Von Vorbildern und Hintergedanken
Passendes Zitat: "Männer bevorzugen es, selber zu arbeiten und wollen nicht, dass die Frauen das auch tun. Soweit ganz praktisch, führt aber letztlich zur Entmündigung und Herabsetzung der Frau. Wer sagt denn, dass Frauen nicht auch einen Betonmischer bedienen können? Wer sagt denn, dass wir nicht auch nachts bei Regen Eisenbahnschienen verlegen können? Wer sagt denn, dass wir nicht auch jede Drecksarbeit erledigen können? Wir können das! Wir wollen bloß nicht. Wir wollen die guten Jobs, den Rest sollen die haarigen Nutztiere erledigen. Wir wollen in die Chefetage, an die Schreibtische der Macht! Das Dumme ist nur: Wenn frau das offen fordert, klingt das ein ganz klein wenig egozentrisch. Deshalb müssen wir leider bis auf weiteres so tun, als wollten wir wirklich dieselben Rechte in der Arbeitswelt wie Männer."2
Die "Selbstverachtung" der Frauen und die "implizierte Verachtung des eigenen Geschlechts" wurzelt nicht in der Anerkennung der besonderen Leistungsfähigkeit des Mannes, einer Leistungsfähigkeit, die ihm nicht nur über neunzig Prozent der Spitzenjobs, sondern auch nahezu hundert Prozent der miesesten Jobs und Aufgaben beschert. Einen geeigneteren Boden für ihr Wachstum findet diese Selbstverachtung in der infantilen Maßlosigkeit der Forderungen nach jener 'Hälfte des Himmels', die keine Hölle kennen will, und die allein durch ideologische Propaganda und Förderprogramme erobert werden soll. Kein Wunder also, wenn die "neue Frau" in ihrer medialen Ausstrahlung, wie diese von den weiblichen Vertretern in Werbung und Unterhaltung ausgeht, die des egozentrischen, feschen, rechthaberischen und rücksichtslosen Kleinbiestes ist, das seine Karikatur von Selbstverwirklichung häufig mit den Glossen einer Verpiss-Dich-Power und dem kindischen Gehabe hirnloser Anmaßung signiert. Auch das oben angeführte Zitat trägt in dieser Hinsicht untrügliche Merkmale: Der Offenheit, mit welcher die Gerissenheit der feministischen Strategien dargelegt wird, gesellt sich dort, wo die Rede von arbeitenden Männern als von 'haarigen Nutztieren' ist, die obligatorische Dummdreistigkeit kindsfraulicher Impertinenz.
Es ist die neue Version der Kindsfrau: die feministische. Die Differenz zu der Kindsfrau vergangener Jahrzehnte beruht darauf, daß die neuere nicht etwa mit ihrer Naivität prahlt, um sich die Hilfestellung des mitleidigen, aber entzückten Mannes zu sichern. Vielmehr handelt die neue Kindsfrau in der Gewißheit, den gesamten gesellschaftlichen und politischen Apparat hinter sich zu haben, der sie zum Maskottchen und Wahrzeichen seines progressistischen Alles-ist-möglich-Hirngespinsts benutzt. Das macht sie 'stark' und 'unabhängig'. Aber teilweise auch nicht weniger anwidernd.
_____________________


