Vom "Ich" und dem "Vater" - Geschlechter-Analogien
Solche vordergründige Diskontinuität im Entwicklungsmodus des Maskulinen, die hingenommen und überwunden werden muß, sollte hier näher betrachtet werden. Beachten wir, daß der Vater, dem der Knabe zustrebt, zwar eine reale Gestalt ist, die aber von der sich bietenden Realität so lange fehlt, bis der Knabe einen gewissen Grad der Loslösung von der Mutter erlangt hat, bis er nicht mehr eins mit der Mutter sein muß. Und das muß er erst dann nicht, wenn die ersten zarten Andeutungen einer Entwicklung zur eigenen Person, zu einem Ich, aufgesprossen sind. Mit der Entdeckung des Vaters als eines Anderen, zu dem man aber nur durch ein Wechseln der Spur gelangt, entsteht eine Räumlichkeit im Werden und somit in der Zeit! Zugleich entsteht eine Form der Verwandtschaft, deren symbolisch-begreifende Natur sich als vorrangiger als die alte, empfindende Natur bewährt. In der Verwandtschaft zwischen Vater und Sohn spielt sich eindrucksvoll das Drama des sich der Natur entreißenden Ich ab, das so dem Diktat seiner biologischen Evolution den Gestus seines strebenden Geistes entgegenstellt. Alle Kultur des emanzipierten Ich geht so durch den Vater, oder "Ich und der Vater sind eins", wie schon an prägnanter Stelle artikuliert wurde!1
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