DER MASKULIST
01.01.2003

W

ährend also in den Neunzigern die Forderung nach sog. Gleichberechtigung zur politisch verankerten Diskriminierung des Mannes als zu einer "positiven Aktion" führte, machte sich in der westlichen Welt eine im wahrsten Sinn diabolische Stimmung gegen alles Maskuline breit (Diabolie = Verleumdung). Der in "ethischer Neutralität" männermordende Frauenkrimi, die "frechen", "mutigen" Unverschämtheiten einer medienverhätschelten Zickengarde, die vernichtenden Begutachtungen pseudowissenschaftlicher "Frauen-sind-einfach-besser"-Publikationen, die giftigen Prognosen populistischer Bioethiker, angeblicher Zukunftsforscher und anderer über das Ende der männlichen Spezies und die morbiden Befunde zeitgeistgeschädigter Witz-Akademiker, die alle im Dunkel ihrer selbstverschuldeten Dämmerung mit tauben Fingerspitzen den Mann abtasten und nur Phallus und Ellenbogen erkennen: das alles sind Neunziger, sind Hochblüte und ansetzendes Absterben des Feminismus zugleich!

Sagten wir eben "Absterben"? Gemeint ist die unweigerliche Auflösung durch das allmählich zur Wirkung gelangende Erkennen, daß Feminismus keine eigene Lebenskraft jemals besaß, kein eigen Blut - er muß welches saugen (raten wir wessen) - und daß seine Möglichkeiten sich der Welt einzuprägen, nicht einer Tat, sondern einer Ansteckung gleich seien, einer Infektion. Wir erkennen die Auflösung des Feminismus vorerst dort, wo Betroffene immer lauter zu werden beginnen, weil Feminismus übersah, daß der männlichen 'Beschützerrolle' (einem wesentlichen Aspekt seines Erfolgs) auch Subjekte zufallen, die Männer viel zu sehr lieben, um auch diese Opfer des Megärentums werden zu lassen: ihre Kinder, vor allem die Söhne, deren Schicksal die Familiengesetze und die Erziehungspraktiken des Feminismus alarmierend durchkreuzten.

Der feministische  Einfluß in den Wissenschaften erstrebt Methoden, die, ähnlich wie der galoppierende Medienmännerhaß (welcher exakt seit jener Zeit, an welcher Frauen die Medienanstalten überrannten, mit einer erschreckenden Verflachung des Informationswesens einhergeht), das Selbstbewußtsein des Mannes - des "Neandertalers", des "Unfalls der Natur", des "Auslaufmodells der Evolution", der bald "abgeschafft" sein wird, weil "verzichtbar" geworden - anzugreifen suchen. Es ist gut, daß es soweit gekommen ist, weil es so nicht weiter gehen kann. Es ist die Hochblüte dessen, was beim Feminismus nur blühen konnte und zugleich Absterbephase Nummer eins.

Der Nervenkrieg gegen den Mann, soll Frauen die Zukunft vermachen und kann wie jede Propaganda nur diejenigen berühren, die ihn nicht als solche erkennen, die ihm unbewußt ausgeliefert sind (weshalb Arbeiten wie diese so wichtig sind). Ginge es nämlich nach den Wissenschaftlern, welche solche Thesen vertreten, würden Männer in wenigen Jahrzehnten unbrauchbar herumlungern, ausgestoßen in einer Welt der Frauen, die sexlos Menschen reproduzieren und Kommunikativität, Soziabilität und was noch alles in schicken Jobs aus den Ärmeln schütten, aber kaum einen Mann finden, der ihnen "das Wasser reichen" könnte.1

Nach diesen Ansichten steht es schon heute fest, daß die Berufe der Zukunft weiblich sind, und auf Grund jener ätherischen Tugenden, die wir weiter oben erwähnten und über welche Männer nicht verfügen sollen, der Arbeitsmarkt - kulturgeschichtlich bedingt - dem Weib auf den Schoß fällt. Und so erben am Ende ausgerechnet diejenigen alle Zukunft, die über Jahrzehnte lang, Jahrzehnte, in welchen Männer die Raumfahrt erprobten, die Biologie revolutionierten und den Planeten mit dem digitalen Abbild ihrer Gedanken umhüllten, einzig ihren Bauch eroberten und mit den Mitteln der Diskriminierung, mit den Krücken der Quoten und teurer Eigenförderung auch einige lukrative Jobs, aber nicht einmal dies ohne Hilfe und Einvernehmen der Männer. Könnte Zukunft wirklich solcher Spezies vorbehalten sein? Wir meinen nicht.

