Girls' Day-2002 and the Day after
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inmal im Jahr feiert in deutschen Schulen ein Teil der Schülerschaft seinen ganz speziellen, eigens zu seiner Förderung eingerichteten Tag. Es feiert nur der weibliche Teil der Schülerschaft, begangen wird an diesem Tag der bundesweite Mädchen-Zukunftstag, auch nach dem amerikanischen Girls' Day genannt.
Ziel der jährlichen Veranstaltungen um den Girls' Day ist, den Mädchen Berufsperspektiven zu eröffnen, in denen sich sonst besonders Jungen bzw. Männer hervortun. Zumeist geht es technische Berufe an. Zu den Institutionen, die bundesweit die Durchführung der einschlägigen Aktionen unterstützen, gehören: das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), die Bundesanstalt für Arbeit (BA) und andere Behörden, Vereine und Verbände. Die Aktionslandkarte ist so dicht bestückt wie die von Geldautomaten in einem westlichen Industrieland. Veranstaltungshinweise und Anzeigen werden in den lokalen Medien veröffentlicht, ferner wird um das Spektakel in den Berufsinformationszentren der Arbeitsämter mit Plakaten und Flugblättern geworben; Berufsberater der Arbeitsämter informieren in Veranstaltungen über den Girls' Day.
Die Aktionspläne dürften sich für technisch interessierte Jungen wie Leckerbissen ausnehmen:
Es wird Bekanntschaft mit dem Arbeitsalltag von Wissenschaftlern an Windkanälen, in Lehrwerkstätten, Schlossereien, Modellwerkstätten, Konstruktionsbüros und den Labors des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt gemacht. In der Fertigung kleinerer Werkstücke wird das eigene Talent erprobt, Stolz und Genugtuung gezeugt. Es werden Sicherheitsbereiche von Rechenzentren besucht, und in der Bundestagsfraktion Bündnis90/Die Grünen darf an diesem Tag erlebt werden, wie Politik gemacht wird. Es wird in Form von Workshops am Alltag von Online-Journalisten geschnuppert, es werden Artikel geschrieben, Fotos gemacht und ins Internet gestellt.
Doch Jungen müssen bei alledem draußen bleiben. Und es stellt sich die Frage, warum?
Denn sollten diese Aktionen bezwecken, daß Mädchen ein größeres Interesse für technische Berufe erlangen, - sind es nicht Berufe, die sich diese Mädchen und spätere Frauen einmal mit männlichen Kollegen teilen werden müssen? Selbst wenn es angebracht sein sollte, primär Mädchen solche Perspektiven zu eröffnen, weil die 'Eroberung von Männerdomänen' vorangetrieben werden muß, - wäre es nicht gerade deswegen wünschenswert, daß die angeblichen Noch-Inhaber dieser Domänen, die Männer (hier Jungen), dabei seien, um selbst von der Demonstration weiblicher Kompetenz zur rechten Zeit überzeugt zu werden und nicht weiterhin Alleinanspruch zu hegen? Sollen diese 'Domänen' etwa nicht 'erobert', sondern eher geklaut werden, daß deren bisherige Inhaber bei der Besichtigung abwesend sein müssen?
Und wie ist es mit der Verantwortung von Ausgrenzung? Wie kann Ausgrenzung, die als der psychologische Nährboden von Vorurteilen gilt, im Denken all der bildungsrelevanten Personen, die sich bei diesen Aktionen engagieren, als ein adäquates Mittel für die Behebung von Vorurteilen fungieren? Und wenn Separatismus geeignet zur Förderung von Mädchen wäre, stellte dies nicht das ganze System der Koedukation in Frage? Welche Gründe also sind es wirklich, die solche Apartheid ersinnen und durchsetzen?
Wir kennen die Antwort und haben diese schon an anderer Stelle auf diesen Seiten ausgeführt.1 'Frauenförderung' und 'Männerbehinderung' (wir wissen es von berufener Seite) sind im Denken jenes Geistes, der hier konsequent ein Ungeist genannt wird, Synonyme. Das rührt von der verdrängten Gewißheit der eigenen Unzulänglichkeit bei Feministinnen her, die dazu führt, auch ein jegliches als Gewinn für das Weibliche zu definieren, was an Verlust oder Hindernis dem Maskulinen zugefügt wird. Girls' Day ist wie alle feministischen Einrichtungen, die Männliches ausgrenzen, herabsetzen oder benachteiligen, von diesem Geist geprägt!


