Frauen und Sport
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as Unvermögen der Feministin, selbst die Tat des Mannes zu erzeugen, gepaart mit dem unabdingbaren Anspruch, diese Tat dennoch zu besetzen, bilden einen wichtigen Komplex in der kollektiv-psychologischen Problematik des Emanzentums. Wir erkennen solches häufig in Behauptungen, in denen Frauenfrauen mit angeblichen oder wirklichen Eigenschaften des weiblichen Geschlechts prahlen, die von denselben andernorts als 'typisch männlich' geächtet worden sind. Und wie beherzt diese Behauptungen sind! Im Guten wie im Bösen erscheinen in ihnen Frauen sogar besser oder schlimmer als die Männer, wo immer das erste oder das zweite dem gerade beabsichtigten Anspruch dient.
Dabei scheint jedes Maß verloren gegangen zu sein, wenn das taktische Wörtchen "eigentlich", welches die Fabulierungen weiblichen Möchtegernkönnens meistens einleitet, mittlerweile vor nichts mehr Halt macht; längst wird es nicht nur eingesetzt, um uns die Frauen als die eigentlich Besseren in vage eingrenzbaren Eigenschaften unterzujubeln, wie es einige schwerer nachprüfbare mental-moralische Vorzüge sind, sondern auch immer mehr in solchen, deren Zwangsverweiblichung aller Erfahrung der Vernunft mit der Wirklichkeit zuwider läuft.
Exemplarische Beispiele solcher Sehnsucht nach Mannsgleichheit begegnen uns häufig in den jubilierenden Reaktionen der Feministinnen über Leistungen ihrer Geschlechtsgenossinnen in vorwiegend von Männern dominierten Leistungsgebieten. Bezeichnend ist etwa der Eifer, mit dem Frauen die Notwendigkeit vermittelt werden soll, Muskulatur zu entwickeln und sich - zwecks Stärkung ihres Selbstbewusstseins - Kampfsportarten anzueignen. Was macht es schon, daß solche Empfehlungen von den gleichen ausgehen, die im Blick auf den Mann Muskelkraft und körperliche Überlegenheit gern als obsolete Reminiszenz vergangener Entwicklungsstufen der Evolution ansehen möchten?
Doch gesetzt, solche Eigenschaften hätten trotz einer evolutionären Rückständigkeit noch einen Wert der Selbstbewußtseinsbildung oder "Identitätsstiftung" (was durchaus der Fall ist!), müßte das dadurch zu erreichende weibliche Selbstbewußtsein nicht weiterhin dem des ohnehin muskulöseren, größeren und schnelleren Mannes unterliegen? Sind Feministinnen etwa dem Wahn anheimgefallen, auch hinsichtlich physischer Kräfte einmal effizienter als der Mann oder gleich effizient wie dieser werden zu können? Ist das wohl der Grund, warum mit auffälliger Emsigkeit Sport 'nur für Frauen', Selbstverteidigungskurse 'nur für Mädchen' und ähnliche Rituale von allen möglichen Trägern und Förderern - oft in politischer Begleitung - initiiert, wie Pilze aus dem Boden schießen?
Es überrascht so nicht, wenn EMMA gern das Bild einer muskulösen Athletin präsentiert, die in typisch männlichem Gehabe ein Siegestor feiert, das sie zur "Fußballweltmeisterin 1999" hob. Ein kleines Wörtchen aber, ein Wörtchen, das EMMA und ihresgleichen sonst nie vergessen, fehlt in der Bezeichnung. Denn "die US-Stürmerin Brandi Chastain, die sich im Freudentaumel nach dem Siegestor der neuen Fußballweltmeisterinnen 1999 ihr Trikot über den Kopf reißt", wurde bloß Frauenfußballweltmeisterin und nicht Fußballweltmeisterin schlechthin; denn zu diesem Titel hätte ihre Weibschaft die beste Mannschaft besiegt haben müssen und nicht bloß eine andere Weibschaft, wie es der Fall bei diesem von der EMMA mitgefeierten Ereignis war.1
Bitte was? "Weibschaft" oder vielleicht "Frauschaft"? Gibt es denn diese Wörter im Sportjargon? - Nein?
Fahren wir also mit der Frage fort, warum es diese Wörter nicht gibt. Denn, wie kann es sein, daß jene bis zum Absurden hinreichenden Bestrebungen einer Sprachfeminisierung, wie wir sie auf diesen Seiten schon kennenlernten,2 die nicht einmal davor halt machten, für 'der Bahnhof' 'die Bahnhof' vorzuschlagen und die dem Wort "Mann" längst kein gutes Haar mehr beließen, sich noch nicht dafür einsetzten, daß auch das Wort "Mannschaft" für ein nur aus Frauen bestehendes Team, und dazu für ein Team, daß die höchst mögliche physische Leistung der Frau dokumentiert (wie Sportfrauschaften es tun), mit dem für diesen Fall selbstverständlichsten aller Wörter, eben mit dem Wort "Weibschaft" bzw. "Frauschaft" zu ersetzen?


