DER MASKULIST
16.11.2003

Dämmerung

E

ine hitzige Debatte kann man sie höchstens aufgrund der Rekordtemperaturen nennen, die zu der Zeit, im Juli 2003, hierzulande herrschten. Denn wie aus weiblichem Mund gute zwei Wochen nach dem Artikel in der FAZ konstatiert wurde: "Niemand antwortete." Mit "niemand" ist "kein Mann" gemeint, denn Frauen antworteten schon; zum Teil sogar sehr richtig. Worum aber ging es? Worauf hätten Männer antworten sollen und warum unterließen sie das?

Wir sprechen gerade von den zum Teil ausgebliebenen Reaktionen auf einen Artikel des Mitherausgebers der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Frank Schirrmacher, einen Artikel, der sich mit der dramatischen Opulenz einer "Männerdämmerung" zu betiteln vorwagte.1 Warum aber meldeten sich die Männer nicht? Warum war den Männern ihre eigene Dämmerung so wenig von Interesse? Es ist zu vermuten, daß diese Abstinenz weniger an den Männern als an dem Artikel des FAZ-Herausgebers lag. Denn das Zusammenwirken der vielversprechenden Betitelung mit den eher mageren Begründungen einer "Männerdämmerung" ließ wohl die allermeisten Männer wie vor einem Kind stehen, das uns - mit einem Laken über dem Kopf - herumfuchtelnd als Gespenst beängstigen möchte. Was stellen oft verständige Erwachsene nicht alles an, um die erheiternde Illusion des Kindes zu bestätigen, indem sie sich schicklich furchtsam zu zeigen suchen. Doch Männer reagierten auf den Artikel des Herrn Schirrmacher nicht so gnädig; allein Frauen taten das! Ob dies mit einem stärkeren Bezug zu überspannter Kindlichkeit zusammenhängt?

Nun kurz etwas zum Inhalt der Monumental-Warnung des FAZ-Artikels: Das Denken und mit ihm alle Meinung werde heute fast zu achtzig Prozent von Frauen bestimmt. Erkennen könne man es schon daran, daß "in den Kampffliegern der amerikanischen Luftwaffe" eine weibliche Computerstimme spricht! Der Grund ist, daß "Menschen im Streß" - dies legten "psychiatrische Untersuchungen" nahe - "von einem gewissen Grad an am verläßlichsten auf die Stimme von Frauen" reagierten. Und warum? "Womöglich ist es die Stimme der Mutter, die zu ihnen spricht, oder der Geliebten oder die der Ehefrau." (Gott bewahre heutzutage was letztere dieser Stimmen betrifft!)

Falsch, geehrter FAZ-Herausgeber! Es ist schlicht und einfach die Stimme der Frau, die da spricht, und wir brauchen keine biologischen Bezüge, um ihr Privileg inneren Befriedens zu erklären, sondern rein gesellschaftliche. Auch ist das kein neuer Sachverhalt. Die Stimme der Frau ist nämlich die Stimme jenes Wesens, das aufgrund seiner jahrtausendelangen Schonung und Bevorzugung (van Creveld) vor allen Streßsituationen bewahrt, allen Gefahren ferngehalten wurde; es ist die Stimme des Wesens, das nie in Kriege ziehen mußte, nie Städte, Schiffe, Brunnen, Straßen schuf, nicht hunderttausendfach am Bau eines Sueskanals krepierte, nie zu schmelzenden Reaktoren befohlen wurde, nie Bomben entschärfte, sich kaum im Inneren der Erde aufhielt als Stollen stürzten, kaum auf hoher See mit Schiffen sank und, wo letzteres geschehen sein mag: nie wurde ihm die Pistole auf die Brust gesetzt, damit es die Rettungsboote für andere freiläßt. Um die Stimme der Frau als lebendes Symbol bergender Sicherheit und Beschaulichkeit, als eines urtypischen Attributes ungestörter, garantiert gefahrfreier Innerlichkeit zu entdecken, brauchten wir gewiß nicht die Psychiatrie. Etwas Psychologie brauchten wir bestenfalls, um die Gründe zu beleuchten, warum Frank Schirrmacher eine solch triviale Selbstverständlichkeit als einen "Punkt der gesellschaftlichen Evolution" und damit als etwas großartig Neues hinstellen möchte.

(Und selbst wenn die Stimme der Frau bei "Menschen im Streß", aber erst "von einem gewissen Grad an" (also nur beim großen Streß) eine besondere Wirksamkeit hätte, müßte dies nicht heißen, daß sie in allen anderen Situationen, die nicht mit der Überwindung akuter Gefahren zu tun haben, auch einen anderen Stellenwert einnimmt?)

Sodann eröffnet uns der FAZ-Redakteur einen weiteren Anhaltspunkt seines Befundes einer "Männerdämmerung": dies sei die Verweiblichung der Medien. Denn durch ihre enorme Präsenz in den Medien seien Frauen dabei, die "Bewußtseinsindustrie" zu übernehmen. Es werden nun die Namen von Moderatorinnen, Literaturkritikerinnen und Erbinnen von Verlagen angeführt, allen voran die erfolgreiche Moderatorin der gleichnamigen Sendung, Sabine Christiansen. Es wird dazu der redegewandte CDU-Politiker Friedrich Merz zitiert, wie dieser zur zweihundertfünfzigsten Folge der Sendung das Kompliment offeriert: "Diese Sendung bestimmt die politische Agenda in Deutschland mehr als der Deutsche Bundestag." Nicht nur daß dies, wie Komplimente und Beteuerungen schon immer gewesen, eine liebenswerte Überspitzung war. Es beschrieb außerdem ein Ergebnis, das keineswegs dem Wirken der Moderatorin zu verdanken ist (Frau Christiansen hätte vermutlich alleine nicht das Geringste im Bundestag zu veranlassen), sondern dem Stellenwert ihrer Gäste, für deren biologisches Geschlecht Frau Christiansen einst vom feministischen Verbund der Medienfrauen mit der 'Sauren Gurke', einer Negativauszeichnung der Feministinnen, gestraft wurde.

Doch solch feine Strukturen von Interessenlagen und daraus resultierenden Verquickungen scheinen für Herrn Schirrmacher unsichtbar zu sein, er reflektiert darauf gar nicht, kein Wort über Frau Christiansen als einer der wenigen, alljährlich auserkorenen Empfänger wider Willen des länglichen, als eingemachte Spezialität nach Hausfrauen (Un-)Art vergebenen Gemüses. Statt dessen wird uns die bedenklich einfache Sicht aufgetischt: Herr Merz führte uns mit dieser seiner Gratulation die "bedingungslose Unterwerfung eines Mannes unter eine Frau" vor. Merkwürdige Phantasien! Zumal der Schreiber ihm, dem Herrn Merz, dazu noch "eine dominante Vorsitzende" gern an die Seite stellt. Ob Frank Schirrmacher schon Herrn Merz bei Frau Christiansen oder seiner Parteivorsitzenden unterwürfig den Boden schrubben oder hartnäckige Flecken im Geschirr entfernen sieht?

Weitere Belege des "Männerdämmerung"-Autors aus der Vergangenheit, die uns über Friedrich Nietzsches Schwester und Richard Wagners Witwe bis hin zur antiken Klytämnestra führen, entkräften nur weiter seine Positionen: Die beiden ersten Damen sind hervorragende Beispiele dafür, daß sich Frauen nur in bezug auf die Werke 'großer Männer' ein Stückchen dieser Größe zuteilen durften, und nach Klytämnestra kam der Sohn Orest, der, als Hauptfigur der "Orestie", dem Werk, durch welches wir auch Klytämnestra kennen, die ausgerutschten Machtverhältnisse wieder dadurch ebnete, daß er den durch seine Mutter Klytämnestra begangenen Mord an seinem Vater Agamemnon mit der Ermordung seiner Mutter rächte, wobei er sich - unter der Schirmherrschaft Apolls - die Zustimmung der mutterlosen Athene einheimste und dabei die Tradition der Erynnien, der natur- und mutterrechtlichen Hüterinnen des 'alten Rechts' (Aischylos), zerbrach. Alles andere also als Symbolfiguren einer aufkommenden Weibesherrschaft!

Und so eben kein Wunder, daß es auch Frauen waren, die darauf antworteten. Das taten sie in Artikeln und Fernsehrunden, indem sie sich in den altbekannten Widersprüchen verfingen, die zum einen die Prognosen ihrer Machtübernahme verneinten (nur schön Opfer bleiben), zum anderen aber den Fakt ihres Heraufkommens bestätigten!? (Frauen können so etwas.)

Doch eine Spur von Erkenntnisbestreben - wenn auch eine etwas unscharfe - ist im Artikel des Herrn Schirrmacher vorhanden. Nachdem er nämlich die drohende Mitteilung kundtat, daß jene Witwe des großen Komponisten wie eine "schwarzgekleidete, unnahbare, in ewige Händel verstrickte Witwe" nun als kollektiver "Cosima-Effekt" (nett zusammengeklemmt!) "umzukehren beginnt" (wer bekommt hier nicht die Gänsehaut?), resultierte er: "Frauen übernehmen die Vermittlung und sogar die Macht in einer zerfallenden Gesellschaft." Exakt! Ganz so, wie auch wir das meinen. Wir fügen aber unbedingt hinzu: und nur in einer solchen! Wobei wir die Schwierigkeit der Frage voll anerkennen, ob nun zuerst der Zerfall oder die Macht der Frauen solche Gesellschaften heimsuchten. Vermutlich wäscht hier eine Hand die andere. Damit sind wir aber beim nächsten Teilnehmer dieser allzu sommerlichen Debatte angelangt.

Big Sister - "genützt oder geschadet?"

"Die Literatur ist weiblicher geworden", stellte auch Hans-Christoph Buch in DIE WELT wenige Tage später im Artikel "Big Sister" fest.2 Der Bereich Literatur ist mit jenem der Medien verwandt. Doch Herr Buch vermochte offenbar der betörenden Wirkung der hochsommerlichen Temperaturen besser standzuhalten, wie die reflektierende Tüchtigkeit seiner Analyse zeigte, die uns wie eine Vorwegnahme des ersehnten erlösenden Gewitters erfrischte. Denn er fragte! Und er fragte: "Hat ihr", der Literatur, "das genützt oder geschadet?" Und Herr Buch antwortete auch:

Die Zunahme weiblicher Präsenz im Kulturbetrieb - in Literatur und Medien - geht mit einer Verflachung einher, deren Ziel die Nivellierung der Leistung zwecks Gleichstellung ist. (Leser dieser Seiten wissen, daß hier dem 'Maskulisten' aus der Seele gesprochen wird.) Verdeutlicht wird der Sachverhalt im Zitat dieses wahrhaft Nachdenkenden: "Es ist verlogen, wenn in den Lehrplänen der in den USA florierenden "Cultural Studies" Pidgin-English gleichberechtigt neben Altgriechisch oder Hebräisch steht und afro-amerikanischen Frisuren derselbe künstlerische Rang zuerkannt wird wie der Bibel oder den Epen Homers."

Im Schlußabsatz seiner Philippika erläutert uns Herr Buch den Irrtum sogar im Diagramm: "Jeder Kanon, wie auch immer er geartet sei, beruht auf einer vertikalen Hierarchie, einem Wertesystem, um das niemand sich herumdrücken kann". Ein Werk erhält demnach einen Rang, der gemäß dem Können, Wissen oder Reflektieren seines Schöpfers wie auch dem allgemeinen Wert seiner Gattung (Gemälde oder Karikatur, Witz oder Gedicht) höher oder tiefer steht! Gegenwärtig wird aber diese vertikale Struktur ignoriert und verschiedene, "heterogene Kulturphänomene" werden "horizontal aneinanderreiht." Diese Neigung, welche die Auseinandersetzung um Werte und folglich jede "Härte und Aggressivität" vermeidet, ja verdrängt und dafür "Konsens und Kompromiss" verkultiviert, "ist... im Kulturbetrieb zu beobachten", vor allem in der weiblichen Literatur. Denn "Feminismus und Pazifismus sind zwei Seiten derselben Medaille und haben die Eigen- und Fremdwahrnehmung... in den vergangenen Jahrzehnten entscheidend geprägt."