Ähnlich sieht es aber offenbar auch das Bundesfrauenministerium: "Die Bundesregierung will mehr Frauen in die zukunftsträchtigen Berufe der Informations- und Kommunikationsbranche bringen. Mit der Initiative "Frauen ans Netz" und der Zusammenarbeit mit der Initiative D21, insbesondere im Projekt Idee-IT, will die Bundesregierung dieses Vorhaben umsetzen", lesen wir auf den Seiten der Behörde. Und auf den Seiten von "Frauen ans Netz" (dort unter "Gender-Mainstreaming") lesen wir sogar noch Eindringlicheres: "Wollen Frauen und Mädchen den Anschluß an die Informationsgesellschaft nicht verpassen, dann müssen die den gleichen Zugang zu den Schlüsseltechnologien erhalten wie Männer und Jungen".

"Frauen und Mädchen den Anschluß verpassen"? Sollen, ja können "Kommunikativität", "vernetztes Denken", "besondere Sprachbegabung", das alles noch mit edler "sozialer Kompetenz" passend formatiert, um ihre Zukunft bangen, während der "Neandertaler" ohne diese ganze Schminke munter voran schreitet? Ja, gibt es denn solche Zukunft überhaupt? Oder handelt es sich hier um ein zeitgeschichtliches Verwirrspiel?

Die "Initiative D21" wurde gegründet, um in Deutschland Fehlentwicklungen beim Übergang zur Informationsgesellschaft aufzuspüren und zu beheben. "Idee-IT", eine Mädchen und junge Frauen unterstützende Initiative gehört - wie auch "Girls´Day" - Projekten der "Initiative D21" an. Die Ziele nach den Worten der ehemaligen Ministerin Bergmann: "Gemeinsam mit den Kammern, Verbänden und regionalen Netzwerken wollen wir unser Ziel erreichen, bis 2005 den Frauenanteil an IT-Berufsausbildungen und an Informatikstudiengängen auf 40 Prozent zu steigern."2 Zum Vergleich: Noch zwei Jahre später (2002) befinden sich lt. IHK nur 14 Prozent junger Frauen unter den Auszubildenden in diesen Berufen, wobei administrative Tätigkeiten mit gemeint sind. Der weibliche Anteil bei IT-Systemelektronikern ist nur 4 Prozent!

"Frauen ans Netz" ist eine gemeinsame Aktion des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der Bundesanstalt für Arbeit, der Deutschen Telekom, der Zeitschrift Brigitte (Gruner+Jahr) und des Vereins "Frauen geben Technik neue Impulse". Auf den Internetseiten der Aktion erfahren wir auch, worin das Problem liegt: "Zahlreiche Statistiken belegen: Mädchen haben anderen Zugang zu Technik als Jungen." Pech aber auch! - was soll's? Schließlich haben Mädchen ja den besseren Zugang zur Technik; ihr Pech ist edel, hängt wieder einmal damit zusammen, daß sie 'eigentlich besser' sind. Oder will uns der darauffolgende Text etwas anderes sagen? "Nicht nur die... Shellstudie aus dem Jahr 2000 macht deutlich: Für Mädchen steht vor allem die Nützlichkeit und das Ergebnis im Vordergrund. Jungen hingegen sehen den Computer dagegen oft selbst als Spielzeug und interessieren sich für Computersprachen und Zahlenreihen."3

Hat nicht jeder von uns, liebe Leser, schon einmal einen Jungen gesehen, der beim Anblick von Zahlenreihen in Entzückung gerät? Oder finden vielleicht Jungen eher Zahlenreihen interessant, wenn sie eine Bedeutung dahinter vermuten? Was uns die belustigende, Feingeist nachahmende, verplappernd-beschönigende Verdrängungssprache der Verfasserinnen nicht verschweigen kann, lesen wir etwas weiter unten: "10 Prozent der männlichen Jugendlichen beschäftigen sich schon früh mit der Software-Entwicklung. Bei den Mädchen sind es nur 3 Prozent." Vielleicht sollte man Mädchen künftig Zahlenreihen anstelle von anderem Spielzeug zu Weihnachten schenken? Oder ihr Denken noch stärker vernetzen...

Solche Maßnahmen könnten die Bundesregierung enorm entlasten, die Unternehmung "Zukunft-ist-weiblich" nämlich könnte (zumindest nach den Vorstellungen des Frauen-ans-Netz-Teams auch "Zukunft-wird-teuer" heißen. Denn "damit Mädchen den Anschluß in die Informationsgesellschaft nicht verpassen", vertrauen uns die Netzfrauen auf ihrer Page an, "stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung bis zum Jahr 2004 Finanzmittel in Höhe von ca. 200 Mio. Euro." Nicht erschrecken! Eine Anfrage an das Bundesministerium für Bildung und Forschung erbrachte, daß dieser Text eher mißverständliches Wunschdenken der Netzfrauen sei. Es konnte allerdings nicht festgestellt werden, ob die Aussage des Bundesministeriums oder die der Netzfrauen die richtige war.

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Quellen, Anmerkungen:

1. "Das Ende der Gesellschaft", GEO WISSEN, Nr. 26
2. Seite der Bundesregierung, "Frauen", im Dez. 2000
3. Der Text ist einer Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zum Thema: "Gender-Mainstreaming im Förderprogramm Neue Medien in der Bildung" entnommen