffamierungs-Taktik doch noch die Kehrtwende zu schaffen: "Man hätte das Ganze als abstruse, eher persönlich genährte Männerphantasie abtun können..."

Tja, man hätte es wohl können, wenn man als des Landes Emanze Numero 1 weiterhin alles hätte können können. Sind aber nun die Zeiten vorbei? Scheint sich doch allmählich etwas ausgeglichener zu gestalten, der Geschlechterkampf? Man stelle sich vor, wie es ausschauen könnte, nachdem einmal noch mehr prominente Männer, prominentere noch als verdiente Redakteure es sind, begriffen haben würden, daß sie sich jahrzehntelang einem Geschlechterkrieg davongestohlen hielten, der in seinem einseitigen, frauengeführten Wüten unerträglich wirre Früchte hervorbringen konnte.

Zensieren geht über Studieren

Zurück zum Gender-Mainstreaming: Pfister brachte in seinem 'Spiegel'-Artikel "Der neue Mensch" (DER SPIEGEL 1/2007) Belege für die erschreckende Durchdringung des gesellschaftspolitischen Apparats mit den Methoden des GM, indem er seinen Einsatz bis hin zu solchen Studienprojekten verfolgte, deren Ergebnisse die Streichung röhrender Hirschmännchen aus den Werbebroschüren eines Nationalparks empfehlen, damit so "stereotype Geschlechterrollen" nicht gefördert werden. Soll heißen: Naturzensur, wo die Natur in öffentlich zugänglichen Darstellungen das feministische Dogma, sie schaffe kein Geschlecht, Lüge straft. GM also hier als Diktat ungenierter Vernebelung.

Da aber so etwas zumeist bloß Kopfschütteln erzeugt und bestenfalls noch einen müden Kommentar über Steuergelderverschwendung, ohne tiefere Absichten des GM-Konzeptes auszusprechen, bestätigt auch Schwarzer diese Ebene der Programmatik mit einem eigenen Beispiel, das sogar einen Hauch von Geschlechtergerechtigkeit suggeriert: Eine ähnliche Forschung im Ruhrgebiet hatte dazu geführt, daß dort im ansässigen Museum nicht mehr nur die Stahlarbeiter und Bergleute dokumentiert würden, sondern fortan auch die Textilarbeiterinnen, "die ja auch einst das Bild der Region geprägt haben und ebenfalls massenhaft Opfer des Strukturwandels wurden".

Lassen wir nun die Frage bei Seite, warum sich die genannten Berufsgruppen mit solch säuberlicher Ausschließlichkeit geschlechtsspezifisch dartun, und auch die Frage, ob ähnlich viele Näherinnen ihren Beruf mit Tod oder Invalidität bezahlten, wie für Stahlarbeiter und Bergmänner üblich. Weg auch mit der Frage, ob uns GM nachträglich so umprogrammieren könnte, daß wir beim Stichwort Ruhrgebiet nicht mehr an Stahl und Kohle, sondern künftig auch an Blumengardinchen denken würden. Und weg schließlich noch mit der Frage, für wen am Ende solches von Belang wäre. Für diese und weitere Fragen scheint die Autorin der 'Antwort' kaum Sinn zu haben. Sie schließt ihren Museumsbericht prompt mit den Worten: "Das ist Gender-Mainstreaming. Nicht mehr und nicht weniger."

Doch mehr!

Es ist interessant für Schwarzer und auch für uns, daß die Clevere hier gern Halt macht. Hier, wo Gender-Mainstreaming erst bloß manipulative Darstellungen und kleine Nebenprojekte diktiert, in der Werbung sozusagen oder im Vorprogramm, vor dem Hauptfilm. Hierzu gehören auch Anliegen wie das 324.000 Euro teure Projekt "Gender Mainstreaming im Städtebau" oder weitere Ausgaben für Untersuchungen darüber, wie sinnvoll es wäre, "Motorsägenkurse für Frauen" zu ermöglichen, wovon Pfister auch berichtet. Pfister und Zastrow aber gingen weiter zum Hauptfilm über, und er bleibt nicht bei der Gestaltung von Darstellungen und teuren fragwürdigen Kleinprojekten stehen, sondern schreitet zu den Identitäten voran. Und mit Identitäten und identitätsstiftenden Angelegenheiten plagt sich Alice Schwarzer seit man sie kennt, wie wir gleich sehen werden. Bißchen komisch - nicht wahr? -, daß sie jetzt, wo sie sich allerliebst damit abrackert, uns GM zu erklären, just davor aufhört!

Über eine "Zerstörung von Identitäten" war aber die Rede auf genau demselben Arbeitsprotokoll des Gender-Mainstreaming-Projektanbieters "Dissens e.V.", das bald nach René Pfisters 'Spiegel'-Artikel aus dem Internet verschwand. Als Auftraggeber von Dissens fungieren die Stadt Berlin, die Bundesregierung und die EU-Kommission! "Spezialgebiet des Vereins ist Jungenarbeit", schreibt Pfister, und daß es dabei darum ginge, "Jungs früh zu Kritikern des eigenen Geschlechts zu erziehen." Wie weit die Selbstkritik der Jungen gehen sollte, wurde im genannten Arbeitsprotokoll ebenfalls preisgegeben: "Das Ziel einer 'nichtidentitären Jungenarbeit' sei 'nicht der andere Junge, sondern gar kein Junge'". Und die Methoden dieser Art Jungenarbeit wie sie, während einer ebenfalls im entschwundenen Protokoll festgehaltenen Projektwoche des Gender-Guru Ralf Puchert exerziert wurden, könnten (wie sollte identitätsvernichtende Arbeit anders aussehen?) Assoziationen zu Guantanamo entstehen lassen!