Herr Buch belegt seine Behauptung durch die Darstellung offensichtlicher Züge der Frauenliteratur, in welcher, statt neugieriger Auseinandersetzung mit dem, "was sie so heftig ablehnt und mit allen Mitteln zu verhindern sucht", entschiedenes "Artikulationsverbot" herrscht. Er schildert diese Haltung anhand einer Begegnung mit der pazifistischen Politikerin und Vizepräsidentin des Bundestages Antje Vollmer zu seinem in dieser Zeit neu erschienenen Buch "Blut im Schuh", einer Sammlung von Kriegsreportagen. "Eine kluge Frau" nennt er Frau Vollmer. "Trotzdem kam sie zu spät und hatte mein Buch gar nicht oder nur in Auszügen gelesen. Mehr als dieser entschuldbare Umstand überraschte mich ihre Unkenntnis (die bis zu körperlich spürbarer Abneigung ging) gegenüber der von Männern bestimmten Welt, die ich in meinen Reportagen schilderte. Psychologisch verständlich..., aber eine Vorkämpferin der Friedensbewegung vom Range Antje Vollmers sollte doch neugierig sein auf das, was sie so heftig ablehnt und mit allen Mitteln zu verhindern sucht."

"Artikulationsverbot", so nannte Hans-Christoph Buch jene Zensur, der "auch formale Experimente und schwer verständliche Texte" zum Opfer fallen, weil sie "keine Chance gegen eine von Frauen produzierte Wohlfühl-Literatur, die nett und flüssig geschrieben, aber an Harmlosigkeit kaum zu überbieten ist", haben. Herzerfrischend, wenn er von "Wellness" als "das Modewort dafür" spricht, das Wort, das eine Literatur meint, die "in einem luftleeren Raum" spielt, sich in der Regel mit Beziehungsproblemen befaßt und keinen Gedanken darauf verschwendet, eine "überindividuelle, gesellschaftliche... historische Erdung des Textes" herzustellen; deren "einzige Neuerung" darin besteht, dass das erotische Begehren sich nicht nur auf das fremde, sondern auch aufs eigene Geschlecht richten kann. Aber auch das ist nicht wirklich neu, denn lesbisch oder schwul zu sein, ist derzeit 'in'".

Daß Herr Buch seine Zeit präzis-einfühlsam erlebt, erkennt man aber vor allem dort in seiner Analyse, wo er die Seichtheit des modernen Kulturlebens an der vergeblichen Lust zur Provokation erfaßt; an jenem naiven Irrglauben, daß man sich mit Ideen und Ausdrucksweisen zur Avantgarde erheben könnte, die vor einigen Jahrzehnten vielleicht schockiert hätten, die aber heute "keinerlei Erkenntnisschübe mehr" auslösen, sondern die "ihnen einst innewohnende Provokation längst eingebüßt" haben und "in die Werbe- und Fernsehästhetik abgewandert" sind, wo sie "längst Bestandteil industriell produzierter Videoclips" geworden sind.

Die großartige Prägnanz und Evidenz solch erfrischenden Erkennens im Vergleich zu den reißerischen Sensationsbrocken des Herrn Schirrmacher, die ihr reges Beteuern auf eine allzu bemühte "horizontale" Scheinfakten-Sammlung stützten, ließ den Wunsch in uns aufkommen, Herr Schirrmacher möge doch des Herrn Buch Darlegungen gelesen haben. Dieser Wunsch wurde erfüllt! Das wußten wir neun Tage später.

Streß unter den Anti-Männern

In der Zwischenzeit stiegen die Temperaturen des schon während seiner Dauer legendär gewordenen Sommers 2003 nicht nur Mansardenbewohnern bis zur Qual an. Und am 21. Juli unternahm der FAZ-Chef den Versuch, mit Hans-Christoph Buch abzurechnen.3 Und er verrechnete sich. Aber sehr ergiebig! Für uns allerdings. Der Artikel des Herrn Schirrmacher, auf welchen wir uns beziehen, war frei genug, um reichlich Angriffslust und deftige Verärgerung zum Ausdruck zu bringen. Auch vergaß der Autor nicht, einen großen Sack mitzubringen, wenngleich dieser sich am Schluß nicht als groß genug erwiesen hätte, um Hans-Christoph Buch darin einzuschnüren. Darauf stand: "Frauenfeind!" - nein, nicht ganz so unbefangen; es hieß: "Ein Schriftsteller attackiert die Frauen", und daß dies auf einem "Peter-Pan-Syndrom" beruhte, auf der Unfähigkeit also erwachsen zu werden, die hier ausgerechnet Herrn Buch zugeschrieben werden sollte!

Denn Erwachsenwerden, das sei nicht mehr Männerart. "Die Männer scheinen zunehmend einem sonderbaren Wachstumsstopp zu unterliegen", spricht der Sonderbare, und referiert auf das Verhalten junger Orang-Utans, die ihre Pubertät instinktiv verlängern können sollen, um Konflikte mit den erwachsenen dominanten Männchen zu umgehen. Herr Schirrmacher führte zur Verifikation seiner Theorie einige Beispiele prominenter Männer an, die witziges bis unreifes, provokantes oder – irgendwie nach seiner Meinung – verfehlendes Verhalten an den Tag legten. Dabei waren unter ihnen angeheuerte Belustiger und Berufsprovokateure; die Eskapaden gehörten ihrem Job an. Die Scharen der Männer, die durch ihren ernsten Einsatz und ihr konstruktives Tun die ozeanische Infrastruktur und die immense Betriebsamkeit unseres zivilisierten und hochtechnisierten Planeten (inklusive FAZ) aufrecht erhalten, fielen ihm dabei unter den Tisch. Dorthin fielen auch die Scharen all jener pubertierenden Weiblein, deren - zu ihrem Infantilismus hinreichenden - Utensilien aus Pillen, Lacken, Schmieren, Pulvern, Stiften, Wimpern, Perücken, Brüsten (künstlich), Augenlidern, Masken, Schnürchen, Schleifchen, Klunkern und Prothesen aller Art einige Industriezweige herausfordern.

Anders aber als bei den Orang-Utans, bemerkte der Autor, sind es "nicht die Patriarchen, gegen die sich die jungen Männer unter den Menschen behaupten müssen. Es ist die Gesellschaft, die im Begriff ist, sich von ihren patriarchalischen Vorstellungen zu lösen." Und schon wird die sorgsam eingeführte Parallele zu den Orang-Utans wieder zerschmettert. Die Verwirrung der Männer, die es durchaus gibt, und von welcher wir hoffen, daß sie niemals zu der Krise führen wird, die der FAZ-Apostel nach seiner "Männerdämmerung" vermutlich gern heraufkommen sähe, liegt also nicht an dominanten Patriarchen, sondern am Staats- oder Systemfeminismus unserer Zeit. "Es ist die Gesellschaft" behauptet er, die "jene Verwirrung von Jungen schafft, die Frau Rowling spürte". Und wieder landet der Zeitungsmacher im falschen Zitat. Denn Frau Rowling (sie ist die Autorin von 'Harry Potter') "spürte" nichts; sondern sie wußte etwas. Sie sprach in bezug auf den jugendlichen Helden ihrer Roman-Serie: "Er ist jetzt voll in der Pubertät. Ich glaube, daß das eine sehr verwirrende Zeit ist. Ja, er ist sehr verwirrt, in einer für Jungen ganz typischen Weise." Frau Rowling spricht also hier nicht von etwas, was sie vage vermuten muß, sondern von einer 'ganz typischen Weise.' Etwas 'ganz Typisches' aber, das ist nichts Mystisches, das man "spürt", sondern eher etwas Gewöhnliches, das man kennt. Und nicht neu ist schließlich auch die schöpferische Natur des berühmten 'Kindes im Manne'. Was macht es schon, wenn sie nicht immer gleich Geniales entwirft?

Daher also die verwegenen Bemühungen des Herrn Schirrmacher, in einer von-Haus-zu-Haus-Aktion Männerunreife wie Altkleider zu sammeln, um uns die Männer als den ewig pubertierenden Teil der Menschheit hinzustellen. Und der etwas noch unsympathischere Versuch, Herrn Buch dieser Gemeinschaft dadurch einzugliedern, daß uns die Angabe seines Jahrganges nebst dem Kommentar geboten wird, daß Buch "noch heute als vielversprechende Nachwuchshoffnung der deutschen Literatur gelten darf". Wie sollte der Leser dies alles benennen?

Wie wir auch immer dergleichen bezeichnen möchten; als vornehmlicher Eindruck blieb da der eindringliche Verdacht, daß Hans-Christoph Buch gestört hatte. Er sprang mit seiner Analyse in einen Ablauf, der einem Konzept nachging. Vereitelte er eine Vorbereitung? Sollte bald jemand oder etwas erscheinen, dessen Eintreten mit dem Gedanken einer "Männerdämmerung" eingeführt werden sollte? Beachten wir den Titel dieses zweiten Artikels Frank Schirrmachers, in welchem er den 'Störenfried' zu bannen sucht. Er hieß: "Kennwort Y"! Reichlich biologistisch, wenn man bedenkt, daß es sich bei "Y" um das spezifische Chromosom jener Spezies handelt, die nach der vorangegangenen FAZ-Prophetie ihrer Dämmerung entgegensiecht. Und wir erfahren, daß es unlängst ein Buch, einen Bestseller in englisch geben soll, der bald auch in deutscher Sprache zu haben sein würde und der ebenfalls "Y" heißt. Sein Autor, Steve Jones, ein Londoner Professor, wird erwähnt, und daß "in den Metropolen" das Thema "Y" gerade Furore mache. Ob dies bald auch auf Frankfurt am Main übergreifen sollte? Mußte deswegen zuvor kritisches Denken gegenüber dem Feminismus verstummen und der Mann zum zigsten Mal beschmutzt, verleumdet, kleingeredet werden?

Denn bevor die biologistischen Thesen Steve Jones' das Festland über die FAZ erreichten, und eine Woche nach dem zweiten Artikel des FAZ-Herausgebers wurde ein klein wenig weiter aufgeräumt. Eines der ersten feminismuskritischen Bücher, die nun endlich allmählich erscheinen, sollte kurzerhand gestellt werden: Martin van Crevelds wenige Monate vorher erschienenes Werk "Das bevorzugte Geschlecht". Andreas Platthaus nahm sich des Unterfangens an. Sein Artikel - vom Titel bis zum Schluß - ein passender Beitrag zum hier besprochenen Sommerloch.

Daß heutige Frauen zu den alten Privilegien (wie Schutzvorrang, Unterlassung schwerer und gefährlicher Einsätze etc.) neu erworbene Vorzüge hinzu addieren, und sich so "die soziale Waagschale immer mehr zuungunsten der Männer neigt", bezweifelt Herr Platthaus nicht mal. Seine Reaktion auf solches Unrecht ist lediglich die Rechtfertigung dieser weiblichen Haltung mit der überraschenden Schlußfolgerung: "Dieses Ansinnen darf man wohl getrost als anthropologische Konstante bezeichnen"!? Es klingt als sei es für diesen Herrn selbstverständlich, Unrecht deswegen hinnehmen zu müssen, weil bei seiner Ausübung der jeweilige Nutznießer eine "anthropologische Konstante" namens Egoismus oder Eigennutz erfüllt! Dann zählt er noch brav nacheinander all die Nachteile, die dem Mann durch solche Benachteiligung gewachsen sind, als die da wären: kürzere Lebenszeit in der heutigen Zeit (nicht in der Vergangenheit!) bei späterem Ruhestand wie all die archaischen Pflichten, die dem Mann noch heute als unmenschliche Zwangsdienste auferlegt werden, während die Frau immer mehr Freiheiten, Bequemlichkeiten und Förderungen ergattert. Und danach bezichtigt er van Creveld, weil er die selbstverständliche Frage stellt, "ob es der Privilegien nicht langsam genug seien." Platthaus über van Creveld und seine Frage: "Und jeder Mensch, der das nicht fragt, ist in seinen Augen entweder selbst eine Frau oder längst gefangen in den bestrickenden Netzen feministischer Ideologie." Könnten Sie uns, Herr Platthaus, eine dritte Möglichkeit benennen? Nein, das konnte er nicht! Und da Andreas Platthaus bestimmt keine Frau ist, dürfte leicht zu erraten sein, worin er "bestrickt" ist.

