JUNGE FREIHEIT
Buchvorstellung von "Medusa schenkt man keine Rosen"
Erschienen am 8. 2. 2008 in JUNGE FREIHEIT
"Trottel und Opfer", hieß der Artikel Ellen Kositzers in der Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT. "Trottel und Täter?" (mit dem sinnigen Fragezeichen am Schluß) wäre verfänglicher gewesen! Der Untertitel "Männerbewegte Literaten: Aufbegehren mit Argumenten" deutete auf die Besprechung maskulistischer Herausgaben hin. Mein Buch gehörte dazu. Es wurde dort zusammen mit Arne Hoffmanns MÄNNERBEBEN rezensiert. Hier ein Auszug aus der Rezension meiner "Medusa":
Wenn man die Männerbewegten in Männerrechtler und Antifeministen unterteilen mag (und es spricht einiges dafür), gehört Hoffmann der ersten und Michail A. Xenos der zweiten Kategorie an. In Leinen gebunden und mit Lesebändchen, wie es sich für den noblen Manuscriptum-Verlag gehört, kommt Xenos' bisweilen recht zynische Medusenschelte daher. Der unter Pseudonym veröffentlichende Autor ist Vater der reich besuchten Internetplattform www.maskulist.de. (Die Affinität zum Internet und die Begeisterung für dessen Möglichkeiten als Sprachrohr der "Unerhörten" eint die beiden Gender-Kritiker.) Die dort bereits erschienenen Beiträge im eloquent-anspruchsvollen Essaystil liegen nun somit gebunden vor. Anders als Hoffman zeigt sich Xenos weniger als Rufer einer "Gleiche Rechte für alle"-Parole und erst recht nicht als Gegner eines "Zweifrontenkrieges". "Männer bewegen sich anders", heißt es hier. "Nicht für sich selbst, nicht in erster Linie. Sie bewegen sich für die jeweilige Sache, die sie antreibt, und in dem jeweiligen Traum, den sie tragen und der sie trägt, sie streben in Richtung ihrer Vision, deren Aufleuchten in Fernen ihr Leben mit personenüberschreitender evolutionärer Verheißung speist." Heißt: Wahrend Frauen auszogen, ihren Bauch "und nebenbei durch Quoten und Gesetze auch ein paar lukrative Pöstchen in den öffendlichen Verwaltungseinrichtungen" zu erobern, waren es Männer, die durch Taten, Erfindungen; kurz: durch Leistung die Welt der Dinge und des Geistes bewegten. Wenn man meinte, Hoffmann habe keinen Punkt der staatsfeministischen Bestrebungen übersehen, so weiß Xenos dennoch einiges zu ergänzen - Frauenfußball und Pinkelpolitik etwa...
_____________________


