Daß Sprache Macht bedeutet, ist
eine richtige Erkenntnis. Das ist deswegen so, weil Sprache Ideen
vermittelt, die, einmal ausgesprochen, Prozesse in der Wirklichkeit
auslösen können. Damit die Sprache allerdings Veränderungen in der
Wirklichkeit bewirken kann, muß diese auch von der Wirklichkeit abstammen
und von ihr getragen werden können! Sie muß die zu vermittelnden
Ideen in Begriffen ausdrücken, die in der Wirklichkeit verifizierbar
sind, d.h. etwas darlegen, was es auch so gibt.
Möge der Ästhet es dulden, daß auf
diesen gleichen Seiten, auf welchen schon recht kuriose Zitate paradierten,
auch die folgenden schönen und bedeutenden Verse aus Goethes Faust
angeführt werden. Und es sollte uns auch nicht abschrecken, daß es
sich dabei um ein berühmtes Zitat handelt, das oftmals zum Anlaß philosophisch-metaphysischer
Betrachtungen genommen worden ist; was wir ihm abgewinnen wollen,
sind weniger die metaphysischen Aspekte der hier behandelten Begriffe;
es kann uns auch zu einer einfachen Deutung unserer täglichen, realen
Sprachhandlungen dienen. Es heißt:
"Geschrieben steht: »Im
Anfang war das Wort!«
Hier stock ich schon! Wer hilft mir weiter
fort?
Ich kann das Wort so hoch unmöglich schätzen,
Ich muß es anders übersetzen,
Wenn ich vom Geiste recht erleuchtet bin.
Geschrieben steht: Im Anfang war der Sinn.
Bedenke wohl die erste Zeile,
Daß deine Feder sich nicht übereile!
Ist es der Sinn, der alles wirkt und schafft?
Es sollte stehn:
Im Anfang war die Kraft!
Doch, auch indem ich dieses niederschreibe,
Schon warnt mich was, daß ich dabei nicht
bleibe.
Mir hilft der Geist! Auf einmal seh ich Rat
Und schreibe getrost: Im Anfang war die Tat!"
Faust
I, 1224-1237
In dieser virtuos geleiteten Kaskade
von Bedeutungen, in welchen sich das Wesen des Wortes "Wort" in
genialen begrifflichen Transformationen entfaltet, verdeutlicht der
Dichter einen intimen Zusammenhang zwischen den Begriffen "Wort", "Sinn", "Kraft" und "Tat".
Ein "Wort", das keine Idee vermittelt, kann nicht begriffen werden,
hat keinen "Sinn", ist bloßer Laut. Dieser wird erst zu
Wort durch den "Sinn", das Deuten auf etwas Gekanntes,
die Bedeutung.
Aber auch ein Wort, das zwar eine
Idee vermittelt (Begriff ist), aber eine, die nicht auf etwas in
der gelebten Wirklichkeit Vorhandenes hinweist, kann so nicht auf
die Wirklichkeit greifen, hat keine Wirksamkeit oder "Kraft".
Und als solches kann es auch für sich keine Ereignisse bewirken,
keine "Tat" auslösen, nicht Tatsachen schaffen.
Zugleich - um vom anderen Ende
der Skala auszugehen - hat ein Begriff, der nicht auf der "Tat" oder
den Tatsachen beruht, nicht also auf ein bereits Getanes oder Existierendes
hinweist, weder "Kraft" (Wirksamkeit) noch "Sinn" (Bedeutung).
Wir wissen, daß alle Begriffe aus der Anschauung, aus dem also, was
sichtbar vorhanden ist, stammen; selbst die abstrakten Begriffe lassen
sich etymologisch auf Anschauliches zurückführen. (Ausnahmen sind
geometrische Begriffe, da sie unabhängig von der Anschauung im Bewußtsein
entstehen können, wobei sie räumliche und / oder mathematische Verhältnisse
ausdrücken.)