Die Kritik des Herrn Platthaus versucht vergeblich Fakten zu verwässern, die uns van Creveld liefert. Ein Beispiel: Martin van Creveld führt an, daß in Großbritannien 28 Prozent der männlichen Vollzeitbeschäftigten in der Regel 48 Stunden in der Woche arbeiten, während 50 Prozent der weiblichen unter 40 Stunden. Damit zeichnet er eine Tendenz. Es könnte ja sein, daß sich diese Tendenz bei der Analyse höherer Quotenzahlen der Vollzeitbeschäftigten abmildert oder verschärft. Unwahrscheinlich ist aber, daß sie sich umkehrt. Nun 'argumentiert' Herr Platthaus folgendermaßen darauf: "Leider ist das Beispiel recht schwach, weil es auch dann Geltung besäße, wenn die restlichen fünfzig Prozent der Frauen mehr als achtundvierzig Stunden arbeiteten und alle zweiundsiebzig übrigen Prozent der Männer faulenzen würden." Solche Annahme ist aber schlicht abwegig und stellt die Argumentationsnot des Verfassers bloß.

Ferner wird Martin van Creveld stilistisch kritisiert, oder es wird ihm vorgehalten, amerikanische Verhältnisse anzugehen, die es hier so nicht gibt; dabei hatte van Creveld kein Buch über Deutschland schreiben wollen, sondern eine Kritik des internationalen Feminismus. Wir werden dem Leser eine weitere Besprechung der 'Argumentation' des Herrn Platthaus auch aus Gründen der Zügigkeit dieser Ausführungen ersparen. Wir versichern, daß die obige Kostprobe den Artikel bestens charakterisiert, und daß der Befund seines Autors über Martin van Creveld, er wisse "ganz einfach nicht sicher, über was er spricht", eher bei Andreas Platthaus zutrifft.

Höchstens dies eine noch: Der Titel des Artikels. In ihm wurden Begriffe auf eine Art vermengt, die weder einen Zusammenhang innerhalb des kurzen Titels aufwiesen, noch irgend einen zum Artikelinhalt. Bemüht salopp war er zusammengesetzt, dieser merkwürdig nichtssagende Titel, und orakelhaft aber ohne jegliche Tiefe lautete er (man stelle sich das vor): "Na ja, Männer, zu kleines Gehirn". Nirgends im Artikel wurde ein Bezug zu diesem genialisch-rätselhaften Begriffskonglomerat auch nur angedeutet. Da war wohl auch nichts anzudeuten.4

Nun war die Luft wieder rein für die intellektualistischen Sonderlinge, die sich in "den bestrickenden Netzen feministischer Ideologie" mit devoter Wollust wälzen, und ihr ätzendes Fluidum durchsetzte die Feuilleton-Landschaft so vollständig, daß der Weg des 'Gesalbten' (gemeint ist: der aktuellen Inkarnation des Stellvertreters aus den einst heiligen, nun aber tödlich infizierten Hallen des Wissenschaftsbetriebs) geebnet war, der Weg von Mister Steve Jones.

Ypsilon - Meister der Natur oder: Was im Sommerloch fehlte

Keiner von den Koryphäen dieser unglückseligen sommerlichen Veranstaltung dachte wohl daran, daß wir (damit sind all jene gemeint, die mit Interesse, Verstand und Wissenschaftsliebe den Gang der wissenschaftlichen Entwicklungen verfolgen) die Frage stellen würden. Doch genau das taten wir als erstes: Wie kann es sein, lautete unsere Frage, daß nur wenige Wochen nachdem "das Y-Chromosom fertig sequenziert wurde", wie es in der Presse hieß, ein Buch erscheint, das uns mit der lapidaren Einsilbigkeit seines Titels - "Y" - einzureden sucht, daß es das ultimative Werk zum Thema sei? Sollte dieses Buch in der Tat schneller geschrieben sein, als man die jüngsten Forschungsergebnisse lesen konnte? Erst am 20. Juni, eine gute Woche also bevor der FAZ-'Männerdämmerer' uns als kleines Gespenst zu beeindrucken suchte, unterbreitete seine Zeitung (!) die wissenschaftlichen Befunde.

Aber es gab noch eine zweite Frage: Kann in einer so verpflichteten Redaktion wie der der FAZ so viel Leichtfertigkeit vorkommen, daß ein Buch mit so viel Vehemenz im Feuilleton vorgestellt wird, das in jedem Fall, selbst bei bester Absicht des Autors Anachronistisches, Überholtes deswegen enthalten mußte, weil gerade vor seinem Erscheinen Wesentliches zum Sachgebiet neu entdeckt worden war? Oder sind die nervösen Bestrebungen der Macher das Ergebnis eines ungewöhnlichen ideologischen Drucks? Unsere letzte Annahme schien zu stimmen.

Um den ideologischen Druck zu bezeichnen, dem die sexistischen 'Dämmerer' zur Zeit der hier analysierten Mißstände unterlagen, empfiehlt es sich, den bloßen Titel eines Artikels zu erwähnen. Gemeint ist jener Artikel vom Juni, in welchem uns Herr Joachim Müller-Jung in die Ergebnisse der Humangenetiker zum Y-Chromosom einführte. Der Titel des Artikels war: "Ehrenrettung für den Mann"!5 Ein Schlag ins Gesicht der Weibespriester? Die sollen sich warm anziehen. Davon wird es künftig mehr geben. Denn nicht nur die letzten Ergebnisse, die uns u. a. Herr Joachim Müller-Jung erläuterte, sondern bereits vorherige lassen kaum anderes erkennen, als daß es sich beim Y-Chromosom offensichtlich um den Motor - insbesondere der menschlichen - Evolution handelt.

Diese Erkenntnisse, die sowohl die richtungsweisenden Impulse bei der Trennung der Hominiden (der Affengattung, die den Menschen hervorbrachte) von den zurückgelassenen Primaten wie selbst die Entwicklung der Sprache männlichen genetischen Potentialen zuschreiben, sollen hier nicht weiter besprochen werden; doch werden sie einmal auf diesen Seiten zu finden sein.

Gehen wir erst den Informationen nach, die speziell in den Wochen vor dem Auftritt des Londoner Professors von den hiesigen Medien (wir nehmen am besten die FAZ selbst) unterbreitet wurden: "Von der unorthodoxen Perspektive des Genomikers aus gesehen, ist der Mann bisher eindeutig das bedauernswertere der beiden Geschlechter gewesen. Mehr noch: Von einem 'degenerierten', ja 'desolaten' Zustand neigten die Wissenschaftler zu sprechen, wenn die Rede auf das geschlechtsbestimmende Merkmal des Mannes - das Y-Chromosom im Zellkern - kam", lesen wir in der FAZ vom 20. Juni 2003 auf Seite 34. Wir erfahren des weiteren etwas detaillierter, welche angeblichen Gründe die oben genannten Fehlannahmen unterstützten: "Vom Y-Chromosom glaubte man... daß womöglich nur ein einziges Gen, das geschlechtsbestimmende 'Sry', übriggeblieben ist." Und: "Während alle anderen Chromosomen im Zellkern einen entsprechenden Partner finden und in Körperzellen ein Paar bilden, was im weiblichen Körper selbst für das X-Chromosom gilt, bleibt das 'männliche' Chromosom, von Ausnahmen abgesehen, stets Einzelgänger im Kern." Diese letztere Annahme, das Y-Chromosom verfüge nicht über eine Spiegelung im menschlichen Zellkern, ließ vermuten, daß "es demnach auch nicht über die Möglichkeit" verfüge, "den Defekt oder den Verlust eines Genabschnittes durch das entsprechende Gen auf dem Partnerchromosom auszugleichen."

Beachten wir, daß die hier aufgezählten 'Nachteile' des männlichen Chromosoms als vergangene Irrtümer einer noch dazu "unorthodoxen Perspektive des Genomikers" angesehen werden! "So kommt es, wenn man die Dinge allzu oberflächlich betrachtet", resümiert der Autor des Artikels. Wie aber sieht es mittlerweile aus? Wie könnte man die Kompetenz, ja - sprechen wir die Sprache des Herrn Müller-Jung - "Progressivität" des Y-Chromosoms heute, nach Aufhebung also der vergangenen Irrtümer, beschreiben?

"Verglichen mit anderen Chromosomen... findet man im Y-Chromosom zwar gut zwei Drittel weniger Gene, aber doch erheblich mehr als erwartet: Mindestens 78 Gene hat man entschlüsselt, 27 darunter enthalten die Information für die Herstellung von Eiweißen. Eine Reihe davon... werden ausschließlich in den Zellen der Hoden benötigt. Ein gutes Dutzend... ist auch an zahlreichen anderen Orten, das Gehirn des Mannes eingeschlossen, aktiv." Und der Feministenschreck: "Das dürfte neuen Raum bieten für Spekulationen hinsichtlich der biologischen oder gar verhaltensbiologischen Unterschiede von Mann und Frau".

Vergessen wir dabei nicht, daß die Anzahl der im Y-Chromosom vorhandenen Gene zwar nur ein Drittel derer des X-Chromosoms, dafür aber einen Überfluß an Genen beim Mann ausmachen, ein Extra, daß die Frau nicht besitzt! Und da diese Gene - anders als bei der X-Kopie der Frau - nicht bloß Ersatzteile bieten, sondern "aktiv" sind, müßten sie nicht mit Aktivitäten und Wirkungen, auch Fähigkeiten zusammenhängen, die bei der Frau nicht vorkommen?

Auch offenbart unser Y äußerst beeindruckende Befunde, "was die Feinstruktur und damit die Geschichte des Y-Chromosoms angeht. Drei Bereiche lassen sich unterscheiden. Bis zu fünfzehn Prozent des mit Genen bestückten Euchromatins (des DNS-Bereichs im Zellplasma) bestehen aus Sequenzen, die Teilen des X-Chromosoms fast vollkommen gleichen... Gut zwanzig Prozent ähneln ebenfalls, wenn auch deutlich weniger, bestimmten X-Chromosomabschnitten... Vor schätzungsweise 300 Millionen Jahren... hatte sich das Y-Chromosom offenkundig aus der Abwandlung eines X-Chromsoms entwickelt. Davor waren X und Y wie die anderen Genpakete gewissermaßen geschlechtslose Partnerchromosomen. Nun aber entfernte sich das Männlichkeitschromosom in Aussehen und Funktion. Der Genaustausch beschränkte sich auf immer weniger Abschnitte, zwischen X und Y entwickelte sich eine Art Wettbewerb."

Offenbar also könnte ein Y-Chromosom dadurch entstanden sein, daß einmal eines der X-Chromosomen auf nicht herkömmliche Art aktiv wurde. Das müßte aber durch Faktoren bewirkt worden sein, die nicht im Inneren des Chromosoms lagen, denn sonst würden sich beide X-Chromosomen zu je einem Y abwandeln. Wenn aber nun das X-Chromosom, wie es die vielen femigeblendeten Forscher der Gegenwart annehmen, das alleinig gültige Standard-Naturchromosom sein sollte, müßten dann nicht jene Faktoren, die sich bei der Abwandlung zum Y-Chromosom gegen die so definierte 'Natur' durchsetzten, über-natürlich heißen?

