DER MASKULIST
31.10.2005

E

s war eine lange Geburt, diese Ausgeburt eines Gesetzes, das die Prostitution verbietet, aber nicht die Prostituierten, sondern allein ihre Kunden zu Rechenschaft zieht. Die Chronik dieser rechtsethischen Mutation, wie sie auf der offiziellen schwedischen Internetseite von der Journalistin Maria-Pia Boëthius in feministischer Intention nacherzählt wird,1 begann schon Anfang der siebziger Jahre. Es war die Zeit der vielen 'Revolutionen', von denen eine die sexuelle Revolution hieß; eine andere hieß die Frauenbewegung. Und es war die Zeit, da Schweden zur Muster-Nation in der Verwirklichung der neuen 'Freiheiten' avancierte, um weltweit den Ruf des Modell-Staates hinsichtlich der Integration des Neuen in die sozialen Strukturen zu erlangen.

"Daß sich der Staat sowenig wie möglich in die Sexualität der Menschen einzumischen habe", gehörte zu den vorherrschenden Standpunkten jener anfänglichen Kommission, die 1971 zur Untersuchung von Sexualverbrechen gebildet wurde. Und diese Kommission, die, vorwiegend aus Männern bestehend, noch nicht das Geringste von der Verteufelung ahnte, die der männlichen Sexualität im Zuge der parallel aufkeimenden Frauenbewegung einmal angediehen sein würde, vertrat in der Tat liberale Positionen. Eine davon befaßte sich mit den Fällen des ungewollten Sexualverkehrs – im Volksmund Vergewaltigung genannt - und unterschied in auch "weniger ernst" anzusehenden Fällen. Wie wahr! Denn wie kann ein objektiver Verstand den Verbrecher, der lauernd sein Opfer ergreift, es mit voller Gewalt unterwirft und schonungslos mißhandelt, mit einem Fall gleichsetzen, in dem der Mann zu einem Orgasmus kommt, obwohl ihm seine Beischläferin einige Sekunden zuvor - aus welcher Motivation heraus auch immer - aufzuhören zuflüsterte?

Es dauerte etwas mehr als ein halbes Jahrzehnt, bis 1977, dem Jahr, an dem hierzulande das Scheidungsgesetz 'revolutioniert' wurde, das Justizministerium Schwedens diese liberale Untersuchungskommission auflöste und eine neue einsetzte, die jetzt vorwiegend aus Frauen bestand. Frauen, die im Zuge der Frauenbewegung in der Politik eingenistet waren. Hinzu entstand eine weitere Kommission speziell zur Untersuchung der Prostitution. Diese wurde ausschließlich von Frauen geleitet!

Wieso war es zu diesen Veränderungen gekommen?

"U. a. mit Hilfe von Demonstrationen", weiß Frau Boëthius in ihrer Chronik zu berichten. Es sind die Kundgebungen gemeint, die von jener Szene ausgingen, die sich in Nachfolge der Studentenrevolte als Bringer eines neuen Menschentums verstand, das sich jetzt allmählich durch das Eindringen in das bestehende Parteiensystem und durch die Gründung alternativer Parteien etablieren sollte. Mitmarschierte ein aufsässiger Feminismus, der, eingebettet in der sicheren Mitte einer umfassenderen Bewegung und getragen von der steten Gehirnwäsche einer erstmalig so breit vorhandenen Medien-Maschinerie, sich sicher genug wußte, um seine Maßlosigkeit nicht verbergen zu brauchen.

Im Jahr 1981 legte die neue Kommission zur Untersuchung der Prostitution ihren Prostitutionsbericht vor. "Ein brillianter Bericht", wird er genannt, mit "auch literarischen Qualitäten", eine "gewaltige und schonungslose Abrechnung mit allen Mythen und aller Verlogenheit zur Frage der Prostitution..." Wie nun das Werk der Kommission mit der "Verlogenheit zur Frage der Prostitution" umgeht, zeigt uns Frau Boëthius weiter in ihrer Zusammenfassung, etwa dort, wo sie uns auf eine Begriffsdeutung hinführt, die wir einen tatkräftigen Begriffsmißbrauch nennen könnten. Es handelt sich um einen Begriff aus dem Jargon der Prostituierten Schwedens, der so aufrichtig den Opferstatus der Huren in Frage stellt, daß er von der feministischen Deutungs-Gestapo der schwedischen Kommission sofort in Gewahrsam genommen werden mußte. Es ist der Begriff "Dorsch", ein Fisch. Mit ihm bezeichnen Schwedens Straßenprostituierte den Freier. Was sagt uns dieses?

Dorsch, den Fisch, kennen wir weniger aus unserem Studium der Meere, als aus der Speisekarte. Der Dorsch ist ein Fisch, den man/frau gern verspeist, wenn man ihn erst einmal hat. Um ihn zu haben, muß er erst geangelt oder mit dem Netz eingefangen werden. Ist der Dorsch eingefangen, gehört er zum Fang. Die lange Geschichte der Fischerei lehrt uns, daß in (nahezu?) keinem der Fälle nach einem solchen Fang der Fischer oder der Angler in den Kochtopf landete, sondern stets der Dorsch oder seine sonstige Kameradschaft aus den nassen Tiefen. So ist klar, daß sich der saloppe, daher aber spontane und wahrhaftige Gebrauch dieses Gleichnisses in der Hurensprache Schwedens, miserabel eignete, um die vom Feminismus gewollte Verhältnisstruktur von Hure und Freier als jeweils Opfer und Täter zu illustrieren. Also lag der schwedischen Prostitutionsuntersuchungskommission zunächst am Herzen, den Dorsch zu kriminalisieren, ihn als den eigentlichen und einzigen Verantwortlichen zu deklarieren. Das ist nicht leicht. Listig schleicht deswegen der feministische Text um das Wort Dorsch und peilt den Überfall an:

"Das Wort 'Dorsch' (die schwedische Entsprechung für Freier) ist die Bezeichnung der Frau für den Mann bei der Prostitution, und am häufigsten wird es in der Straßenprostitution gebraucht. Es zeigt blitzartig auf einen anderen Blickwinkel, aus dem wir den Mann betrachten können." Der "blitzartig" aufgegangene "Blickwinkel", der hier erwähnt wird, kann uns aber den Mann nur als geschnapptes Opfer, als gefangenen Dorsch, zeigen. Und das ist der Grund, warum dieser Blickwinkel ebenso blitzartig wieder verlassen wird. Verhindern, daß der Leser das denken könnte, was er nicht denken soll; ist das wohl eine der literarischen Qualitäten, die uns Frau Boëthius vorankündigte?

Die Dame gleich weiter: "Das Wort ist nämlich nicht nur Ausdruck für die allgemeine Sicht der Frau auf den Mann, sondern verweist auch auf die doppelte Perspektive bei demjenigen, der ausnutzt, und dem, der ausgenutzt wird." Hier wird die spezielle Sicht der Hure auf den Freier als "allgemeine Sicht der Frau auf den Mann" hingestellt, und gleich darauf das gegenseitige sich Ausnutzen von Hure und Freier halbiert, indem das Ausnutzen des Freiers durch die Prostituierte als selbstverschuldet neutralisiert wird, nicht aber das Ausnutzen der Hure durch den Freier – alles literarische Qualitäten des Werkes: "Der Mann wird 'geschnappt' und aus der Sicht der Frau ebenfalls betrogen, da sie ihm nicht wirklich etwas von sich gibt. Doch wenn er betrogen werden will, muß er sich die Schuld dafür selbst zuschreiben - es ist kein Schäferstündchen, das er mit der Frau erhält, keine Liebe, das Ganze ist einfach ein 'Wichsakt'." (Kursives vom Verf.) Erkennen wir das Versandete der Argumentation? Genausogut könnte es nämlich für die Frau heißen: "Doch wenn sie sich prostituieren will, muß sie sich die Schuld dafür selbst zuschreiben."

Einen "Wichsakt" also könnte man in diesem Sinn auch die eben vorgeführte Einfalt des von Frau Boëthius überschwenglich gefeierten Dokuments nennen. Nur ist es ein trauriger Wichsakt, der da einen Rechtstaat zur Rechtsfindung geleiten soll.

