Kröten im Hörsaal
Ähnliche vernünftige Einwände neutralisieren mit Leichtigkeit auch alle restlichen Tugenden weiblicher Zukunftsträchtigkeit. Aber die Damen wurden nicht allein gelassen. Ein ganzes Arsenal männlicher Wissenschaftler entfaltete zur gleichen Zeit und auch schon vorher - sei dies aus wirtschaftlichem Kalkül, aus Geltungsbedürfnis oder aus ideologischem Starrsinn heraus - ein buntes, jämmerliches Häufchen profemininer und antimaskuliner Theorien und akademistischer 'Besichtigungen der männlichen Spezies', die sich gerade noch bis zu ihrer ersten leisen Hinterfragung als lebensfähig erweisen würden.
Die Femalistinnen, sprich Wissenschaftsfeministinnen, und ihre männlichen Schleimer betreiben gewiß keine Wissenschaft. Wären in ihnen auch nur Rudimente von wissenschaftlichem Gewissen vorhanden, gäbe es die genialischen Auswüchse ihres zweckgefärbten Suppenkochens nicht. Vielmehr wollen sie den Feminismus zu einer interdisziplinären Instanz hochzüchten, der es vorbehalten bleibt, per Diktat anzugeben, was in Wissenschaft und Forschung als korrekt angesehen werden darf. Und sie betreiben noch etwas anderes:
Vergleichen wir doch einmal den universellen Anspruch des Wissenschaftsfeminismus in dem Satz: "Alles ist anders, als die Herren der Schöpfung immer glauben machen wollten" oder in dem Vorhaben, "den gesamten Wissensschatz der Menschheit" neu zu ordnen mit jener Absicht in den Zielsetzungen des Gender-Mainstreaming, "sämtliche allgemeinen politischen Konzepte und Maßnahmen einzuspannen". Es klingt doch alles recht totalitär, nicht wahr? Gibt es da weitere Ähnlichkeiten?
Ja!
Betrachten wir in diesen beiden Konzepten den Zukunftsbegriff. Die Umordnung vom "gesamten Wissensschatz der Menschheit" soll die wissenschaftliche Erleuchtung erbringen, die eine jener Femalistinnen als das Fazit äußert: "Die Zukunft gehört den Frauen."3 Dies mutet wie ein evolutionäres Geplapper an, das leicht belächelt werden könnte. Je besser man aber den subtilen, hinterlistigen Geist im feministischen Vorgehen kennt und die ideologischen Zusammenzwänge allmählich zu erkennen beginnt, die ihm Wirksamkeit verleihen, desto mehr vergeht einem dabei die Lust zum Lachen. Zukunft nämlich ist im sozialpolitischen Kontext unmittelbar mit beruflichem Aufstieg verbunden. Und wozu sollen im Sinne des Gender-Mainstreaming "sämtliche allgemeinen politischen Konzepte und Maßnahmen" eingespannt werden?
______________________