Ähnliches nämlich, aber diesmal im ontogenetischen (also individuellen) Sinn bemerken wir sieben Wochen nach der Zeugung im Mutterleib. Dort findet beim Y-Embryo und für die Wissenschaftler noch heute 'aus heiterem Himmel' jene spektakuläre Umwandlung zum Maskulinen statt, der auf den Seiten des 'Maskulisten' schon mal mit bestaunenden Worten Anerkennung zuteil wurde. Wir sprachen damals von der intelligenten und machtvoll umstürzlerischen Art, mit welcher unser Ypsilon, "um das Ziel Mann" im Mutterleib zu verwirklichen, "Faktoren nach Belieben ordnet, verwirft oder entstehen läßt... als habe die Natur ihren Meister gefunden".6

Was aber die Forscher am meisten in den Strukturen des Y-Chromosoms überraschte, war, daß es sich durch den Umstand, seine Kopiermechanismen (die Fähigkeit also, Ersatz für geschädigte Gene zu unterhalten) in sich selbst zu tragen, als besonders intelligent und im wahrsten Sinn einzigartig erwies! Kompakt und autark wie keine andere genetische Entität im Mikrokosmos repariert es sich selbst, ohne ein externes Ersatzlager zu benötigen, "indem es mit sich selbst Genschnipsel austauscht. Der größte Teil seiner Gene liegt auf acht Paketen, die auf den beiden DNS-Strängen spiegelbildlich zu lesen sind - sogenannte Palindrome. Diese Anordnung erlaubt es dem Chromosom auf unkonventionelle Weise, Genschäden auf der einen Seite... mit Hilfe des zweiten Gentextes auf der anderen Seite zu korrigieren... Und plötzlich gehört der Mann zur genomischen Avantgarde."7

Zu den Vorzügen dieser erstaunlichen Ausgeklügeltheit fügen wir noch ein weiteres hinzu: Durch seine Autarkie und Kompaktheit ist unser 'kleiner Mann' so leicht und schnell, daß ein Y-Spermium etwa 20 Prozent mehr Chancen erhält, als erstes vor den X-Dampfern die Eizelle zu erreichen. (Durch die Einwirkung allerdings stoffwechselartiger Vorkehrungen wird diese Tüchtigkeit zum größten Teil und sinnvollerweise wieder soweit aufgehoben, daß in der Regel etwa 105 Jungen bei 100 Mädchen das Licht der Welt erblicken. Hätte ja sonst kaum ein Mann die Chance, einen Harem zu gründen!)

Aber wartet da nicht jemand? Oh, wir hätten ihn fast vergessen, unseren etwas pompös vorangekündigten Londoner Professor. Also nochmals: Spot an (Spott anschließend), Mister Steve Jones!

Ein Pudel und sein Kern

Die Person bringt gleich zu Beginn ihrer von ihr selbst geschriebenen und ins Deutsche übersetzten Präsentation einen Satz, der unseren bisherigen Verdacht, die hier schon besprochenen Artikel der FAZ seien eine Vorbereitung ihres Auftritts, bestätigt. Jones setzt seine Ausführungen gleich zu Beginn in bezug zu anderen Artikeln der FAZ. Er tut es mit dem Vermerk: "...wie andere Artikel in dieser Zeitung zeigen". Was zeigten sie uns denn, diese anderen Artikel in der FAZ? Wie wir sahen, nichts weiter als alte, abgedroschene und vergebliche Versuche den Mann zu verkleinern und seine 'Dämmerung' mit Gedanken zu belegen, denen Dämmerung eigen war.

Gemeint sind unter anderem Zahlen. Und: "Die Zahlen sind eindeutig." Es folgen die üblichen Gutachten über den 'Aufstieg' der Frauen in Bildung und Beruf seit den sechziger Jahren, und es wird noch einmal zelebriert, daß Frauen in alledem auf der Überholspur seien. "Und sehr bald werden mehr Frauen einen Arbeitsplatz haben als Männer", folgert er unbedenklich. Und die Gründe? Biologie, genauer: Testosteron! Ausgerechnet diesen Stoff, der sich bekanntlich als Faktor für abstraktes Denken, Mathematik und räumliche Intelligenz auszeichnet, nennt der Professor "Wegweiser... in die Ignoranz"! Erklären muß er nichts, es genügt, meint er wohl, nur etwas zu sagen. Wo steckt hier die Ignoranz?

Auch weitere Faktoren, die bei der Aufzählung der Frauen-'Erfolge' unbedingt berücksichtigt werden müssen, läßt er - ganz nach Ignorantenart - außen vor: Daß Frauen durchwegs das Falsche zu studieren pflegen, eine Tatsache, die Frauenministerien regelrecht plagt; daß trotz des 'Erfolgs' der Frauen und Mädchen in den Schulen und Hochschulen Männer es sind, die den beträchtlicheren Teil der Habilitationen und Sachbücher schreiben und nahezu alle Erfindungen zustande bringen; daß Frauen und Mädchen das Wissen größtenteils durch Gedächtnis erlangen, während Jungen und Männer - etwas lyrisch ausgedrückt - mit ihrem Wesen darin eintauchen, das alles läßt er einfach weg - als Ignorant. Denn aus all den eben genannten Gründen geht der 'Erfolg' der Frauen in den OECD-Ländern mit der Zunahme eines Fachkräftemangels einher, der mittlerweile alarmierendes Maß angenommen hat.

Biologie oder Politik, was ist am "Niedergang" der Männer schuld? Das kann uns dieser 'Wissende' nicht so ohne weiteres sagen. Wie ein Wurm, der sich, in weicher Erde kriechend so im Zickzack fortbewegt, daß er mal in den Boden verschwindet und mal wieder auf der Oberfläche erscheint, wechselt dieser 'Experte' unbekümmert zwischen den beiden Sachgebieten, Biologie und Politik, hin und her.

Werden das eine Mal Testosteron oder die Gene als Gründe dafür erwogen, daß "jede einzelne Todesursache - mit Ausnahme der Alzheimerschen Krankheit - bei Männern stärker zu Buche" schlägt; ließe sich dann wieder vieles "vermeiden, indem man Umweltbedingungen verändert, die nichts mit den Genen zu tun haben." Seine Beispiele enthalten so differente Todesursachen wie Blitzschlag beim launischen Golfspiel im Gewitter(?), den häufigeren gewaltsamen Tod von Jungen gegenüber Mädchen oder den Unterschied der Lebenserwartung von Männern und Frauen, welcher sich um so deutlicher zeigt, je ärmer die Verhältnisse sind.

Ähnlich unscharf zwischen Biologie und Politik ist demnach auch das Bild vom Niedergang des Mannes eingestellt. Der "Tod durch Alkohol und Risikosport" wie auch das "Zurückfallen hinter Frauen in der Bildung" - beides wird durch das Y-Chromosom verursacht. Aber die Unschärfen weiten sich aus, und erst in dieser Ausweitung entstehen jene konkreteren Formen des Widerspruchs, die uns allmählich Art und Gründe des Männerhassers deutlich vor Augen führen.

So etwa die merkwürdig plötzliche Doppelwertigkeit des Y-Chromosoms. Das Fürchterliche Ding und Quell aller Übel "wird jedoch gerade ziemlich verändert. Vielleicht dürfen Männer daraus etwas Hoffnung schöpfen", spricht er und tut dabei, als hätten wir ausgerechnet ihn gebraucht, um zu unserer "Hoffnung" zu gelangen. Und wieder: "Die Männer könnten sich freilich von ihrem Y-Chromosom belehren lassen". So? Lieb von diesem universitären Verkünder. Wie gut er es doch mit uns meint und wie nett er auf einmal zu unserem Chromosom ist! Woher die jähe Zuneigung? Was war geschehen? Hat unser Y plötzlich im Lotto gewonnen? So ähnlich: "Vor einigen Wochen hat man nun seine komplette DNS-Sequenz veröffentlicht." Aha! Und unser Professor hat jetzt daran zu nagen?

Merkwürdig auch jener andere Widerspruch in seiner uns im gleichen Artikel mitgeteilten ideologischen Haltung: "Steve Jones ist kein Gen-Determinist"(!), lesen wir im Text-Kasten links. "Er steht soziobiologischen Erklärungsversuchen menschlichen Verhaltens kritisch gegenüber". Na sowas! Und warum - bitte schön - versucht er dann, uns Männer auf Grund gerade solcher "Erklärungsversuche" zur Sau zu machen? Das liegt wohl an einer bestimmten Sensibilität des Akademikers, denn obwohl er ja eigentlich gar kein Gen-Determinist ist, gilt: "Doch wenn er sich und seine männlichen Artgenossen mit dem professionellen Blick des Genetikers betrachtet, landet er flugs beim mannspezifischen Y-Chromosom als einem wichtigen Ursprung von Übeln".

Und zwischen diesen Zeilen steht - nahezu unmerklich - ein kleines wichtiges Detail: Daß unser Professor ein "Linksliberaler" sei - an sich nichts Beschämendes. Und daß er zwar "soziobiologischen Erklärungsversuchen menschlichen Verhaltens" kritisch gegenüber steht, dafür aber "an die verändernde Kraft der Politik" glaubt. – Wunderbar, velen Dank! Vergessen wir also seine biologistischen Glanzstücke. Denen glaubt er selber nicht. Wie er sich im 'Spiegel' etwas später äußerte: "Immer werden sie [die Männer] als Frauenverachter, Vergewaltiger und Mörder dargestellt - ich kenne niemanden, der so ist." Na prima, bald schmilzt er dahin, leicht verwirrt aus lauter Männerliebe!

Steve Jones macht also Politik. Und bei dieser Politik scheint es ihm schlicht um "die negative Macht der Männlichkeit" zu gehen, ganz gleich wo und wie sie sich scheinbar festmachen läßt. Wenn es sein muß, dann eben auch über "soziobiologische Erklärungsversuche menschlichen Verhaltens". Und wenn es sein muß, auch mit dem Hinweis, daß kastrierte Männer länger leben. Garagenautos, die man nicht richtig nutzt, 'leben' auch länger. Das könnte aber nur belegen, wie hoch die Potentiale sind, mit welchen der Mann durch seine bloße sexuelle Funktion den allgemeinen Lebensfluß einspeist. Und es könnte uralte intuitive Formulierungen bestätigen, in welchen die sexuelle Betätigung des Mannes eine Opfergabe genannt wird.

Der diffuse Artikel von Steve Jones, dieses Gestrüpp von Widersprüchen (ähnlich wie einst die 'Erklärungen' Prof. Hameisters8), macht es uns nicht leicht. Erst allmählich zeichnet sich hieraus das zentrale Dilemma, das uns deutliche Umrisse bietet. Es beruht darauf, daß Jones vor Ergebnissen stand, die ihm nicht behagten und die er vergeblich versuchte für seine Aussagen umzudeuten. Es sind die Ergebnisse, die wir weiter oben als einen "Schlag ins Gesicht der Weibespriester" beschrieben haben. Der Männerhasser kommt nicht umhin, seine Bewunderung über die neu entdeckten intelligenten und einzigartigen Strukturen und Fähigkeiten des Chromosoms nahezu schwärmerisch auszudrücken, zu dessen radikalem Ankläger er sich aber selbst verdammt hatte. Es ist dramatisch...

So spricht er davon, "daß das Y dreißig weitere Gene besitze", während man bisher nur eines kannte (schlecht informiert? Wir wissen von insgesamt achtundsiebzig), muß aber über "elegante Tricks" des Chromosoms sprechen, über die "makellosen Kopien" auf seinen Palindromen, über seine Zusammenhänge mit der Menschwerdung, über die im Chromosom "riesigen Spiegelsäle", in denen "nichts von den Fehlern, die man auf Grund wiederholter Mutation erwarten würde", zu finden seien!

