Urteile, Erklärungen und Schmiergelder
Mit besonderem Vergnügen aber, und nicht ohne einen Schuß berechtigt erfreuender Ironie, möchten wir jenes weitere Hindernis weiblicher Karriereplanung erwähnen, das auf diesen Seiten schon einmal dort angedeutet wurde, wo die Rede von einem "großen Stauen" war, "das weibliche Energie und Intelligenz wie ein Schwarzes Loch ansaugt und vertilgt".6 Gemeint ist der Feminismus selbst als Problem der Frauen! "Jene ganz spezifische Problematik, die Feminismus seinen Jüngerinnen dadurch auferlegt, daß er sich selbst zum herausragenden Projekt seiner eigenen Unternehmungen macht."7 Arne Hoffmann zu diesem Aspekt: "Besonders bedenklich stimmt im Zusammenhang mit Frauen im akademischen Bereich, dass diese Studentinnen sich auf Frauenthemen konzentrieren - und wenig anderes. Eine Zusammenstellung der renommierten Harvard-Universität in den USA ergab, dass sich beispielsweise von 185 durch Frauen eingereichten Doktorarbeiten im Fach Literaturwissenschaft sage und schreibe 160 mit einer ideologisch ausgerichteten Themenstellung beschäftigten. Diese Einseitigkeit wird erfreulicherweise nicht von reaktionären Männern beklagt, sondern von kritischen Feministinnen... Sie stellten auch fest, dass von den 160 männlichen Harvard-Studenten, die im Untersuchungszeitraum... Doktorarbeiten verfassten, nicht eine einzige die Geschlechterdebatte ins Visier nahm."
Gott ja, die Kosten! Da wären höchstens noch die Frauenkosten zu besprechen. Doch wer kann uns schon darüber etwas sagen? Die Kosten des Feminismus werden sicher erst bekannt, wenn es ihn nicht mehr gibt. Die Millionen, die das eine Mal 7,5 sind, um Frauen an Hochschulen zu fördern oder 6, damit Frauen ein bißchen Internationale Frauenuniversität üben dürfen, die flächendeckenden Büros, Programme, Veranstaltungen und Einrichtungen - alles sicher nur periphere Kostenstellen. Eine Gesamtsumme wird wohl künftiger Gegenstand der Geschichtsschreibung sein.
Doch zurück nach Wiesbaden. Nachdem im oben zitierten Artikel über die Fachhochschule der Stadt die frohe Botschaft, "in Zukunft mehr Professorinnen zu berufen", uns die Klage über die 'nur' 14 Prozent vorhandener Professorinnen ertragen half, lesen wir weiter: "Derlei gute Absichten und viele mehr hat das hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst mit der Fachhochschule für eine 'Zielvereinbarung' ausgehandelt, die Ministerin Ruth Wagner (FDP) und Präsident Clemens Klöckner gestern besiegelt haben. Die besondere Frauenförderung 'versüßt' die Landesregierung mit 60.000 Euro pro Professorin. 'Wir probieren mal mit Geld, ob's dann etwas schneller geht', sagte Wagner; allerdings müßten die so geförderten Professorinnen selbstverständlich 'angemessenen Qualitätsgesichtspunkten' standhalten können müssen."
Es beruhigt natürlich enorm, daß die Professorinnen nicht einfach von der Straße geholt werden, sondern "angemessenen Qualitätsgesichtspunkten standhalten können müssen." Doch die Funktion von Schmiergeldern (um Tacheles zu reden) ist selten die einer reinen Qualitätssicherung. Die angewiesenen Universitäten werden es vermutlich oft nicht anders machen als in den schwedischen Urteilen, in welchen die "erheblich" höhere Qualifikation des männlichen Bewerbers zugunsten des weiblichen übergangen wurde. Dort hieß vielleicht der Zwang Richtlinie und Gender-Mainstreaming, hier kommen die dubiosen Frauenfördermaßnahmen Frau Wagners hinzu.
Bildung und Forschung wird mit solchen Automatismen selbstentfremdet, weil ihre Träger nach Gesichtspunkten eingesetzt werden, die nicht primär das Verhältnis der berufenen Person zum jeweiligen fachlichen Inhalt berücksichtigen, sondern die geschlechtertechnokratischen Vorgaben (un)verantwortlicher Funktionärinnen erfüllen sollen. Wir haben weiter oben erklärt, welchen Schaden den betroffenen Bereichen zuzufügen, derartige Maßnahmen in der Lage sind.
Doch es wird noch ironisch: "Zielvereinbarungen dieser Art" sollen "für alle zwölf hessischen Hochschulen bindend werden", sagt noch die hessische Ministerin, und Bindung macht bekanntlich unfrei. Um so mehr dann, wenn sie als Teil des Hochschulgesetzes vorgeschrieben wird. Doch "wie Ministerin Wagner... in Wiesbaden sagte, sind" diese Zielvereinbarungen "als Teil des... Hochschulgesetzes zu verstehen, das auf Eigenständigkeit und größere Entscheidungsfreiheit der Universitäten und Fachhochschulen setze."
Hat eben jemand: "Stoppt diese Weiber!" gesagt?
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