Haß auf die Männer - Ansatz einer Analyse
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er feministische Haß wie die Bereitschaft vieler Männer, ihn bewußt mitzutragen oder ihm weniger bewußt zu willfahren, beschäftigen immer häufiger das zeitkritische Denken. Besonders was das Verhalten männlicher Feministen aber betrifft, werden bei diesen Überlegungen kaum die Hauptursachen erfaßt. Der Grund ist, daß Haß als Emotion oder Affekt wahrgenommen wird und seine Gründe spontan - ohne analysierende Überlegungen - ebenso im Bereich der Emotion und des Triebes gesucht werden. Es ist, wie wenn bei der Erkundung des Wassers die Aufmerksamkeit sich allein auf seine flüssige Manifestation in Seen und Flüssen richtet und so übersehen wird, daß Wasser auch als Dunst und Wolke existiert, und man ihm so nicht bloß beim Baden begegnet, sondern auch beim gewöhnlichen Spazierengehen im vermeintlich Trocknen an einem herbstlichen Tag. Männerhaß liegt ebenso 'im Äther' und nicht nur in den damit gefüllten Eimern, über die man in der Frauenbuchhandlung, im Lesbenverein oder im frauenbewegten Abendprogramm der ARD stolpert.
Das Orten der Männerfeindlichkeitsquellen dort, wo Männerfeindlichkeit spontan auftritt, verkennt leicht ihre Wirksamkeit aus dem Subtileren heraus; das Ausspähen des emotionalen Gebietes als des einzigen Herkunftsortes dieses Hasses versperrt den Blick auf die geistig-intellektuellen Gefilde, in welchen seine Keime besonders effizient genährt und gezüchtet wurden.
Dennoch wird vielfach der Begriff "Muttersöhnchen" für Feministen gebraucht, um die erzieherische Hegemonie der Frauen und die so entstandene Mutter-Kind-Abhängigkeit des Mannes als die primären Gründe für die Feminismushörigkeit vieler Männer zu betonen. Ferner wird die während der von der Mutter inszenierten Erziehungsphase den Männern eingepfropfte Haltung, sich Frauen gegenüber hilfreich und galant-andienlich zu erweisen, als Motiv männlicher Selbstvernachlässigung aufgefaßt. Auch das übliche Konkurrenzbewußtsein zwischen Männern wird oft angeführt. Zu alledem wird spekuliert, daß die sexuelle Abhängigkeit des Mannes ("schwanzgesteuert") ihn dazu führt, privat oder als Politiker den Wünschen der Frauen zu entsprechen, um bei ihnen anzukommen. Oder es werden gar Abarten des sexuellen Verlangens wie etwa Masochismus als eine Ursache genannt, die entsprechend veranlagte Männer verführt, der Männerfeindlichkeit einen genießerischen Aspekt abzugewinnen.
Alle diese Gründe lassen sich aber stark relativieren, zum Teil sogar gänzlich aufheben. Sie können zwar in individuellen Fällen durchaus als begünstigende Faktoren einer gewissen Selbstverleugnung bei Männern herhalten. Um einen Zeitgeist aber heraufzubeschwören und zu tragen, wären diese Faktoren nicht in der Lage. Im folgenden eine kurze Erläuterung der Gründe:
Die Wirksamkeit der mütterlichen Erziehung beschränkt sich auf die Zeit vor der Einschulung, und diese Zeit liegt zugleich vor der bewußten Ich-Präsenz des Kindes. Dieses Bewußtsein, dessen Aufkommen vom - vor allem männlichen - Individuum ohnehin als eine Art zweiter Abnabelung empfunden wird, wird eher von der weiteren Erziehung in der Schule als von der Mutter geprägt, und erst hier, zur rechten Zeit also, setzen jene ideologisch motivierten Erziehungsweisen des Feminismus an. Der Schulgang ist die erste Erfahrung von Selbständigkeit, die erste vom Kind ernstgenommene selbständige Unternehmung. Sie wird als eine neue, sehr grundlegende Erfahrung erlebt, die völlig heterogen zu der in der Familie ist und eine neue entscheidende Phase insofern darstellt, als sich der junge Mensch erstmals außerhalb des gewohnten, sicheren Familienkreises auf sich selbst angewiesen erlebt. Sie ist bereits Sozialisation. Die Schule kann das noch ausbügeln, was 'die doofe Mami' angerichtet hat. Und sie, die Schule, ist es, die ebenso Verheerendes durch ideologische Unterwanderung anrichten kann.