Er spricht über die "Virtuosität" unseres Chromosoms, versucht aber dabei im gleichen Satz seine ungekonnten, gehaltlosen und schwachsinnigen Parallelen unterzubringen; das Chromosom klammere sich "wie ein Narziß... an einen Spiegel", und dieser Narziß sei "am Ertrinken." Dann wieder (direkt der nächste Satz): "In weniger als zehn Millionen Jahren mag... was wir heute Mann nennen, sich grundlegend ändern." So? Müssen wir schon packen? Nichtigkeit, Geistesöde, Konzept null - Professor Steve Jones.

Aggressivität wird deutlich, die wohl daraus resultiert, daß er im Kampf gegen das Y verloren hat und wohl irgendwie erkennt, daß er, um seine anaschonistischen Tiraden mit den neuen Fakten zu vermengen, absurd werden muß und froh darüber zu sein hat, daß man heute dergleichen in gewissen Feuilletons und Wochenmagazinen abladen kann. Dämmerung - wahrhaftig! Seine destruktive Aggression erzeugt Rassistisches, die Karten werden offengelegt, der Pudel zeigt seinen Kern. Seine Begriffe - verstellend und negierend: "Das Y ist allein", sagt er, als hätte es sich im Wald verlaufen, anstatt von der Autarkie des Chromosoms zu sprechen, die nur in dem Satz "Selbst ist der Mann" ihre volle Darstellung fände. Die bestaunenswerte Art der Selbstreparation des Y bringt er mit Onanie in Verbindung, die er versucht als verächtliche "zutiefst männliche Gewohnheit" hinzustellen. Vielleicht weiß er es ja genau?

Er belehrt uns aber auch etwas: "Die Gene, mein Herr, die Ihr Gehirn ausmachen, sind bemerkenswert ähnlich jenen Genen, auf denen die Hirne von Würmern oder Hühnern aufbauen", sagt er und fährt fort, als hätte er vor, hier und jetzt Belege für die gerade gemeinte Verwandtschaft zu erbringen. Als der widerwärtigste fällt aber ein Satz auf, in welchem er die bisherigen Ansichten über das Y-Chromosom besonders verletzend und eindeutig rassistisch formuliert: "das kränklichste, überflüssigste und parasitischste Chromosom von allen", und diese Attribute den Männern mit der giftigen Nebenbemerkung zuschiebt, das so beschriebene Chromosom sei damit "die mikroskopische Metapher seiner Träger".9

Als eine befreundete sehr bildungsinteressierte Dame, die sich sichtlich empört über den bösartigen Geist dieses wissenschaftlichen Stotterers zeigte, gern von mir wissen wollte, was ich über den Artikel denke, sagte ich: "Dieser Mann hat ein großes Problem. Er versucht gerade, glänzende Ergebnisse über das Y-Chromosom zu vertuschen. Irgendwie kommen sie ihm nicht gelegen, oder aber er ist ein so vergifteter Feminist, daß er die 'Rehabilitierung' des Y-Chromosoms manisch verfolgen zu müssen glaubt."

Ich lag bei dieser Beurteilung nicht daneben, aber da war noch mehr, was ich nicht wissen konnte. Vieles über Jones wurde erst einige Tage später in der FAZ vom 22. August verraten. Alles, was man nicht verheimlichen konnte, kam behutsam dosiert raus, um nicht jedem sofort auffällig werden zu lassen, daß Mister Jones' Buch ein publizistisches Versagen war, die peinlich anachronistische Schlappe eines im Faschistoiden sich wiederfindenden Feministen, dem das FAZ-Feuilleton und später auch DER SPIEGEL den roten Läufer aufrollten. Diese Ahnung sprach sich denn auch gleich im ersten Satz des Leserbriefes aus, den DER MASKULIST an Frank Schirrmacher persönlich und an die Leserbrieferedaktion der FAZ bereits vor Steve Jones' folgendem Interview postalisch sandte. Der erste Satz lautete: "Professor Jones hat es eilig gehabt."10 Heute wissen wir, er kam dennoch zu spät!

Das Interview

Wir hätten doppelten Grund, uns über das Interview Steve Jones' am 22 August (Titel: "Der Frauenzusammenführer") herzhaft zu amüsieren. Doppelt deswegen, weil sowohl die Argumentation zu seinen Thesen wie auch die Darstellung der biographischen Hintergründe, aus denen ersichtlich wird, warum seine Rache an den Männern (den "Kerls", wie er es bezeichnend ausdrückte) als ein "Triumph der Weichlinge" gefeiert wird, von nahezu herzerfrischend unbedarfter Selbstdarstellung gezeichnet sind. Wenn wir uns dennoch darüber nicht allzusehr belustigen, liegt das daran, daß uns der Erfolg, mit dem eben solche Darlegungen mühelos in das Kulturleben der Gegenwart eindringen, das denkerische Elend unserer Zeit schonungslos aufzeigt.

Interessant in ähnlicher Hinsicht verhält sich auch der Interviewer des Professors, Christian Schwägerl. Dieser macht gleich zu Beginn den Eindruck, die biologistischen Ekzeme Jones' zu einem Rat an die Frauen reduzieren zu wollen, es nicht "den Männern gleichzutun". Zwar fällt ihm die widersprüchliche Haltung des Genetikers auf, "biologische Sachverhalte" willkürlich auf "gesellschaftlich relevante Schlußfolgerungen" zu beziehen, er nennt aber die Absurdität lediglich "übertrieben".

Bevor wir nun die Männerhaß-Motive des Professors (ohne jegliche Interpretation unsererseits, sondern aus der bloßen Wiedergabe der eigenen Zitate) aufzeigen, wollen wir zuerst seine in diesem Interview vorgebrachten Thesen aufheben. Zu diesem Zweck werden wir die Zitate des Wissenschaftlers gebrauchen, um dann die darin enthaltenen Ansichten umzukehren.

"Ich ziehe nur sehr vorsichtig aus biologischen Tatsachen politische und gesellschaftliche Schlüsse", sagte er. Das Wort "vorsichtig" deutet hier in der Tat auf eine Vorsichtsmaßnahme hin. Diese soll uns vom Erkennen abhalten, daß Jones mit Biologie und Gesellschaft stets so verfährt, wie er es gerade braucht. "Vorsichtig" sollte also eher "selektiv" heißen; denn er alterniert zwischen biologischen und gesellschaftlichen Faktoren ganz so, wie es ihm jeweils gelegen erscheint. Er entscheidet sehr gezielt, wo er das eine oder das andere vorziehen sollte. Das Wort könnte also auch "beliebig" heißen, oder "willkürlich". Grundsätzlich "vorsichtig" ist er aber keineswegs. Denn er verhält sich entschieden doktrinär, z. B. dann, wenn er sagt: "Testosteron ist ein Wegweiser... in die Ignoranz." Denn welche Chance hätte ein Mensch, dessen "Wegweiser in die Ignoranz" im Blut fließt, ihr, der Ignoranz, zu entkommen? Welche Chance - gesellschaftliche oder evolutionäre - hätte eine Rasse, der unser Sonderling bescheinigte, ihr Chromosom sei "langfristig betrachtet im Verfall begriffen" und die betroffene Rasse "ein Auslaufmodell der Evolution"?

Wie kann Steve Jones im gleichen Artikel, in dem er das bißchen Besinnung aufweist, das in dem Satz steckt, "es ist immer falsch, einen Sachverhalt nur aus biologischem Blickwinkel zu betrachten", uns zugleich derart seine biologischen Blickwinkel aufdrängen, wie es in dem Satz "...der Mann ist auf jeden Fall das zweite Geschlecht", geschieht?

"Testosteron ist ein Symbol dafür, daß Männer eher unkalkulierbare Risiken eingehen..., daß ihr Selbstmordrisiko wesentlich höher ist als bei Frauen", werden wir des weiteren in der für Jones typisch wässerigen Sprache unterrichtet. Ist Testosteron also nur ein "Symbol" dafür, daß Männer mehr Selbstmorde verüben als Frauen? Nicht Ursache? Wie konnte aber Testosteron zum Symbol eines Sachverhalts werden, dessen Ursache es gar nicht ist? Und: Ist Testosteron die Ursache der Männerselbstmorde und somit zu Recht auch ihr Symbol, wäre dann Östrogen das Symbol für die Frauenselbstmorde? Diese sind in China zumindest innerhalb einer Altersgruppe häufiger: "Besonders junge Frauen in ländlichen Regionen betrachteten Selbstmord immer häufiger als einzigen Ausweg aus ihrer als aussichtslos empfundenen Lebenssituation, berichtete die Zeitung 'China Daily'... In der Gruppe der jungen Frauen sei jeder dritte Todesfall auf Selbstmord zurückzuführen".11

Es ist sicher glaubwürdiger, wie in diesem AFP-Bericht, Selbstmord "als einzigen Ausweg aus" einer "als aussichtslos empfundenen Lebenssituation" darzustellen anstatt als biologisch bedingtes Schicksal. Aber als 'aussichtslos empfundene Situationen' sind keine Symbole, sondern harte Tatsachen und sind keine Biologie, sondern Biographie und Gesellschaft. Es ist zynisch, den gescheiterten Opfern harter Tatsachen die eigenen biologischen Funktionen als die Urheber ihres Schicksals zu deuten. Und wo dies durch zickiges Lästern in flache Rhetorik ausartet, ist es noch dazu erbärmlich. Nimmt man des weiteren hinzu, daß Steve Jones hier die eigene Spezies verunglimpft, erscheint dann das Ganze auch noch reichlich paradox!

So viel zu den löcherigen Beiläufigkeiten dieses Interviews. Wir wenden uns nun seiner Kernaussage, dem eigentlichen, geschlechterbezogenen Teil, zu. Dort heißt es: "Die männliche Strategie [der Fortpflanzung] erinnert stark an die eines Parasiten, eines Bandwurms etwa, der sich auf Kosten seines Wirts vermehrt. Er überträgt sein Erbgut auf die Frau, ohne sich bei der Produktion von Nachwuchs weiter anstrengen zu müssen. Andererseits ist er für die Frau zugleich auch nützlich: Die eigentliche Aufgabe des Mannes besteht nämlich darin zu verhindern, daß aus Frauen Klone werden. Sie sind vielleicht nicht viel mehr als eine genetische Brücke zwischen Frauen. Männer bringen Frauen zusammen."

Versuchen wir nun, die klebrige Gehässigkeit dieses Akademikers soweit zu ignorieren, wie es nötig ist, um seine Gedanken gewissermaßen ohne Abscheu behandeln zu können. Am besten gelingt uns dies, wenn wir zuerst für die beiden Anfangssätze eine Parallele zu einem geschlechtsneutralen Sachgebiet ziehen: "Die Strategie eines Auftraggebers erinnert stark an die eines Schmarotzers, der sich das aneignet, was der von ihm Beauftragte erstellt hat, ohne sich bei der Produktion weiter anstrengen zu müssen." Sicher, die Parallele bleibt nicht durchweg trefflich, weil die biologische Symbiose von Mann und Frau und die Folgen dieser Symbiose, die Nachkommenschaft, viel intimer und wesenhafter sind, als es in jeder Geschäftsbeziehung der Fall sein kann.

Daß der Mann sein Erbgut auf die Frau überträgt, entspringt nicht allein seinen Bedürfnissen, wie es beim Parasiten der Fall ist, sondern und gerade auch dem Bedürfnis der gebärwilligen Frau, die ohne den Mann keine bessere Karte für ihren evolutionären Werdegang hätte (wie auch umgekehrt). Auch reduziert es die Frau nicht, sondern befähigt sie, neues menschliches Leben zu erzeugen und auszutragen. Dieses mit dem Schmarotzertum eines Bandwurms zu vergleichen, ist gewiß nicht nur jenseits aller Realität, sondern noch dazu blasphemisch gegenüber dem Leben selbst!