Dieser Abhängigkeit des Begriffs
von der Wirklichkeit muß immer erst Rechnung getragen werden, bevor
der Schritt getan wird, letztere durch Begriffe zu verändern. Das
ist auch der Grund, warum jedes vorgeschlagene Programm oder jede
formulierte Theorie zuerst hinsichtlich der Richtigkeit ihrer Beschreibung des
bereits Vorhandenen geprüft werden müssen, eher ihnen die Autorisation
verliehen wird, sich in der Praxis zu verwirklichen. Der Glaube,
man könne, indem man die Sprache willkürlich umgestaltet, die erwünschten
Veränderungen in der Wirklichkeit hervorbringen, ist purer Aberglaube
und naive Kindermagie, die davon ausgeht, daß man etwas an der Ursache
verändern könne, indem man an der Wirkung herumpfuscht.
Wenn die Gelehrtin Pusch meint: "Wo wir uns sprachlich ausdehnen,
können Männer den Platz nicht besetzt halten", drückt sie etwas
aus, was nicht entschiedener verkehrt sein kann. Richtig wäre: "Wo
wir uns tatsächlich ausdehnen, können Männer die Sprache nicht
besetzt halten."
Hier wird ein wesentlicher Punkt
für das Verständnis der sog. patriarchalen Sprache
berührt, nämlich: Nicht eine Sprache ("Wort"),
die das Maskuline betont, gestaltete eine Welt ("Tat"),
in welcher das Maskuline primär agiert, sondern in einer Welt ("Tat"),
in welcher das Maskuline primär agiert, gestaltete sich eine Sprache ("Wort"),
die das Maskuline betont. Diese, die 'patriarchale Sprache',
beruht also auf Wirklichkeit, auf "Tat"!
Kein Wunder, wenn der umgekehrte
Weg zu den linguistischen Verwegenheiten führen muß, denen wir im
zweiten Teil dieses Beitrags begegneten!
Die Richtigkeit dieses Sachverhalts
wird - wenn auch versehentlich - in einem weiteren feministischen
Erzeugnis bestätigt, das uns als empfohlene Lektüre auf der Internetseite "Frauen-
und Lesbenpolitisches" nahegelegt wird. Es ist ein Buch aus
Skandinavien, in welchem uns eine matriarchale Gesellschaft
im phantastischen Land Egalia vorgestellt
wird, die Egalitanisch spricht. Das Hauptmerkmal
dieser Sprache ist, daß sie der gewöhnlichen 'patriarchalen Sprache'
entgegengesetzt aufgebaut ist, also das Feminine betont. Einige lexikalische
Leckerbissen auf Egalitanisch: "Herrschaft" heißt
dort "Frauschaft", "Beherrschung" heißt "Befrauschung", "brüderlich" heißt "schwesterlich" und
die "Menschen" heißen "Wipschen".
Nun, so weit so gut.
Doch wir erfahren, dies alles
wird in Egalia von der dort bestehenden
Wirklichkeit ("Tat") allerdings getragen. Denn die Frauen-
und Lesbenberaterin der Webseite erklärt uns: "Außerdem sind
[in Egalia] alle wichtigen Tätigkeiten, zum Beispiel die Schiffahrt,
Sache der Frauen".
- Aha! Das heißt also, die Erfinder Egalias und
der egalitanischen Sprache erkennen, daß eine Sprache, die
das Weibliche in den Vordergrund stellt, auch nur dort möglich ist,
wo Frauen tatsächlich im Vordergrund aller Aktivität stehen, "alle
wichtigen Tätigkeiten" ausüben! Betrachtet man aber unter diesem
Prinzip die Welt diesseits des imaginären Landes Egalia,
befindet man sich auf einer Erde, auf welcher nahezu alles, was nicht
von der Natur geschaffen wurde, vom Mann errichtet worden ist; "auf
einer Erde, auf welcher seine Städte stehen und von welcher aus seine
Visionen bereits das All bereisen", wie es schon in der Einleitung
zu diesen Seiten richtig hieß. Demnach aber wäre jede auch noch so
'patriarchale Sprache' nicht nur nicht
zu revidieren, sondern als geradezu legitim und goldrichtig anzusehen!
