DER MASKULIST
03.11.2007

Grund der Nominierung

B

Bundespräsident Horst Köhler erhielt die Lila Kröte Nr. 4, im November 2007

undespräsident Horst Köhler schloß bei der diesjährigen Verleihung des Bundesverdienstordens an verdiente Bürger die Männer aus! Während der Verleihungsfeier1, in welcher nur Frauen geehrt wurden, verkündete er zudem, was einige Monate zuvor auch vom Magazin FOCUS berichtet wurde, nämlich die Einführung einer obligatorischen Frauenquote für zukünftige Vorschlagslisten als Bedingung für deren Annahme.

Mit der Durchsetzung eines solchen starren Mechanismus in einem Bereich ethischer Erwägungen und Bewertungen dürfte dieser Präsident den dirigistischen Vorstellungen selbst hartgesottener Volkspädagogen entsprochen haben.

Dem Maskulisten bot sich dies allerdings als der entscheidende Fingerzeig auf die Frage nach dem geeigneten Empfänger der Lila Kröte 2007.


Das Begleitschreiben


Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

im vergangenen Sommer verweigerten Sie einer biologisch zu bestimmenden Gruppe die gesellschaftliche Anerkennung für ihr Tun, soweit diese Anerkennung durch die periodische Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an verdiente Bürger bekundet wird. Die diskriminierte Gruppe war jene, deren Diskriminierung in dubiosen Richtlinien neuerer politischer Manifestationen schon einmal eine "positive Aktion" oder gar "positive Diskriminierung" genannt worden ist: die Gruppe Männer.

Aus dem Inhalt Ihres im Internet kopierten Grußwortes zu der Verleihung geht hervor, daß die von Ihnen eingehaltene Einseitigkeit Ihrem persönlichen Ansinnen Rechnung tragen sollte, die positive gesellschaftliche Einwirkung des weiblichen Geschlechts hervorzuheben. Doch Ihr Mittel zu diesem Zweck, der Ausschluß männlicher Teilhabe an der Verleihung, lieferte m. E. am Ende nur ein typisches Exempel des Versuches, Qualität mit den Mitteln erzwungener Quantität zu antizipieren. Somit sehe ich in diesem Aktionismus nicht nur Ihr eigentliches Ziel verfehlt, sondern auch weitere Gründe zur kritischen Betrachtung dieser eigenwilligen Initiative:

Zum einen erscheint Ihre Einschätzung des Objektivitäts- und Selbstwertbewußtseins der Frauen dabei etwas fragwürdig. Diese werden durch Ihre Maßnahme eher als ethisch minderbemittelte menschliche Potenzen dargestellt, deren sozialethische Präsenz nur dann zur Sichtbarkeit gelangt, wenn die sie übertrumpfende männliche ausgeblendet wird. Solche Vorkehrung zur Sicherung der ethischen Ausstrahlung des weiblichen Geschlechts dürfte aus der Sicht mancher ernsthaft denkenden, wahrhaft selbstbewußten Frau sogar Herabsetzung und Diskriminierung implizieren.

Zudem stellt Ihr Hergang den Prozeß einer angesteuerten Gleichberechtigung, oder wie es drastischer noch in politischen Kreisen oft formuliert wird, einer Gleichstellung, in Frage, denn sollte sie, die Gleichstellung, die Abwesenheit einer der gleichzustellenden Gruppen voraussetzen, liefe ihre Bedeutung ins Leere!

Ferner vermittelte Ihre Entscheidung, nur Frauen auszuzeichnen, zuzüglich der Erklärung, künftig nur quotierte Vorschlagslisten zu akzeptieren, einen unbehaglich höfischen Unterton, der nicht die Bereitschaft andeutet, den ethischen Präferenzen der Bürger Ihres Landes Rechnung zu tragen, sondern eher die etwas oberlehrerhafte Neigung, die Menschen in ihren Prämissen zu leiten.

Angesichts der Tatsache, daß Sie Ihren Anspruch einer unverhältnismäßigen Frauenbevorzugung im dehnbaren Bereich der moralischen Leistung zu einer Zeit vornahmen, in welcher man vielerorts intensiv darüber nachzudenken begann, ob die einseitige Frauenförderung in den konkreten Bereichen ihrer bisherigen Anwendung nicht eher Schaden anrichtete, könnte Ihr Vorstoß auch als anachronistisch erscheinen.

Jenseits jedoch all dieser Bedenken, sehr geehrter Herr Dr. Köhler, und vor allem ausschlaggebend ist hier die eingangs erfaßte Diskriminierung der Männer bei der diesjährigen Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Bürger(innen). DER MASKULIST, eine Initiative gegen bewußt oder unbewußt adoptierte feministisch-sexistische Handlungsmuster gegen Männer in Gesellschaft und Politik verleiht periodisch ebenfalls ihre Auszeichnung: Die LILA KRÖTE ist eine Urkunde mit Wasserzeichen, die als Negativ-Preis an Personen oder Einrichtungen geht, die Männern oder Jungen Rechte und Chancen absprechen, um, ideologischen Vorgaben folgend, einer Geschlechterisometrie gerecht zu werden, die Geschlechtergerechtigkeit fingiert.

In diesem Jahr geht die Lila Kröte an Sie und liegt bei.


Text der Urkunde:

Sehr geehrter Herr Bundespräsident Köhler,

die diesjährige Vergabe des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an verdiente Bürger erging nicht allein nach Verdiensten. Erstmalig in der Geschichte Ihres Landes, eines Landes, dessen kollektive Dramaturgie in der tragischen Auseinandersetzung mit einem desaströsen Ausbruch von Biologismus besteht, wurden biologische Merkmale zum entscheidenden Prinzip der Auswahl: Sie zeichneten nur Bürger weiblichen Geschlechts aus!

Diese Entscheidung, wie auch die Auflage, Vorschlagslisten von Ordenskandidaten in Zukunft nur bei Erfüllung einer Frauenquote zu akzeptieren, werfen nicht nur ein befremdliches Licht auf Ihr Verständnis der Aufgabe eines Bundespräsidenten, die nicht Gefahr laufen sollte, als Erziehungsprogrammatik eingeordnet werden zu können.

Auch in der Sache selbst könnte man die weise Hinterfragung dirigistischer Maßstäbe bei der Bewertung zwischenmenschlicher Leistungen vermissen, zumal ähnliche Maßnahmen politfeministischen Ursprungs heute in Ihrem Land und erstmals seit ihrer aufbruchverheißenden Durchsetzung in den sechziger und siebziger Jahren auf breiter Ebene in Frage gestellt werden!

Zwar bleibt die Aufnahme zeitgemäßer Impulse am Ende eine individuelle Aufgabe. Für die Freimütigkeit aber, mit der Sie bei Ihrer konkreten Aktion, der Vergabe des Bundesverdienstordens am 21. Juni 2007, Männerdiskriminierung als selbstverständliche Maßnahme zur Schaffung vorgefaßter Ergebnisse bei der Umverteilung von Anerkennung gebrauchten, erhalten Sie die Lila Kröte für das Jahr 2007 - die vierte Ausgabe dieser Auszeichnung in Folge.

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Quellen, Anmerkungen:

1. Link zum Grußwort des Präsidenten bei der Verleihung der Bundesverdienstorden