Ferner erlaubt die physische Beschaffenheit des Mannes alles andere als den schwachsinnigen Vergleich zum Parasiten: Nicht nur die natürliche Stärke ist hierbei gemeint, durch welche sich der Mann im Naturzustand die Frau lange vor einer 'Übertragung seines Erbgutes' oder auch ganz ohne solche Absicht gefügig machen könnte. Auch die anatomischen Gegebenheiten sind solcher Art, daß der Mann nicht nur den aktiven, auftragenden Teil des Aktes ausführt, sondern zudem den Auftrag erfüllt, die Anatomie der noch nicht sexuell initiierten Frau im Vorgang der Defloration so zu verändern, daß sie zu ihrer primären biologischen Aufgabe eingeführt werden kann. Das ist gewiß nicht die Kompetenz eines Parasiten; schon eher die eines Initiators.

Zu diesen anatomisch bedingten Kompetenzen kommt eine weitere psychobiologische hinzu: Die Frau verfügt offensichtlich über keinen natürlichen Mechanismus der Steuerung einer Schwangerschaft. Selbst bei einem erzwungenen Geschlechtsverkehr kann sie nicht über ihre Empfängnis verfügen. Es ist so, als hätte die Natur auch diese Entscheidung dem Männlichen zugebilligt. Zur Hälfte zumindest. Die andere Hälfte ist aber im Konzept der Natur nicht der Frau, sondern - welche Ironie - dem Zufall überlassen!

Und da versucht der Wissenschaftler aus London die Männer mit der Bemängelung zu schmälern, sie würden sich "bei der Produktion von Nachwuchs" nicht "weiter anstrengen" müssen. Asche auf unser Haupt, endlose Bestürzung, wir sind ertappt und bloßgestellt! Warum aber sollten wir uns "bei der Produktion von Nachwuchs" anstrengen, wenn wir es doch eben gar nicht müssen und brauchen? Daß solches Anstrengen nicht die Strategie der Evolution ist, ist kein guter Grund es zu unterlassen? Sind Schwangerwerden und Gebären etwa der Höhepunkt der Evolution, daß wir uns alle, Mann und Weib, "anstrengen" müßten, um daran teil zu haben? Dann wäre sie doch, die Evolution, mit der Hervorbringung der Säuger zu Ende gewesen, wenn dies ihr Höhepunkt wäre! Und dann, nur dann, hätten Männer vielleicht etwas verpaßt. Oder auch nicht. Denn was gäbe es da zu verpassen, wenn die Evolution mit unseren kreatürlichen kulturlosen Vorfahren beendet wäre und wir noch munter auf allen Vieren fräßen, schliefen und zeugten?

Da sie aber nicht in jenen Vorzeiten beendet wurde, sondern auf Grund weiterer Mutationen, die vom männlichen Chromosom getragen wurden, sich in Richtung Mensch bewegte, schließen wir, daß die Evolution selbst in dem Mann und durch ihn zeugt, so wie dieser durch die Frau. Phylogenetisch, für die Spezies, wurde der Mann 'schwanger'; ontogenetisch, für das individuelle Kind, die Frau. Das paßt doch! Wen sollten wir hier bemängeln, außer jene Zeitbegeisterten, die wir in diesem Bericht bereits erwähnten und die wir weiter unten noch deutlicher beschreiben werden? Ist dem Londoner Spezialisten diese evolutionäre Aufgabe des Mannes nicht "eigentliche Aufgabe" genug, als daß er solch abwegige Spekulationen anführen muß, der Mann sei da, um "zu verhindern, daß aus Frauen Klone werden", oder um "als eine genetische Brücke zwischen Frauen" zu dienen? Und wozu wären dann die Frauen da? Nur um durch die Brücke Mann verbunden zu werden? Zu was denn, wenn die Evolution die Evolution der "Brücken" ist und weniger die der Frauen? Bietet uns hier Steve Jones ein beispielhaftes Denken an?

Oder weiß er selbst, daß seine Thesen wenig mit Denken zu tun haben? Empfiehlt er uns deswegen "eine kleine Meditation"? Er rät uns, "in einem unbeobachteten Moment in ein Glas Wasser zu ejakulieren und... das Ergebnis genauer anzuschauen... Die Millionen kleiner Spermien, die herumschwimmen, sind das Ergebnis einer Evolution, an deren Anfang eine geschlechtslose Welt von Bakterien gestanden hat." Im Zuge dieser Evolution "entwickelten sich dann Gruppen von Lebewesen mit unterschiedlichen Fortpflanzungsstrategien." Mag ja sein. Genau aber jene "Millionen kleiner Spermien", die in Steve Jones' Glas "herumschwimmen", enthalten im Ansatz beide Wesen - männlich und weiblich. Nicht das Mutterei, dieses hat nicht diese evolutionäre Möglichkeit! Wir wissen ferner, daß weitere Mutationen, welche die Evolution des Menschen in Abständen modifizierten und uns den anderen Primaten enthoben, im männlichen Chromosom, im Chromosom also jener Gruppe der "herumschwimmenden" Spermien stattfanden, die zur Geburt von Jungen führten. Hat Mister Jones zu hastig meditiert? Mit etwas mehr Kontemplation bei seiner 'kleinen Meditation' wären ihm vielleicht auch unsere Aspekte vergegenwärtigt worden. Einen "unbeobachteten Moment" bei zweifelhaften Erkenntnisritualen haben wir allerdings dazu nicht benötigt.

Doch es scheint, als könnten wir Professor Jones noch weiter helfen. Denn er wartet auf etwas - wie wir meinen - vergeblich: "Ich warte nun darauf, daß eine Art entsteht, bei der besonders peinliches Verhalten des Jungtiers einen Mann entstehen läßt." Nahrung zu solcher Hoffnung scheint Steve Jones aus dem Wissen zu schöpfen, daß bei primitiveren Organismen die Vergabe des Geschlechts von sehr vagen Voraussetzungen abhängt: "Bei einer bestimmten Meerschnecke kommt es zum Beispiel nur darauf an, wer wem begegnet. Trifft das Jungtier als erstes auf ein Weibchen, wird es zum Männchen." Freilich wird Jones gar nicht so lange warten können, wie es nötig wäre, um aus einem Jungtier einen "Mann" entstehen zu sehen. Höchstens ein Tiermännchen. Noch länger aber würde er brauchen, bis solcher Vorgang aus einem 'besonders peinlichen Verhalten des Jungtiers' resultieren sollte. Denn in der Natur gibt es nichts Peinliches. Peinliches entsteht nur innerhalb von Selbstbewußtsein, auf unserem Planeten also nur im Denken und Empfinden des Menschen. Vielleicht aber meint er, ein "Mann" könnte einmal dadurch entstehen, daß ihm eine Meerschnecke ihren Hintern zeigte? Wirklich peinlich, Professor Jones!

Wir halten es nicht wie jener 'Spiegel'-Interviewer, der im 'Spiegel' vom 9. September 2003 gleich mit der ersten Frage an Steve Jones auf dessen Untauglichkeit anspielte, "ein Buch über Männer zu schreiben". Der Journalist fragte: "Herr Professor Jones, Sie brachen sich bei der einzigen Prügelei Ihres Lebens gleich die Finger, waren noch nie beim Fußball und können nicht einmal Fahrrad fahren - eignen Sie sich überhaupt, ein Buch über Männer zu schreiben? Aufschlußreicher als diese Frage des 'Spiegel'-Journalisten scheint die Antwort des Professors im hier besprochenen FAZ-Interview auf die Frage zu sein: "War Ihnen denn schon als Kind unwohl in Ihrer männlichen Haut?" Er antwortete: "Als Kind habe ich diese sportlichen, lauten, auftrumpfenden Jungs gehaßt, doch zugleich das Gefühl verspürt, einer von ihnen sein zu müssen, um es im Leben zu etwas zu bringen." Nun hatte offensichtlich der junge Jones nicht nur das frühe Pech, einer von denen sein zu müssen, die er nicht nachempfinden konnte. Er hatte auch das spätere Glück, in einer Generation heranzuwachsen, welche die ideologischen Plattformen errichtete, auf denen die Rache für solche Kränkung in kulturpolitischer Relevanz erstrahlen durfte. Den "Triumph der Weichlinge", nennt er das. "Viele der 'Kerls' von damals sind biographisch abgeschmiert", stellt er fest. Vielleicht aber meint er damit lediglich, daß seine früheren Schulkameraden keine prominenten universitären Männerbelästiger geworden sind?

Allerdings war der Genuß des zweifelhaften Triumphs über die "Kerls" nicht das einzige Motiv für sein Buch. "Wer schreibt, ohne ans Geld zu denken, ist nicht bei Sinnen", philosophiert Steve Jones. Auch seine Absicht, endlich "wissenschaftlich orientierte Literatur" (so nennt er das!) zum Thema Mann zu verfassen, soll dabei eine Rolle gespielt haben. Was meint er damit? Hat er wirklich aus wissenschaftlichem Interesse am Mann gehandelt? Was Jones feststellt, daß es "kaum wissenschaftlich orientierte Literatur zu diesem Thema" gibt, "außer halbseidige Ratgeber und weibliche Abrechnungsgeschichten", stimmt. Und Jones, der ja "bei Sinnen ist", wenn er schreibt, weiß sicher, als wie lukrativ sich "weibliche Abrechnungsgeschichten" gegen den Mann in der feministischen Moderne erzeigen. Jones kennt die Medienszene. Er arbeitet für Printmedien und Fernsehsender, "BBC und den Daily Telegraph", wie er uns anvertraut. Er weiß also nur zu gut, wie aussichtslos es wäre, mit einem Buch, das sich dieser Strömung entgegenstellt, das große Geld zu erhoffen. Dagegen dürfte gerade ein männlicher Wissenschaftler, der in seinem 'wissenschaftlich orientierten' Opportunismus einer Valerie Solanas ("Manifest zur Vernichtung der Männer") aus der Seele spricht, offene Türen in der Informations- und Unterhaltungswelt einrennen.

Und er tut es. Nicht einmal als erster; eher als einer von schrecklich vielen. Im vergangenen Jahrzehnt hat es in der populistisch-populären Pseudowissenschaft nur so gewimmelt von Prognosen eines Männeruntergangs wie von evolutionären Lobpreisungen des kleineren Geschlechts. Ein Kompendium, eine Zusammenfassung der vermeintlichen Fakten über das angebliche, mühsam und dümmlich konzipierte Mißverhältnis des Mannes zu seiner Evolution; ein Kompendium, das von einem äußerlich kompetenten Schreiberling und im Geist der Zeit verfaßt würde, wäre das definitive Muß für jemanden der schreibt und dabei mit Notwendigkeit "ans Geld" denkt.

Wenn da nicht die Zeit wäre! Die Zeit, die Wunden heilt, Irrtümer aufdeckt, stupide Willkür und vorsätzliche Desinformation der Lüge straft. Der Leser weiß, was gemeint ist, wir hatten es weiter oben in "Ypsilon - Meister der Natur..." aufgedeckt: Jones Projekt kam zu spät! Im hier besprochenen Interview gibt Jones das zu. Dabei kokettiert er noch einmal mit typischem, sichtlich bemühtem Männerschelten: Sein "Timing" sei nicht "optimal" gewesen, "wie so oft beim Mann". Wovon spricht er eigentlich? Was haben Männer "so oft" bei schlechtem Timing verrichtet? Ihr Auto geparkt oder die Uhr erfunden? Ihre Flugzeuge gelandet, ihre Wissenschaftskonzepte entwickelt, den Weltraum erschlossen oder ihre Tore geschossen? Ein mysteriöser Herr, dieser Herr Jones! Nein, ein verstohlener. Einer der Peinliches von sich weiß, und der sich zwischen der Pein befindet, die Welt könnte seine Timing-Blamage leicht entdecken, und dem Glück, daß seine guten Freunde auf Redaktionen und in den Medienanstalten (alles Leute, die, wie unser Held, "die verändernde Kraft der Politik" gegen die Evolution von Mann und Frau mobilisieren), gerade dafür sorgen, daß dies nicht geschieht.

