Intelligenz-Forschung, dumm gelaufen!
Prof. Hameisters Anliegen
E
s war ein Gespräch über Intelligenz - man stelle sich das vor! -, und das in einem renommierten Tageblatt,1 in welchem auch folgende Frage fiel, eine Frage, über deren Intelligenzgehalt der Leser überrascht sein dürfte: "Kann ein Mann intelligenter sein als seine Mutter?"
An sich gar keine schlechte Frage, könnte man meinen, bedenkt man, daß sie Teil eines Interviews war, das als Artikel in der FR den Titel "Das dumme Männer-Chromosom" trug, und von Mann an Mann gestellt wurde, nämlich vom FR-Mitarbeiter Lucian Haas an den Professor für Humangenetik der Universität Ulm, Horst Hameister.
Doch kein Grund, hier über den Intelligenzstand des Fragestellers zu schmunzeln, denn die Frage des Herrn Haas war berechtigt. Nämlich bestens geeignet, um den verworrenen Hergang der Gedankenkonzeption unseres Professors als einen solchen auszuweisen. Denn Professor Hameister machte es sich nicht leicht. Nicht aber deswegen, weil die in diesem Interview zu behandelnden Fakten etwa zu kompliziert gewesen seien, sondern vielmehr, weil das Anliegen des Professors, zu welchem die gebrauchten Fakten hinmünden sollten, ein ziemlich gewagtes war: Es bestand darin, nachzuweisen, daß die Evolution der Intelligenz auf unserem Planeten den Frauen zu verdanken sei, den Männern aber, so Prof. Hameisters Forschungsergebnis, nur 'sehr Enttäuschendes und Entblößendes' zukäme.
Für den Beobachter des Einflusses femosexistischer Gedankentauglichkeit in der wissenschaftlichen Forschung der letzten Jahrzehnte liegt hier etwas Erfreuliches vor, denn das Vorgehen Prof. Hameisters macht uns deutlich, daß sich die Invasion der "frauengerechten" Forschungs-Scharlatane der neueren Zeit offensichtlich auf dem Rückzug befindet.
Kamen sie doch noch vor wenigen Jahren mit der Entdeckung der weiblichen Überlegenheit durch ein dickeres Corpus Collosum, jene Balkenverbindung der beiden Gehirnhemisphären, die Frauen ein vermeintlich "vernetztes" Denken ermögliche, Männer aber zum "linearen" Denken verdamme; und versuchten es nur etwas später amerikanische Forscher durch den Masse-Vergleich der weißen und grauen Gehirnmasse der Geschlechter, um mit den Ergebnissen den Frauen sogar eine höhere mathematische Begabung zu attestieren!
Doch selbst der ödipalen Blindheit 'frauengerechter' Forschungspiraterie an den diversen Universitäten konnten die wirklichen Fakten auf Dauer nicht ohne Verlust des wissenschaftlichen Ansehens ihrer Träger verborgen bleiben: Das erheblich ausgeprägtere räumliche Bewußtsein des Mannes, sein virtuoser Umgang mit anschauungsfremden Inhalten (Zahlenverhältnissen, abstrakt-theoretischen Gedanken), seine höhere Gehirnströmung, seine Reaktionsfähigkeit, sein objektorientierter Sprachgebrauch, nicht zuletzt die offenkundigen Ergebnisse von Intelligenztests und einiges mehr, als wir an dieser Stelle anführen wollen, stellten wohl allmählich diese Forscher vor die Wahl zwischen ihrem Wunsch, als Wissenschaftler ernst genommen zu werden, und dem Wunsch, Lakaien eines modischen, populären Klischees zu sein.
Schnell schwanden auch die Gerüchte der 'neueren Forschungsergebnisse' vom Professor Besserweiß an der Universität Frauenlob. Doch nichts war umsonst! Von alledem blieb immer etwas haften, und Feminismus nimmt auch Reste mit verschlingender Dankbarkeit und beeindruckendem Verwertungsgeschick entgegen. Wer will sich heute schon die Mühe machen, zwischen Kommunikativität und Geschwätzigkeit oder zwischen der sozialen Kompetenz eines angeblich höheren EQs und dem Mangel an Selbstreflektion zu unterscheiden? Die Damen trugen ihre Trophäen mit dem Segen der 'Wissenschaft' und dem Rummel von Gruner+Jahr emsig heim und erklärten diese kurzerhand zu den Tugenden, die einmal die "Zukunft" unseres Planeten "weiblich" gemacht haben werden.
Etwas Herbstliches dagegen, etwas roströtlich-Depressives schwebt über dem etwas verzögerten Auftritt Prof. Hameisters. Schade! Man wird nicht mehr sagen, Frauen seien intelligenter, rechenbegabter oder ähnliches. "Männer sind häufiger bei den Fällen mit besondes niedrigem IQ, aber auch bei den Fällen mit besonders hohem IQ zu finden", muß selbst der frauengerechte Wissenschaftler heute gestehen. Ein Verdruß?