Freilich wird hier der Feminist
sein Fähnchen schwingen und einwenden: Frauen haben sich nur deswegen
an vielen Dingen wenig beteiligt, weil der Mann sie ausschloß, um
alle Macht für sich zu beanspruchen. Einer solchen Einfalt werden
sich spätere Beiträge auf diesen Seiten gern annehmen. Die Leichtfertigkeit
allerdings solcher Ansichten kann sich der Denkende bereits jetzt
erschließen, indem er die Gewichtung einiger neutraler (nicht von
einem der Geschlechter veranlaßten) Faktoren bedenkt, welche den
Beitrag der Geschlechter auf verschiedenen Tätigkeitsfeldern und
in verschiedenen Zeitaltern unterschiedlich für Mann und Frau bestimmten
und beeinflußten:
Die Bedeutung etwa des Wandels
der Umstände von solchen, bei welchen erst die Schiffe aus dem Waldholz
gebaut werden mußten, bevor Kontinente überhaupt entdeckt werden
konnten, zu solchen, bei welchen man die nun entdeckten Kontinente
bequem und in kurzer Zeit erreichen kann, oder die Bedeutung der
Errungenschaften der Automation für Vorgänge, die sonst nur mit schwerem
körperlichen und langwierigem Einsatz zu tätigen wären; die Bedeutung
der Vervielfältigung der Arten von Erwerbstätigkeit zunehmend nach
Anbruch der Industrialisierung, der Erleichterungen im modernen Haushalt,
der Entstehung der Sozialstaaten mit ihren Hilfestellungen gegenüber
Alleinerziehenden und Sozialschwachen; ferner die Bedeutung der Veränderungen
im ethischen Bewußtsein der Gesellschaft, in welchem heute der Lebenswandel
eines jeden weitgehend seine persönliche Sache bleibt, was aber nicht
schon immer so war.
Übertragen wir diese Faktoren
auf die Lebensumstände und die biologischen Bedingtheiten der Geschlechter,
erkennen wir wohl, daß ihre Beteiligung am Aktivitätenplan der
fortschreitenden Menschheit zur keiner Zeit einer Gleichstellung entsprechen
konnte.
Nicht nur auf Grund unterschiedlicher
Eignung.
Auch die Beteiligung von Mann
und Frau am so zentralen Prozeß der Fortpflanzung, welcher dem Mann
nur einen kurzen sexuellen Einsatz, der Frau aber eine stattliche
Anzahl von Monaten unter besonders vereinnahmenden Umständen,
die den ganzen Menschen beanspruchen, abverlangt und sie nicht nur
bis zur Austragung des Neugeborenen in dieses Ereignis einbindet,
sondern noch weit darüber hinaus, gehört der folgenreichen Realität
an, die als entscheidender Faktor für das unterschiedliche Tun und
Können der Geschlechter angesehen werden muß. Ziehen wir dazu noch
in Rechnung, daß sich mehrere Schwangerschaften und Geburten mit
all ihren Folgen im Leben der noch jungen Frau ereignen können und
daß just das begrenzte Fenster dieser Möglichkeit (Fertilitätszeit)
auch die Zeit ist, in welcher der weibliche Mensch seine junge und
aktive Zeit durchlebt, erkennen wir wohl, welche Einfalt das Denken
bestimmt, das den Ausschluß der Frau aus diversen Bereichen des tätigen
Lebens in der Vergangenheit und noch heute allein der List chauvinistischer
'Patriarchen' zuschreibt.
Soviel vorerst zu dem Einwand weiblicher Diskriminierung,
nun zurück zur Sprache.
"Inflation im Denken und
in der Sprache" wird hier der Gebrauch einer Sprache genannt,
deren Begriffe nicht aus der Wirklichkeit stammen. Inflation, jene
ironische Erscheinungsform des Mangels, der sich in Üppigkeit zeigt,
des Mangels an Gültigem und Wahrem, der sich im Überfluß an Untauglichem
und Verfehltem darstellt, jener Umgang mit Symbolen, die von der
Realität nicht gedeckt werden, ist zunächst in der gegenwärtigen
Sprache allgemein feststellbar. Denn es scheint eine Tendenz im Zeitgeist
der Gegenwart zu geben, allzu spendabel mit bedeutungsreichen Begriffen
umzugehen.
Wir wollen hier dieses Phänomen
nicht in aller Konsequenz untersuchen. Um aber eine allgemeine Neigung
zur Banalisierung und Verflachung von Begriffen festzustellen, die
einstmals nur für die Darstellung ganz besonderer Persönlichkeiten
oder ganz besonderer Ereignisse gebraucht wurden, heute aber im Zuge
einer geistigen 'Demokratisierung', die zusammen mit der unausweichlichen
Nivellierung der betroffenen Inhalte einhergeht, jedem zu Füßen geschmissen
werden sollen, brauchen wir dies auch nicht zu tun.