Freilich, im gekauften Sexualakt fehlt beiderseits die emotionale Essenz. Huren und Freier wissen dies so gut wie der Kinobesucher weiß, daß ihm nur Scheinwelten vorgeführt werden. Es mag zu bemängeln sein, daß solcher Verzicht auf Essenz zugunsten schnellebigen Genusses weder einen hohen Reifezustand zwischenmenschlicher Tugenden demonstriert, noch weiterer Erbauung dient. Solcher Einwand wäre ein durchaus berechtigtes Infragestellen der Modi unserer heutigen Spaßgesellschaft. Derartige unterhalterische Selbstbetrugsrituale aber dirigistisch aufzuheben, könnte ein Staat nur mit inquisitorischem Vorgehen, wobei er von einem Wahrhaftigkeits- und Tiefenanspruch seiner Bürger ausgehen müßte, dem nur angehende Heilige in ihrem kontemplativen Umherwandern beim Abendrot eines weltentrückten anthroposophischen Meditationsdorfs nachkämen.

Der Mann, der geschnappte Dorsch, wird also "betrogen", weil ihm die Frau "nicht wirklich etwas von sich gibt"? Welcher Freier will denn überhaupt als Reisender, als eingesetzter Soldat, als neugieriger Jüngling oder frustrierter Ehemann "wirklich etwas" anderes von seiner bestellten Partnerin haben als er für gewöhnlich bekommt? Und welche Hure will zunächst etwas anderes von ihrem Dorsch, als seinen Nährwert, sprich sein Geld?

Der schwedische Gesetzgeber reagierte nicht umgehend im Sinn dieser "literarischen Qualitäten"; die Prostitution blieb erlaubt. Die Zeit war noch nicht reif, wie Feministen es nennen, wenn noch nicht alle wichtigen Institutionen von ihnen infiltriert sind. Erst die Wahlergebnisse in den neunziger Jahren brachten günstige Parteienbündnisse und eine antreibende Menge von Polit-Feministinnen an die parlamentarische Macht. Für die Zwischenzeit war gezielte und umfassende Emotionalpropaganda angesagt, durch die zum einen Politik und Bevölkerung chloroformiert, zugleich aber auch die künftigen Machthaber aufkommender linker Minderheits-Arrangements mit ihrer Aufgabe im Bereich Geschlechterpolitik im voraus vertraut werden sollten.

Zu solchen Zwecken begab sich die Vorsitzende der Kommission und Hauptverfasserin des Gutachtens Oberregierungsrätin im Zentralamt für Sozialwesen, Hanna Olson, literarisch wie faktisch ins Rotlichtmilieu. Literarisch durch ein herzerweichendes Buch über das tragische Schicksaal einer drogenabhängigen Hure, die ermordet und zerstückelt wurde, und faktisch durch "engen Kontakt" zu Prostituierten, denen sie zahlreiche Interviews abgerungen haben soll. Von Interviews Frau Olsons mit Freiern wurde nichts bekannt.

Frau Olsons Melodram zum genannten Mordfall, "Catrine und die Gerechtigkeit", bezeichnet Frau Boëthius zutreffend und ganz in unserem Sinn als "eine Fortschreibung des Prostitutionsgutachtens", das " tiefer in die menschliche Dunkelzone" vordrang. Eine nette Umschreibung von Gefühlsmanipulation!

Was die Kontakte Frau Olsons zu Prostituierten betrifft, könnten wir uns vorstellen, daß nicht jedes Mädel, das derzeit Schwedens Strich belebte, zu solchem Privileg kam. Die Auserwählten wurden sicher kaum aus den Reihen jener Prostituierten rekrutiert, die unbeschwert zugeben, daß sie viel lieber ihren Körper teilzeitlich für eine ziemlich natürliche Sache zur Verfügung stellen, als sich ganztägig und für wesentlich weniger Ertrag irgendwo anzuöden oder weitaus Unliebsameres tun zu müssen. Unzufriedene, unglückliche Menschen oder Menschen, die mit sich und den anderen nicht reibungslos auskommen, gibt es in allen Berufssparten. Es ist sicher für eine Person staatlicher Funktion ein Leichtes, solches Potential aus einer Berufsgruppe um sich zu scharen, wenn die politische Vermarktung der darin enthaltenen Biographien seiner Zielstrebungen entgegenkommt. Solche politische Gesten aber, wie Frau Olsons 'enger Kontakt zu zahlreichen Prostituierten', gehören zu den ersten und leichtesten Übungen von Demagogie und Populismus. Genauso leicht hätte man 'Opfer' im Freiermilieu ausmachen können, wenn dies politische Kräfte wünschten, aber ganz sicher unter Schwerarbeitern, Artisten aller Art, Nothelfern oder UNO-Soldaten.

