Eine kurze Reportage
W
ie bewältigen israelische Jugendliche den Terroralltag in ihrem Land? Antwort auf diese Frage sollte uns das folgende kurze Interview der jungen Israeli geben, die von dem ARD-Radiosender als Repräsentantin der israelischen Jugend ausgewählt wurde.1
Anlaß zu der Reportage war eine in den vergangenen Wochen anhaltende Gewaltwelle, in deren Rahmen Anschläge junger palästinensischer Selbstmordattentäter auch an Orten stattfanden, an welchen sich vorwiegend junge Menschen aufhielten, wie z.B. in einer Diskothek. Es gab mehrere Opfer zu beklagen!
Daß man sich trotz des Terrors nicht zu Hause einschließen könne, sondern selbstverständlich weiterhin Unterhaltungsetablissements besuchen müsse, und daß nicht versucht werden solle, das Schicksal zu vermeiden, auch wenn dies das Opfer eines Anschlags zu werden abverlangt, war - in Kürze ausgedrückt - der Weisheit letzter Schluß der jungen Frau.
Aber damit nicht genug. Denn unversehens hörten wir den jungen Menschen weiter über etwas reden, das dem Kenner der Medienmanipulation, die auf dieser Webseite thematisiert wird, das leise Da-haben-wir´s-wieder-Lächeln entlocken mußte. Nämlich darüber, daß in deutschen Diskotheken die "Typen", also die männlichen Gäste, Mädchen angeblich "da anfassen, wo man nicht gern angefaßt werden möchte".
Mag ja nun solches Anfassen ganz ganz Schlimmes bewirken. Dieses soll uns aber nicht der Konsequenz entheben, hier eine jähe Mutation des Informationsinhaltes zu registrieren. Denn was hat das Bewältigen des Terroralltags in Israel mit dem Verhalten der "Typen" in bundesdeutschen Diskotheken zu tun? Richtig: Rein gar nichts!
Und selbstverständlich berechtigt uns dieser Sprung im informatorischen Verhalten des ARD-Senders (im Hinblick auf unsere gesunde Lust, gern denkende Wesen zu sein, verpflichtet er uns geradezu), naheliegende Spekulationen über die Hintergründe anzustellen.
Bevor wir jedoch mit unseren Annahmen loslegen, sollte klargestellt werden, daß unser Interesse am Ergründen dieses Sachverhalts keineswegs daran liegt, daß hier ein vom Autor dieser Zeilen ernstzunehmendes Männerfeindlichkeitsverhalten vorliegt. Da sind wir ja Deftigeres gewöhnt als die eher triviale Beschwerde über "Typen", die in Diskotheken, an jenen Orten nämlich, an welchen junge Menschen sich so dicht zusammendrängen wie Sardinen in der Büchse, Mädchen da "anfassen, wo man nicht gern angefaßt werden möchte"; wobei diejenigen Körperstellen gemeint sein dürften, die von der in den Diskotheken sich aufhaltenden weiblichen Jugend meistens durch eine allzu enge oder allzu knappe Umhüllung in aller Eindeutigkeit als die richtigen oder eben die falschen gekennzeichnet werden. Damit Mißverständnisse ausgeschlossen bleiben!
Nein, unser Interesse gilt eher dem Umstand, daß wir hier ein erquicklich typisches Exempel feministizistischer Verdrehkunst vor uns haben, so simpel improvisiert, daß mit ihm die einfältige Methodik 'frauengerechter' Bericht-erstattung wie ein fast schon wieder sympathisch-ungekonntes Kinderartefakt vor uns steht, wie eines, das von den Erwachsenen zwar mit Selbstverständlichkeit, aber nicht ohne die nötige Nachsicht angenommen wird, die Nachsicht desjenigen nämlich, der gezielt vermeiden muß, der Ungunst des störrischen und verhätschelten kleinen Mädchens zu verfallen, das solche Objekte schafft, der Ungunst des feministischen Geistes.
Wie leicht sich dieser, verwöhnt und durch die allgemeine Einhaltung seines Kritikverbotes all die Jahrzehnte unvorsichtig und immer leichtfertiger geworden, bloßstellen läßt, soll dem Leser dadurch deutlich gemacht werden, daß die Entstehungsschritte dieser Berichterstattung, in unserem spekulativen Wiederaufbau derselben, uns unübersehbar an auf diesen Seiten bereits Dargelegtes erinnern werden. Und jetzt zu unserem Versuch:


