Von der grundsätzlichen Inkompetenz des Feminismus und den Folgen ihrer sozialpolitischen Kompensation
Ein Gang gegen den Mann und gegen die Natur
W
ir sollten über die Äußerungen der Ministerin zur geschlechterpolitischen Rechtfertigung einer Männerbehinderung1 im Grunde zu Dank verpflichtet sein. Denn damit sprach sie nichts anderes aus als das, was aufzuzeigen der Sinn dieser Seiten ist: Daß der Feminismus durch sein Dogma eines vermeintlich naturgegebenen Gleichseins der Geschlechter, das bloß durch Kultur und Sozialisation aufgehoben wird, notwendigerweise in der Praxis pervertieren muß, weil diese Annahme falsch ist und so alle nivellierenden Maßnahmen, welche die Geschlechterumrisse in allen Erscheinungsformen des gesellschaftlichen Lebens aneinander anzugleichen suchen, versagen müssen; es sei denn, die Geschlechterkonturen werden verfremdet oder eliminiert, wobei die Umrisse des größeren Umfanges geschmälert, also die Männer negiert, gehindert, unterdrückt werden müssen.
Das Dogma vom undifferenzierten Menschen, der die Gestalten von Mann und Frau nur im Rahmen eines 'patriarchalen' Konstrukts annimmt, macht dem Feministen den Naturbegriff, wo immer dieser auf die Geschlechter angewandt wird, so unerträglich, daß selbst derjenige, der einen so selbstverständlich-weiblichen Zustand wie die Schwangerschaft als einen natürlichen anführt, Objekt eines Angriffs werden kann, als sei dies seine willkürliche Behauptung oder seine Einbildung, das, was er für die Natur der Frau hält.
Wie sich der feministische Gang gegen die Geschlechternatur auf der ideologischen Ebene vollzieht, indem er sogar in den Wissenschaften seltsame Blüten treibt, um seinem Diktat den Anstrich der Wahrheit zu verleihen, könnte uns in künftigen Ausführungen auf diesen Seiten erheitern. Und künftig sollen uns auch die Maßnahmen im einzelnen vor Auge geführt werden, durch welche die 'sanfte Revolution' ihre sozialpolitische Dekadenz vor allem durch eine allmählich manipulierte Gesetzgebung herbeiführte, die uns als die zentrale inhaltliche Manifestation der sog. Frauenbewegung erscheinen wird. In beiden Fällen werden wir einer unheimlichen Gewalt gewahr, die sich bis in letzter Konsequenz erpicht zeigt, im ersten Fall die Strukturen des vernünftigen Denkens und im zweiten die des ethischen Miteinanders der Geschlechter auszulöschen!
Es könnte vergeblich sein, nach einem passenderen Begriff für dieses Anliegen des Feminismus (die Geschlechter anzugleichen indem er das Männliche schmälert) zu suchen, als dem der 'Behinderung des Mannes'. Daß diese gerade von einem demokratisch von beiden Geschlechtern gewählten Volksvertreter hier ansatzmäßig als politisches Ziel hingestellt wird, und das unter Vereinnahmung der Funktionen eines Ressorts, dessen Aufgabenstellung eine sehr ernste ist, ja eine, die für die betroffenen Individuen gar eine tragische werden kann, hätte in einer etwas wachsameren Gesellschaft ethische Fragen aufwerfen und die Forderung nach Konsequenzen mit sich ziehen sollen. Erstaunlich genug, daß nirgends eine kritische Stimme zu vernehmen war, unglaublich der Schlaf dieser Zeit! Denn gerade in den letzten Jahren haben sich erhebliche Männerbehinderungsmaßnahmen als Gesetze manifestiert, die bis zu der Aufhebung elementarer Grundrechte für Männer führten.
Das angebliche Ziel des Opferschutzes bei den letzteren dieser Maßnahmen durchschaut man schnell als bloßen Vorwand, sobald man die Methoden, mit denen diese Maßnahmen durchgesetzt wurden, und die Aktivitäten an der Peripherie dieser Ereignisse betrachtet. Was man dabei erkennt, ist nichts weniger, als daß gegenwärtig methodisch und entschieden daran gearbeitet wird, an allen gesetzlichen Punkten, die geschlechterspezifische Folgen implizieren, einen Polizeistaat gegen den Mann zu errichten!
Doch überlassen wir weitere Begründungen späterer Beiträge.
Hier sollen - anhand aktueller Ereignisse - der psychologische Faktor und das methodische Vorgehen angezeigt werden, die der Feminismus bei seinem Versuch, die Männer entweder für seine Dienste zu vereinnahmen oder aber sie in ihrer Sache zu behindern, an den Tag legt. Dieser Faktor ist im Titel dieses Nachwortes angedeutet und hängt mit einem Problem zusammen, das jeder Vergegenständlichung des Feminismus innewohnt; mit einem im Diskurs peinlich gemiedenen Problem, das wir auch sein eigentliches Drama nennen dürfen.