Sein ganzes Zitat: "Wie so oft beim Mann war das Timing für mein Projekt nicht optimal, denn erst nachdem es auf englisch erschienen war, hat David Page vom Whitehead Institute... die Gensequenz des Y-Chromosoms veröffentlicht und gezeigt, daß das Y nicht ganz so degeneriert ist, wie man bis dahin annehmen mußte." Zu keinem Zeitpunkt aber mußten ernsthaft Denkende so etwas annehmen. So tat es DER MASKULIST keineswegs, wie man im Beitrag "Intelligenz-Forschung, dumm gelaufen!" nachlesen kann.12 Und die Veröffentlichung der Gensequenz des Y-Chromosoms zeigte nicht nur, "daß das Y nicht ganz so degeneriert ist", sondern verbannte solche Annahme ins Reich des Lächerlichen und ließ das männliche Chromosom als das erscheinen, was man auch früher hätte wissen können, daß es ist: als den Meister der menschlichen Evolution.

"Dennoch bleibe ich bei meiner Behauptung:", droht uns dies unglückselige Stiefkind der Zeitenwettläufe. Das muß es ja, bei seiner Behauptung bleiben, schließlich hat es ein Buch mit dieser Behauptung eben gerade veröffentlicht. "Das Y" fährt Professor fort, "ist langfristig betrachtet im Verfall begriffen". Die Thesen des drolligen Feministen dagegen kurzfristig. Sie waren bereits verfallen, da Mister Jones und seine 'Männerdämmerer' uns damit gerade erst belästigen konnten.

Dämmerung II

Ist es nun erfreulich, daß sich bei den obigen Ereignissen Männer kaum meldeten, oder ist gerade dies ein bedenkliches Phänomen dieser sommerlichen Debatte? Das Schwierige an dieser Frage ist, daß beide Vermutungen stimmen. Denn zum einen steckt in dieser Haltung der Männer eine beeindruckende, selbstsichere und Ernst ausstrahlende Souveränität; nicht vergleichbar mit der hysterischen Entrüstung, zu welcher sich Feministen und Feministinnen allenthalben veranlaßt sehen, sobald das weibliche Geschlecht mal von seinem Sockel geholt wird. Zum anderen aber zeugt die Zurückhaltung der Männer auch von einer falschen Einschätzung der wirklichen Lage und von einer gewissen Ahnungslosigkeit, welche politischen Absichten sich hinter dem biologistischen Sexismus der Weltfeministen verbergen. Und so fehlt auch der Blick für das Ausmaß des Schadens, den das kriechende Übel des Weibeswahns in rechtsstaatlichen, erzieherischen, ökonomischen und zwischenmenschlichen Zusammenhängen verursacht.

Versuchen wir mittels einiger Fragen den Bemühungen dieser 'Männerdämmerer' ein Profil zu verleihen: Welchen erzieherischen Effekt im Hinblick auf die Jungen (auf diejenige Gruppe also im Erziehungswesen, der man, nach Jahrzehnten sträflicher Vernachlässigung, gerade endlich beginnt, etwas Aufmerksamkeit zuzuwenden) beabsichtigen Behauptungen, nach welchen der Mann im Aus begriffen sei und dies, weil es von der Mutter Natur so veranlagt wurde? Welcher Akt der Menschlichkeit wird hier gegenüber dem gescheiterten Mann gepflogen, der auf der Straße liegt und dem die politischen Sykophanten seines Geschlechts, die sich gemütlich in der Behaglichkeit ihrer Redaktionsstuben zurücklehnen, den Fuß an den Hals legen und ihm erklären, sein Scheitern sei ein Naturvorgang? Sind die auffälligen Selbstmorde der amerikanischen Irak-Soldaten eine Folge ihres Chromosoms oder ihres Hormons also, aber nicht eine Folge der ausweglosen Situation, in die sie auf Grund ihres Geschlechts befohlen wurden? Ist solch morbide Gleichgültigkeit die Botschaft, welche diese 'Linksliberalen, die an die verändernde Macht der Politik glauben', der gleichgeschlechtlichen Hälfte der Menschheit zukommen lassen wollen? Und falls dies so ist, müßte dann gerade diese Sorte die herzliche Gastfreundschaft der Feuilletons und Wochenmagazine einer progressiven Gesellschaft genießen? Was ist also heute im Kulturleben los, wenn solchem humanen Analphabetismus derartige Ehre erteilt wird? Steht uns nicht erst damit die Dämmerung vor Augen, die wahre, von den dämmrigen 'Männerdämmerern' und Weibespriestern getragene, verkannte und verdrängte Dämmerung, verkannt und verdrängt deswegen, weil sie ihren Heraufbeschwörern zu nahe ist, als daß sie sie wahrnehmen und besichtigen können?

Beachten wir zur Verdeutlichung der offensichtlichen Willkür, mit welcher sich Steve Jones durch die Pfade der Biologie und Soziologie schlängelt, den Aufbau des folgenden Zitats: "Die Lebenserwartungslücke zwischen Reich und Arm schließt sich mit jedem vergehenden Jahr für die Frauen um einen Monat, doch bei den Männern tut sich nichts. Die Männer könnten sich freilich von ihren Y-Chromosomen belehren lassen."13. Hier wird als erstes anerkannt, daß "die Lebenserwartungslücke" sozialbedingt ist, denn sie besteht für beide Geschlechter zwischen "Reich und Arm". Diese sozialbedingte Lücke schließt sich für die Frauen deswegen, weil die sozialen Zusammenhänge immer "egalitärer" wurden, wie uns Jones bekundet. Also ist das Schließen dieser Lücke bei den Frauen genauso sozialbedingt wie die Lücke selbst. Das Nichtschließen dieser Lücke aber bei den Männern soll nicht sozialbedingt sein; und das obwohl sie, die Lücke, ja zwischen reichen und armen Männern, also zwischen Männern mit sozialbedingten Unterschieden besteht! Anstatt also, daß Jones die Frage stellt, welche sozialen Unterschiede bewirken, daß die egalisierenden Fortschritte der letzten Jahrzehnte allein Frauen zugute kommen, steigt er unversehens auf die Biologie um: "Die Männer könnten sich freilich von ihren Y-Chromosomen belehren lassen". Wir sollen uns also nicht fragen, ob die sozialen Systeme der postfeministischen Ära männerfeindliche Auswirkungen zeitigen. Dabei behauptet Jones selbst, wie wir in seinem späteren Interview lasen, daß es kaum ein Seminar gäbe, "in dem Genetiker, Anthropologen und Psychologen sich gemeinsam mit dem Phänomen Mann befassen" würden, und konstatiert damit selbst eine soziale Gleichgültigkeit gegenüber Männern! Denn sicher gibt es auch kaum so etwas wie Männergesundheitsprogramme, deren Prospekte die Arztpraxen überfluteten, und wegen Geldmangels wohl auch kein Männergesundheitsbericht des Gesundheitsministeriums, keine Studien über die Gründe von Selbstmorden bei Männern, geschweige denn über die Auswirkungen der neueren Familien- und Scheidungsgesetze oder die Unzuträglichkeit von Männerberufen.

Etwas verschlagen auch sein Vorschlag: "Die Männer könnten sich freilich von ihren Y-Chromosomen belehren lassen". Ist Y nicht das Chromosom, das Jones als einen "wichtigen Ursprung von Übeln für den Mann" definiert und das "den Mann als defizitäre Form der Frau mit Neigung zur Selbstzerstörung erscheinen" läßt? Wie sollten sich also Männer gerade von diesem "belehren lassen"? Der Vorschlag ist nur der perfide Versuch von Steve Jones, seine für sein Buch als fatal erkannte Feindschaft mit dem Y-Chromosom hinterlistig abzumildern. Wie der Ankläger, der im Lauf der Untersuchungen zu fürchten beginnt, am Ende selbst angeklagt zu werden, und prompt zu heucheln beginnt. Wie viel Dummheit doch diese verwöhnten Intellektualisten glauben, ihren Lesern zumuten zu können, daß diese solche Schliche übersehen sollen! Und welches Elend unserer Kultur, wenn FAZ-Feuilletons und SPIEGEL-Ausgaben solchen Widersinn gelassen publizieren!

Noch untröstlicher erscheint das Ganze, wenn man hinzuzieht, daß Jones nichts Neues brachte! Seine Aufgabe scheint eher gewesen zu sein, Neues zu verschütten. Von 'Männerdämmerern' nämlich wimmelte es geradezu seit den Achtzigern, und Bezeichnungen des Maskulinen wie: "Unfall" oder "Fehlgriff der Natur", "Versager", "Neandertaler" und "Auslaufmodell" gaben sich schon die Ehre in der Pop-Wissenschaft seit die Jüngeren unter uns die Welt kennen. Selbst zur Zeit, da Jones mit seinem drolligen Bestseller von der Medienelite der deutschen Metropolen hofiert wurde, war er nicht allein. Bryan Sykes, ein Landsmann, brachte etwa einen Monat früher (im September 2003) sein Buch "Adams Curse" (zu deutsch "Adams Fluch") mit ähnlichen An- und Absichten heraus - noch ein Spätling, der gerade das schrieb, was sich eben revidierte. Seit den Fünfzigern wird das Y-Chromosom verkannt, seit den Achtzigern wird es regelrecht verfolgt. Solche 'Wissenschaftler', Männer und auch Frauen, die dem verzweifelten Griff biologistisch-feministischen Schmachtens nach der evolutionären Identität der vom Mann separierten Frau Hilfestellung boten, traten allenthalben auf in der Öffentlichkeit mit ähnlichen, kaum variierenden Thesen. Eine lange Mode. Und "Mode" ist hier das passende Wort.

Die Comic-Figuren

Mit einem Artikel nämlich über Mode scheint uns passend, diese Abhandlung abzuschließen. Er gehört schon deutlich der kühleren Zeit an - längst war dem Jahrhundertsommer das Sengen abgenommen, und es war, als käme nach Frankfurt am Main das Denken aus langer Reise zurück und fände Peinliches vor, das sich in seiner Abwesenheit zusammengetummelt hatte. Dieser Artikel bekannte sich zu seiner dubiosen Verwandtschaft mit jenen hier besprochenen. Er begann mit den Worten: "Die Männerdämmerung schreitet voran. Die in dieser Zeitung aufgestellte Diagnose, die Frauen hätten hierzulande den Männern als Kommunikatoren des gesellschaftlichen und politischen Prozesses den Rang abgelaufen (FAZ vom 1. Juli), bestätigt sich auch in anderen Ländern."

Ein Buch wird - auch wieder von Big Sister NEW YORK TIMES befohlen - referiert, ein Buch, auf dessen Cover ein Mannsbild vergeblich danach strebt, weibliche Größe zu erlangen, und dessen Inhalt nichts weiter sein soll und wohl auch kann als eine weitere Kopie der Kopien jener suspekten 'Diagnosen' der an der kurzen Leine des Zeitgeistes kurzatmig dahindrängenden Dackel der Moderne.

Warum sich dieser Artikel uns zum Schluß empfiehlt, ist, weil er den Strom der Geistlosen dahin führt, wo er unweigerlich und naturgemäß hin gehört, in das Reich der Fantasy, der künstlichen Verwirklichung und der ephemeren Mode. Das im Artikel besprochene Buch ("Mismatch", von Andrew Hacker) soll nach der Rezension "die Frau von heute als Superheldin" porträtieren, "die sich durch eine zunehmend von männlicher Unzulänglichkeit geprägte Welt kämpft", so die Zeitung. "Dieses Bild entstammt nicht von ungefähr der Populärkultur, wo die kämpferische, kriegerische Frau schon seit längerem auf dem Vormarsch ist - von 'Charlies' teuflisch wehrhaften 'Engeln' über 'Lara Croft' bis hin zu dem weiblichen Kampfroboter, mit dem es Schwarzenegger in 'Terminator 3' aufnehmen mußte." Auch "das nächste Männer-Massaker" wird uns angekündigt; ein Film solle in Kürze in die Kinos kommen, der "die blutrünstige Rächerin... auf die Leinwand schickt, um ihren verräterischen Liebhaber zu töten."

