Versuch einer Übernahme
"Kein Wort darüber im deutschsprachigen Medienraum! ... Zu heikel und zu peinlich zugleich schienen wohl der hiesigen Berichterstattung die Verlautbarungen der Präsidentin einer der größten NGOs (Nicht-Regierungs-Organisationen) Schwedens zu sein, der Frauenschutzorganisation ROKS, die mit über 11 Mio. schwedischer Kronen jährlich subventioniert wird. Die Vorsitzende befand in einem Fernsehinterview, in dem es um Rehabilitationszentren für gewalttätige Männer ging, alle Männer seien... Tiere, Maschinen und wandernde Dildos. "Finden Sie nicht? finden Sie nicht?", setzte der Giftbeutel namens Ireen von Wachenfeldt gegenüber der Reporterin nach."5
Die Präsidentin der armen, in der Verfolgung lebenden schwedischen Frauen mußte nichts von den Privilegien ihrer Position einbüssen. Im Ausland wurde der Fall so dezent behandelt, wie der Ausfall einer öffentlichen Person mit solch unterentwickelter Gemütsstruktur überhaupt nur dezent behandelt werden kann. Für uns ist einsichtlich, daß einige Berufs-Megären des Landes durch die hier dargelegten neuerlichen 'Fortschritte' ihrer Organisationen und Parteien unter die besondere Stimmung einer Art Aufwindes gerieten, der sie zu allzu spontanen Vokalisationen verführte. Ähnlich wie bei Sekten, wenn diese sich, ausgehend von einem - ihrer Auffassung gemäß - gewichtigen Ereignis, am Ende ihrer eschatologischen Zielsetzungen sehen und kurz vor ihrer Himmelfahrt hemmungsloser gegen die anderen ziehen.
So sehr wir manche gern auffahren ließen, so sehr müssen wir leider damit rechnen, daß sich das Übel noch eine Weile an wichtigen Schaltstellen des gesellschaftlichen Prozesses festsetzen wird. Dorthin beharrt also unser Blick mit dem Ziel, Fragen zu beantworten, die uns Struktur und Bedingungen des politfeministischen Phänomens weitläufiger erschließen. Gemäß dem bisherigen Ablauf unserer Ausführungen dürften wir allmählich zu den Fragen nach der Ausgangsbasis oder Prädisposition der männlichen Förderer dieser Entwicklungen übergehen. Denn sicher sind noch nie Feministinnen zu Politikern gekommen und haben erklärt, daß sie ihr Frausein verachten, was zum Männerhaß mutiert, und weil sie zudem gar nicht daran glauben, daß sie sich selbst emanzipieren könnten, dies gern der Politik auftragen möchten.
Wie also könnte sich ein erstes Prinzip nennen, das in den Köpfen weltgestaltender, zu allermeist männlicher Individuen vorherrschen und den Absichten des aufsässigen Frustes dieser Weiblichkeit Spielraum und sogar Unterstützung bieten kann? Wohlgemerkt geht es hier vorerst um ein primäres Prinzip und nicht um die gesamte Palette weiterer Faktoren, die zum Teil aus viel älteren Umwälzungen als die Frauenbewegung hervorgegangen sind und die sich uns im Lauf der weiteren Untersuchungen auch erschließen werden.
Gesagt sei indessen, daß wir es hierbei nicht mit einer im Wesentlichen speziell schwedischen Situation zu tun haben, sondern mit allgemeinen Merkmalen feministischer Polit-Mentalität, die, wenn sie auch zur Zeit in Schweden ihre offensichtlichste Ausprägung erfährt, doch überall im feministischen Westen gärt. Forderungen nämlich nach Männersteuern, Männerausgehverboten etc. sind in Regionen Zentral- und Südeuropas längst artikuliert worden. Die Quellen solcher Formulierungen könnten jene Wespennester sein, die Kernfeministinnen als Nicht-Regierungs-Organisationen lancieren, und die, getarnt in der Begrifflichkeit einer speziellen Fachrichtung wie Juristerei oder Ähnliches, ihre direkten Handlangerinnen in der Politik (nicht mehr nur im linken Lager) unterhalten und steuern.
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