Auch bestialisch ermordete Frauen und Männer kommen bekanntlich aus allen Branchen. Unser Mitleid gilt allen gleichermaßen. Mit einer Ausnahme? Die von einer lesbischen Nutte bestialisch ermordeten Freier im verfilmten Fall der Prostituierten Aileen Wournos in den USA wurden durchweg als "schmierige Familienväter, Klemmies, Brutalos, Abschaum" vorgestellt, so der 'Tagesspiegel' in der Filmbesprechung. Und bei der Filmrezension des Bayrischen Fernsehens (Frühjahr 2004) wurden wir angehalten, die Mörderinkarriere der am Ende exekutierten Widerlichen als "Fallstudie" anzusehen, die uns "einen Menschen und dessen verzweifelten Kampf um Achtung und Selbstbestimmung" dokumentierte, einen Menschen, der "dann beginnt... sich zu wehren." - Siehe da, es gibt also doch noch den Menschen! Und wer wird ihn uns präziser vorführen, als eine schmierige haßerfüllte Massenmännermörderin und frustrierte Lesbierin auf dem Hetero-Strich? Tränen jäher Ergriffenheit fluten hoch... - Doch zurück nach Schweden.

Im Jahr 1999 war es dann soweit. Die Zeit war nun 'reif' für ein Gesetz, das den Dorsch der illegalen Fischerei beschuldigte, wann immer dieser nachweislich in ein Netz gegangen war. Etwas Aufsehen hatte das Gesetz, das sich gegen die Prostitution wandte ohne die Prostituierten zu belangen, zwar erregt, aber das war auch alles. Die Methoden der Verfolgung wurden rabiat angelegt. Die dahinterwaltende Intention war deutlich erzieherisch; es wurde Wert darauf gelegt, daß ertappte Freier Post an ihrer Privatadresse bekämen, damit ihnen nach Möglichkeit ein weiteres, diesmal ein familiäres Problem erwächst. Das mutet etwas infam und rachsüchtig an; es beschleicht einen zu recht der Verdacht, daß während der Gesetzeswerdung reaktionäre Emotion ein treibender Faktor gewesen war.

Das fand in einer Zeit statt, da Straßenprostitution in Schweden nach den eigenen Schätzungen der Prostitutionsgegner von kaum mehr als 650 Frauen betrieben wurde (Stand 1997). Doch selbst zu dieser geringen Zahl hatte sich die Anzahl der Straßenprostituierten erst in den neunziger Jahren erhöht, als nach der Öffnung Osteuropas Frauen aus den osteuropäischen Ländern zu diesem Zweck in den Westen zogen. Der dreißigjährige politische Krieg gegen die Freier startete also als pseudomoralischer Kampf gegen die Prostitution während einer Zeit, da Prostitution und speziell Straßenprostitution ausgerechnet in Schweden ein wie kaum sonst in der Welt geringes Ausmaß aufwiesen. (Zum Vergleich: In Italien wird die Zahl der Straßenprostituierten auf 40.000 geschätzt. Die Gründe solcher Differenzen sollen hier nicht Gegenstand weiterer Erläuterungen werden.) Von einer besonderen Notlage für Schweden kann also im Nachhinein nicht die Rede sein, nicht einmal von ästhetisch-ethischen Auffälligkeiten im Straßenbild, die bei einzelnen Bürgern hätten Mißfallen hervorrufen können. Das Problem war gewiß ein psychologisches und die betroffene Psyche ist die Emanzenpsyche, wie sie im vorangehenden Traktat skizziert wurde.