Wer von uns hört nicht allenthalben,
wie "genial" eine Handlung vollbracht wurde, sei diese auch etwas so Einfaches, wie das Gelingen eines Frühstücksomeletts.
Und ein Unterhaltungsereignis, das einige Zeit lang beim Publikum
ankommt, wird uns sogleich als neuer "Kult" präsentiert,
oder der Manager eines Unternehmens, der beabsichtigt, in Zukunft
die produzierten Gebrauchsgegenstände seiner Firma zu verkleinern,
nennt diese Absicht die neue "Philosophie" seines Unternehmens.
Nun, solange Philosophen der hier
beschriebenen Art nicht den Anspruch erheben, in philosophischen
Wörterbüchern eingetragen zu sein, "Kultfiguren" aus der
Kleinkunst nicht darauf bestehen, nach ihrem Ableben im römischen
Pantheon bestattet zu werden, und "Genies" vor der Bratpfanne
nicht meinen, ihre Biographie der Weltliteratur anbieten zu müssen,
dürfen wir vielleicht noch getrost dergleichen belächeln.
Denn solange Sprache bloß beschreibt,
können ihre Aussagen weniger anrichten, was allgemein bedauerliche
Folgen zeitigen könnte. Schließlich wird jeder auf das eigene Urteil
zurückgreifen müssen, um sich Klarheit zu schaffen und Übertreibung
oder Unwahrheit, die an ihn herankommen, als solche zu erkennen.
Viel aufmerksamer aber sollten wir einer Sprache gegenüberstehen,
die verändern will, die Wirklichkeit intendiert!
Zwar wird eine inflationäre Sprache,
deren Begriffe von der Wirklichkeit abweichen, von dieser - wie schon
angedeutet - selbst vereitelt; doch nur dann, wenn keine tendenziösen
Bestrebungen, die meinungsbildend wirken, sie unterstützen oder sie
zum Diktat erheben! Solche Bestrebungen würden als Mittel das
Leugnen von Werten, Eigenschaften und Zusammenhängen gebrauchen,
und ihre Begriffe hätten das Ziel, Inhalte zu entstellen und Konturen
zu verwischen; dabei würde die Wirklichkeit verformt.
In den bisherigen Ausführungen
dieser Seiten haben wir über solches Verformen der Wirklichkeit, über
solches Entstellen von Inhalten und über die "tendenziöse Seichtheit" in
der Begriffswahl des Feministen einige Beispiele gegeben; die Tendenz
wird steigend sein. Auch haben wir gesehen, wie es zu alledem kommen
konnte.
Die Allmacht und die ständige
Präsenz der Medien in unserem Alltag wirken auf das selbständige
Denken mehr als bedenklich! Und das um so mehr in einer Epoche, im
Zeitalter der Information und der Informatik, in welchem Wissen zum
bloßen Aufnehmen von informatorischen Elementen (Daten) zu verkommen
droht und Denken zu deren gezielter Verarbeitung. Zumeist wird bei
dem täglichen Pensum an Berieselung und Gehirnwäsche, das der moderne
Mensch zu überstehen hat, jene Aktivität untergraben, die sehr wesentlich
zur Herstellung von Klarheit ist: das Hinterfragen. Was bedeuten eigentlich
die Begriffe, mit denen wir permanent berieselt werden?
Wir haben da hinsichtlich unseres
Themas die "Frauenbewegung" und den "Geschlechterkrieg",
wir hören von "Geschlechterrollen", "Unterdrückung",
vom wankenden "Patriarchat" und einstigen "Matriarchaten",
von "Gleichstellung" und "Emanzipation", vom "Macho" oder
von der "Powerfrau".
Als unbezweifelbare Tatsachen
eingehämmert, geistern diese Begriffe im Bewußtsein des modernen
Menschen wie Selbstverständlichkeiten und überdies wie Garanten für
seine zeitgemäße Aufgeschlossenheit und Progressivität. Und so geschieht
es, daß selbst kritische Betrachter des Feminismus seine Begriffe
eins zu eins übernehmen, mit diesen sogar ihre Positionen darzustellen
suchen, ohne zu realisieren, daß sie damit schnurstracks ihm auf
den Leim gegangen sind! Auch sie seien "emanzipiert", wollen
den "Geschlechterkrieg" beenden, rufen Hals über Kopf zu "Männerbewegungen" auf.