Der 'Spiegel'-Autor berichtet: "So spielten Dissens-Mitarbeiter bei einer Projektwoche mit Jungs in Marzahn einen 'Vorurteilswettbewerb', an dessen Ende die Erkenntnis stehen sollte, dass sich Männer und Frauen viel weniger unterscheiden als gedacht. Es entspann sich eine heftige Debatte, ob Mädchen im Stehen pinkeln und Jungs Gefühle zeigen können, Sätze flogen hin und her. Am Ende warfen die beiden Dissens-Leute einem besonders selbstbewussten Jungen vor, 'dass er eine Scheide habe und nur so tue, als sei er ein Junge', so steht es im Protokoll." Und Pfister kommentiert: "Einem Teenager die Existenz des Geschlechtsteils abzusprechen ist ein ziemlich verwirrender Anwurf, aber das nahmen die Dissens-Leute in Kauf, ihnen ging es um die 'Zerstörung von Identitäten', wie sie schreiben."

Und jetzt aufgepaßt!

"Politische Geschlechtsumwandlung" – was sonst?

Die Projektwoche von Dissens-Puchert fand innerhalb der Aktion "Neue Wege für Jungs" statt. Sie wird vom Ministerium von der Leyens finanziert und ist ein Berufsberatungsprojekt für männliche Jugend. Es soll ein Analoges zum "Girls' Day" sein, einer jährlichen Aktion mit dem Ziel jungen Frauen ein Interesse für vorwiegend von Männern praktizierten Berufen zu vermitteln. Worüber sich René Pfister wundert, ist dabei, "dass 'Neue Wege für Jungs' den männlichen Schulabgängern genau jene Pflege- und Sozialberufe empfiehlt, zu denen man Mädchen nicht mehr raten will, weil sie zu geringe Karriereaussichten bieten."

Es geht also um eine Umverteilung, um eine neue Zuordnung der Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt, die Lukratives für die Weiblichkeit anstrebt. Doch das, was die Geschlechter tun, scheint unzertrennlich vereinbar mit dem zu sein, was die Geschlechter sind, mit ihrem inneren, seelischen Duktus, mit ihrer Identität. Diese darf es daher nicht geben. Und – NeomarxistInnen und ExistentialistInnen wissen das – die gibt es auch nicht. Nicht das Sein ist entscheidend für das Tun, sondern umgekehrt: das Tun, der Umgang also mit der jeweiligen Materie bestimmt, was ist und was zu sein hat. Wie sonst könnte der Materialist ruhig schlafen.

Das Sein muß notfalls weg, das Sosein von Mann und Frau, die Identität, ist hinderlich für die geist- und seinslosen Geschlechtertechnokraten um Ursula und die anderen. Doch halt! Nur die des Mannes. Von einer Zerstörung weiblicher Identität ist in den Programmen regierungsnaher Gender-Aktivisten nichts zu vernehmen. Ganz anders sogar: Weibliche Identität soll aufgebaut werden. Und just hier setzt Alice Schwarzer an, die über die existenzberührenden Tiefen des gendermainstreamingschen Treibens ja so unschuldig Ahnungslose.

"Identitätsstiftendes" verordnet nämlich die Schutzpatronin der traumatisierten Menschheitshälfte schon seit eh und je und wartet. Sie wartet darauf, daß Frauen einmal "vermännlicht" sein werden, und dies aufgrund ihres Tuns, aufgrund von "Aktivität mit männlichem Charakter", wie einst von ihr formuliert. Sie rechnet in den Erhebungen des Deutschen Instituts für Bekleidungsindustrie das Tempo nach, in dem sich der Brust- und Hüfteumfang der Frauen in den letzten zwanzig Jahren verringerte und wartet, bis letztere den Sprung über die "dritte und letzte" Hürde, die "Körperhürde", geschafft haben werden, um so "zur wirklichen Geschlechtergleichheit" zu gelangen. Ach, was sagen wir da? Frau Schwarzer geht noch weiter. Von wegen Gleichheit. So ganz gemütlich phantasiert sie vor sich hin, "dass vielleicht letzten Endes überhaupt kein nennenswerter Kraftunterschied zwischen Männern und Frauen besteht", sondern gar die neue Frau dem Mann in Körperkraft am Ende überlegen sein könnte [siehe Beiträge ab hier]. Sie wartet auf Umwandlung und empfiehlt Identität. Das also, was fanatisierte Gender-Chirurgen den Jungen und Männern eifrig entnehmen möchten!

Erst diese Parallelstellung von Schwarzers geschlechteranthropologischer Paranoia mit den paraministerialen Operationen der staatlich engagierten Menschenzüchter läßt die Trefflichkeit von Zastrows ausgesuchtem Begriff zur Beschreibung des Gender-Programms richtig aufgehen. Nett, daß Frau Schwarzer mit einem Buch zur rechten Zeit uns im Wissen bestärkt: "Politische Geschlechtsumwandlung", genau das ist ja Gender-Mainstreaming. Nicht mehr und nicht weniger.

_____________________