Nur diese? Wohl nicht.

Wir begreifen die vielschichtige Beschaffenheit des Ganzen, indem wir eine weitere Forderung nach Freierverfolgung hinzuziehen, die alles andere als von der feministischen Ecke kam, die aber in ihrer auffahrenden Ausdrücklichkeit bei – nicht nur schwedischen - Feministen bestens ankommen dürfte: "Der Kunde", wird dort verlangt, "muß mehr als nur soziale Verurteilung spüren und mit der Strenge des Gesetzes konfrontiert werden", so lautete eine vatikanische Forderung im Sommer diesen Jahres anläßlich einer Tagung des Päpstlichen Migrantenrates zur Seelsorge für Prostituierte (diverse Medien berichteten am 12. Juli 2005).

Auch die weitere inhaltliche Akzentuierung des kirchlichen Textes erweist interessante Ähnlichkeiten mit den Formulierungen der feministischen Diplomatie. Das Prägnanteste ist die völlige Aufhebung des Unterschieds zwischen Zwangsprostitution (was immer gegenwärtig so genannt wird) und der Prostitution aus freien Stücken. So wurde Prostitution unabhängig aller weiteren Umstände als eine "Form moderner Sklaverei" erklärt; der Kunde muß deswegen bestraft werden, weil käufliche Sexualität, ganz gleich wie und durch wen sie zustande kommt, die weibliche Würde beleidige und die Menschenrechte der Frauen verletze.

Es wäre ein Versäumnis, die Frage auszulassen nach der Ursache dieser denkwürdigen Gleichschaltung des Vatikans mit jenen Feministinnen, die sich in ihren Publikationen nicht scheuen, die kirchlichen Repräsentanten der katholischen Institution als "Frauenhasser" zu titulieren. Hier liegt ein Schlüssel, der uns Einsicht in die Verstrickungen gewährt, die den Weg des Männer-Advokaten heutzutage erschweren. Gemeint ist die glatte Übereinstimmung zwischen konservativen Klischees, nach welchen der Mann als Macher oder Oberhaupt alle Verantwortung für das faktische wie moralische Ergehen beider Geschlechter zu tragen hat, und Interpretationen des modernistischen Feminismus, wonach den Männern und ihrem 'Patriarchat' alle erdenkliche Schuld anzulasten ist. Beachten wir noch, daß Schuld und Verantwortung ein gemeinsames Charakteristikum besitzen, das in den jeweils gebräuchlichen Verben zum Ausdruck kommt: Schuld wird angelastet, Verantwortung wird auferlegt. Beides enthält die Idee von Bürde und Joch.

Die Haltung des Vatikans in dieser Frage, das völlige Austilgen weiblicher Schuld im Prostitutionsfall in Übernahme des feministischen Klischees von Täter und Opfer, muß sich den Verdacht auf Opportunismus gefallen lassen und mag ihre Rechtfertigung darin suchen, daß sie sich gegen 'Sünde und Verfall' richtet. Allerdings hätte man vom Heiligen Vater der katholischen Christenheit, Herrn Ratzinger, in Anbetracht seines häufig schillernden kulturhistorischen Verständnisses, wie es in zahlreichen Publikationen brilliert, auch erwarten dürfen, die Dringlichkeit der Einführung einer größeren Fairneß in Geschlechterfragen mitten in der Spätphase der politisch geförderten und gelenkten Raserei namens Frauenpolitik nicht zu verkennen.

Und dieser Frauenpolitik, deren Blütentreiben in Schweden wir gerade bemusterten, wenden wir uns weiterhin zu, um, nachdem wir einige Aspekte ihrer psychologischen Urgründe und in der Folge Objekte ihrer politischen Strebsamkeit herausstellten, nun auch zu versuchen, möglichst weitere Absichten ihrer künftigen Entwicklungen im voraus zu erkennen. Dies, soweit es uns Ereignisse in der letzten Zeit erlauben. Und das tun sie!

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Quellen, Anmerkungen:

1. "Das Ende der Prostitution in Schweden?" Heute zu finden im Archiv der feministischen Rechtszeitschrift STREIT