Erinnert das alles den Leser nicht an das Kind aus dem Abschnitt "Dämmerung" weiter oben, "das uns - mit einem Laken über dem Kopf - herumfuchtelnd als Gespenst beängstigen" wollte? An seine drolligen Laute: "Uuuhhh - Klytämnestra. Uuuhhh - die schwarzgekleidete Witwe"?

Interessant für eine Analyse unseres Formats wird aber der Artikel erst etwas weiter: "Der gesellschaftliche Wandel, der sich in solchen Werken abzeichnet, spiegelt sich selbstverständlich auch in der Mode wieder", heißt es. Es werden nun Kreationen der kommenden Herbstmode mit dem Blick schon wieder der NEW YORK TIMES begutachtet, interessanterweise Kreationen, die ausschließlich von männergeführten Modehäusern stammen und die "die Herrenwelt... durch hohe, bedrohliche Schulterpartien" oder durch Design, das an Ritterkostüme und Kampfanzüge erinnert, einschüchtern sollen! Die Botschaft dieser Mode, verkündet von einer New Yorker Boutikbesitzerin, klingt mitleiderregend, aber keineswegs für die einzuschüchternden Männer, sondern erstens für jene Frauen, die ihr Streben nach Identität in die eitle Verspieltheit der Modeprodukte investieren, und zweitens für jene NEW YORK TIMES- und FAZ-Alphabeten, die bei ihren Analysen über einen Fluß zu laufen glauben, unter dem eine Brücke fließt. Die Boutikbesitzerin: "Ich bin göttlich, niemand kann mich verletzen." und die FAZ: "Und ein Mann schon mal gar nicht." Na also, haben wir endlich das Opferdogma des Feminismus abgeschafft?

"Auf den neuen Trend reagiert auch die Werbung", schreibt noch die Frankfurter Zeitung, als hätte sie gerade eben die schon lange währende männerfeindliche Werbung entdeckt. Es folgen unbedeutende Beispiele, etwa das Übergehen der Männer bei der Werbung modischer Utensilien der Firma Gucci: "Während die früheren Kampagnen von Gucci stets Männer und Frauen zeigten, sind in diesem Jahr die Männer aus den Anzeigen verschwunden: Abgebildet werden fast ausschließlich Frauen mit Babys, von Vätern keine Spur." (Notiz des 'Maskulisten': Im November trennte sich das Haus Gucci von zwei seiner Mitarbeiter. In der Presse wurde berichtet, daß daraufhin "die Anleger" die Aktie abstraften. Denn "dieses talentierte Tandem", die beiden Männer, hatten "aus Gucci eine weltweit anerkannte Luxusmarke gemacht." Zwei Männer sollen es also gewesen sein, zwei sicher geschickte, zwei, die das primäre Rezept zum Erfolg eines Modemolochs, Frauen mit den Klunkern zu versorgen, die sie als Erweiterung ihrer Persönlichkeit, oder wie es in der FAZ heißt, "als 'Teil ihrer Ausrüstung' und Ausdruck einer 'übernatürlichen Stärke'" benötigen, gut kannten. Zwei Männer, die als solche leicht erkennen konnten, daß es sich nicht wirklich lohnt, teure Werbung aufzuwenden, um auch Männer für dergleichen anzulocken. "Das Team hatte in den neunziger Jahren die Kontrolle bei dem damals fast bankrotten italienischen Modehaus übernommen und das Unternehmen auf Erfolg getrimmt.")14

Ganz-ganz schlecht sollen Männer des weiteren auch in der Schmuck-Szene abschneiden. Als Träger waren sie nie die große Hoffnung der Branche, nun werden sie - welcher Schmerz! - nicht einmal mehr als Käufer und Beschenker der Damen wahrgenommen: "In der neuen Werbekampagne der Diamantenbranche haben die Männer nun komplett ausgedient... Die moderne Frau kauft sich ihre Klunker längst selber und betrachtet ihre Ringe als 'Teil ihrer Ausrüstung' und Ausdruck einer 'übernatürlichen Stärke'".

Hier stehen wir also mitten im Frauenpower-Studio; zwischen den modischen Klunkern, die 'moderne' Frauen zwecks aufgesetzter 'Göttlichkeit' brauchen und den - noch peinlicheren - publizistischen Klunkern der Feministen, die gar nicht mehr zu wissen scheinen, wie sie der immer schwerer werdenden Aufgabe nachkommen sollen, die Lächerlichkeit ihrer Ansichten mit ernst verfolgten politischen Absichten zu vereinen. Dieser letzter Artikel versucht genau das! Und er gestaltet sich dementsprechend.

Er taucht (nach heißen Wochen der gesellschaftlichen Analysen unseres 'kleinen Gespensts' und FAZ-Mitherausgebers und des wissenschaftlichen Klamauks von Steve Jones) die feministischen Verheißungen der heraufkommenden Superfrau in das offensichtlich Groteske aus der Welt der Mode, der Werbung und der Comic-Figuren ein, um so den - mehr oder weniger versehentlich - grotesken Auftritt der 'Männerdämmerer' in den vorangegangenen Wochen vorsichtig zu verharmlosen. Dabei versucht er die besondere Stellung, die Frauen im Milieu gesellschaftlicher Verkünstelung einnehmen und die eher Klägliches für die sich so hergebende Weiblichkeit aufzeigt, so zu deuten, als ließe sich auch hierbei ein großer Sieg des Weibes diagnostizieren. Und er stellt so die allzu kargen Vorräte des Feminismus peinlich zur Schau. Zugleich wirkt der entschiedene Einsatz des Satyrischen ("Harten Zeiten sehen die Männer entgegen, deren einzige Hoffnung darin besteht, daß nicht jeder der Kampfanzüge den Weg vom Laufsteg in die Straßen findet") selbstreflektierend und etwas versöhnlich, was auf ein leises Bedenken des Feministen hindeutet, er hätte sich selbst mit den eigenen Thesen ins Abseits des vernünftigen Diskurses befördert.

Kein Zweifel, Feministen werden verlegen, wenn sie merken, daß sie die 'Sau', ihre Sau etwas zu weit nach außen gehängt haben. Und dann empfinden sie das Bedürfnis, einen halbwegs berichtigenden Beitrag zu bieten, der in etwa fleht: 'Es könnte doch auch alles nur modischer Spaß gewesen sein, ganz so ernst konnte es doch gar nicht gemeint sein. Merkt ihr denn das nicht?'

Ja, wir merken es. Besser: Wir wissen es, wir Maskulisten. Und wir hätten auch den folgenden letzten Satz des Artikels nicht benötigt. Schade nur, daß viele derjenigen, die es bitter nötig hätten, ihn vielleicht gar nicht richtig zu deuten wissen. Darin heißt es: "Einen Gegentrend hat die NEW YORK TIMES auch ausgemacht, und zwar in Liberia: Dort überraschen Frauen, die tatsächlich kämpfen wie die Rebellenführerin Col. Black Diamond und ihre Mitstreiterinnen, durch ausgesprochen femininen Kleidungsstil".15 Wen "überraschen" denn diese Frauen, die, weil sie "tatsächlich" kämpfen müssen und es auch tun, Symbole nicht zu würdigen nötig haben, die Kampf bloß karikieren? Etwa die FAZ-Großhirne und Evolutions-Analysten?

Uns jedenfalls nicht. So wenig wie es uns überrascht, daß die FAZ bei insgesamt 333 Mitarbeitern (lt. Register der Autorenzeichen, Stand 2000) 260 männliche beschäftigt, wobei alle fünf Herausgeber, alle vier Ständigen Berater und der Spezialist für Sonderaufgaben und Nachwuchsschulung Männer sind. In den verschiedenen Redaktionen (außer "Jugend und Umwelt") höchst vorwiegend Männer! Dämmert nun die FAZ, fragt man sich, freiwillig mit den Männern dahin? Warum eigentlich? Aus Sympathie kann es ja wohl nicht sein! Verschlafen etwa die Herausgeber den Umstieg auf die zukunftsträchtigere Spezies? Wenn Frauen bereits achtzig Prozent der "Bewußtseinsindustrie" für sich gekapert haben und weiter auf dem Vormarsch sein sollen, was wäre da noch über die Zukunftsträchtigkeit einer Zeitung zu sagen, bei der noch das umgekehrte Verhältnis waltet?

Gebt endlich auf vor den Zukunftserstürmerinnen, ihr Männerdämmerer! Schon seit die ersten Telefongesellschaften ausschließlich Telefonistinnen beschäftigten, sehnt sich die Weiblichkeit nach einer feindlichen Übernahme der Macht. Ja, von noch früher her: Bereits als Frauen in den Küchen ganz unbemerkt die Stoffwechselindustrie übernahmen, wußten sie genau was sie wollten. Nur hatte das niemand gemerkt (da gab es ja auch noch keine Schirrmachers), und nun ist es soweit: Seid also ein braves "Auslaufmodell der Evolution" und laßt endlich das Einlaufmodell heran. Holt die Holden, ihr FAZ-Macher und Ähnliche, holt weiblichen Genius und Intuition samt sozialem Gesülze, vernetztem Ganztagsgeschwafel und Einlullungsvermögen; holt die Zukunft in eure Stuben. Und auch in die Werbung: Von wegen "dahinter steckt immer ein kluger Kopf." Zwar dann, wenn die sich unter dem unteren Zeitungsrand präsentierenden Beine weibliche sind; sonst müßte es aber wahrheitsgemäß heißen: "Dahinter steckt ein geschrumpftes Chromosom"!

Dann, erst dann könntet ihr einen Anspruch darauf erheben, ernst genommen zu werden. Aber dann gäbe es vielleicht eure Redaktionen kaum noch? Traurig, wenn jemand nur ernst genommen würde, nachdem er sich selbst aushob. Derjenige hätte ja wohl etwas gründlich falsch gemacht... Darüber sollten nun die überzeugten Vertreter der vermeintlichen Versagerart meditieren (mit oder ohne Glas). Empfohlener Leitgedanke bei der Verinnerlichung: So manches was den Zeitgeist prägt, ist nur Mode, die man trägt.

Noch! Denn wir, die kein bißchen mit euch mitzudämmern gedenken, sind auch noch da, und unser Bewußtsein ist nicht industriell gefertigt.

Dieser Beitrag entstand in der Zeit 09. 09.-16. 11. 2003

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Quellen, Anmerkungen:

1. FAZ, 01. 07. 2003, "Männerdämmerung"
2. DIE WELT, 12. 07. 2003, "Big Sister"
3. FAZ, 21, 07. 2003, "Kennwort Y"
4. FAZ, 28. 07. 2003, "Na ja, Männer, zu kleines Gehirn"
5. FAZ, 20. Juni 2003, "Ehrenrettung für den Mann - Erstaunlich progressiv: Das Y-Chromosom ist fertig sequenziert"
6. Hier, "Essays", "Intelligenz-Forschung...", "Eine kleine Hymne an das Y-Chromosom"
7. Siehe Punkt 5
8. Hier, "Essays", "Intelligenz-Forschung, dumm gelaufen"
9. FAZ, 22. 08. 2003, "Der Frauenzusammenführer"
10. Hier, "Briefe", "Brief an den FAZ-Männerdämmerer"
11. AFP-Meldung vom 29. 11. 2002
12. Hier, "Essays", siehe Punkt 8
13. FAZ, 11, 08, 2003, "Das Bild vom Y"
14. n-tv am 04. 11. 2003
15. FAZ, 26. 08. 2003, "Mode - Geschlechterkampf: Die Frauen rüsten auf"