Doch eine jede Bewegung beginnt
im Geist und vollzieht sich zunächst als eine Begegnung mit Begriffen.
In diese sollte man aber zuerst hineinschauen.
Was also ist die "Frauenbewegung"?
Welches Phänomen nennen wir so? Wie und wo begann es? Wer stiftete
seine intellektuellen Grundlagen, und wer verschaffte ihm die gesellschaftlichen
Voraussetzungen? In welchen Teilen der Welt findet es statt und was
sagt uns dies? Welche Mittel stehen ihm zur Verfügung, und welche
Bedeutung hat dabei der Mann? Ist es überhaupt eine Bewegung von Frauen
oder eher eine für Frauen, denn wie weit identifizieren sich
die Frauen im allgemeinen mit ihr? Ja, ist es überhaupt eine Bewegung?
Oder eher ein großes Stauen, das weibliche Energie und Intelligenz
wie ein Schwarzes Loch ansaugt und vertilgt?
"Geschlechterrollen"?
Aber in welchem Theater? Wer inszeniert sie? Und gibt es auch Geschlechterwirklichkeiten?
Können denn Rollen überhaupt beliebig vergeben werden, oder müssen
Rollenträger bestimmte Eigenschaften vorweisen, auf welchen
ihre Rollen erst beruhen können? Wenn es so wäre, warum spricht der
Feminist so wenig von diesen Grundlagen, von den Eigenschaften der
Geschlechter, aber allenthalben von ihren Rollen? Ist er vielleicht
deren Erfinder?
Zeit wird es auch endlich zu erfahren,
wer im berüchtigten "Geschlechterkrieg" an der Seite des
Mannes kämpft. Gibt es ihn wirklich, den Geschlechterkrieg, oder
ist er bloß ein Krieg gegen den Mann? Aber wer führt ihn, bzw. was wird
da geführt?
Und wie steht es mit der "Emanzipation"?
So etwas muß man (frau) doch allein können.
Es heißt: Der Mann sperrt die Wege. Was aber erwarten die Kriegerinnen
im "Geschlechterkrieg"? Werden in Kriegen nicht immer die
Wege des Feindes gesperrt? Und mit welchem Potential wurden
derlei Sperren von den bereits "emanzipierten" Frauen bisher überwunden?
Oder gibt es diese letzteren gar nicht? Und gibt es sie, würde ihr
Potential fürs weitere ausreichen? Müssen Männer für die Befreiung
der Frau überhaupt etwas tun? Wenn ja, warum sollten sie das, und
warum werden sie vom Radikalfeminismus ausgeschlossen? Wenn nein,
was soll dann das unaufhörliche Gejammer gegen sie? Schadet Feminismus
der Emanzipation?
Wir wollen in den folgenden Beiträgen,
die Grundbegriffe des Feminismus etwas genauer nach ihrer Bedeutung
untersuchen. Denn eines sollten wir aus dem bisher Dargelegten bereits
erkannt haben: Die gewaltsamen Attacken gegen die Sprache, mit welchen
unsere Sprachmacherinnen zur Durchsetzung ihrer Akzente zu gelangen
suchen, die gekonnten P(f)uschereien feministischer Gelehrtinnen und die rigoros verunstaltenden Berichterstattungen,
welche uns feministische Schreiber und Schreiberinnen darbieten,
nehmen ihren Ausgang in der Betrachtung der Sprache als eines Instruments
allein der Macht und der Rache! Ästhetik, Ethik, Geist und Wahrheit
samt aller Logik sind Ballast, durchschautes Blendwerk 'patriarchalen'
Machtstrebens, die über Bord geworfen werden.
Waren aber vielleicht Ästhetik,
Ethik, Geist und Wahrheit samt aller Logik bereits über Bord, als
die "sanfte Revolution" erst ihre Sprache schuf? Denn was
davon findet sich in den Grundbegriffen des Feminismus wieder?
Zu dieser Untersuchung kann nur ein Denken
taugen, das in der Lage ist, mitten in aller Medien-Berieselung sein
Wesen zu behaupten und dabei nach dem Sinn hinter den Floskeln Ausschau
zu halten. Wir wollen es uns gestatten!