Brief an den Minister der Verteidigung Struck
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nhaltlich erklären sich das folgende Schreiben an den Verteidigungsminister wie auch die Hintergründe desselben von selbst beim Lesen. Nur etwas zum Vorgang seiner Entstehung sei hier zuvor gesagt: Es sollte nur ein kurzer humoristischer Kommentar einiger Äußerungen des Herrn Struck sein. Dann aber schossen aus allen Richtungen sämtliche Aspekte und Bezüge, die in ihrem Gleichberechtigungskampf meine Tastatur besetzten und sich meiner Finger bedienten. So wurde der Brief etwas länger.
Ich zögerte also einige Tage, ihn zu verschicken, und ließ ihn in der Hoffnung bei mir liegen, ich würde während des 'Abkühlens' den einen oder anderen sekundären Aspekt wieder raus nehmen wollen. Aber zu meinem Schrecken klopften nach ein paar Tagen weitere Gedanken zum Thema an meine Tür. Nichts wie wegschicken! - dachte ich - und vertraute ihn endlich am 17. Mai 2003 der Post an. So blieb er ein etwas längerer Brief. Vielleicht antwortet der Politiker.
Der Brief (Betr.: Geschlechtergelaber)
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neulich waren Sie im Radio zu hören (Ihr Porträt am So., den 4. Mai in B5-Aktuell) und sagten unter anderem: "Soldaten labern nicht. Frauen labern noch weniger als Männer." Ich mußte dabei nicht nur deswegen schmunzeln, weil es mittlerweile allgemein bekannt ist, daß Frauen im Vergleich zu Männern eine doppelte Menge von Wörtern innerhalb eines Tages gebrauchen, was sicher einem Gelaber keine geringeren Chancen einräumt (man denke etwa auch an die Inhalte der von Frauen bevorzugten Magazine etc.) Ich schmunzelte auch deswegen, weil in diesem Satz endlich das obligatorische Tüpfelchen in der Rede eines 'roten' Politikers auftauchte, das nie fehlen darf und auf das ich deswegen gewartet hatte. Gemeint ist die übliche kurze sexistische Wende in zwangsfemineurotische Manier.
Dabei war ihr Kommentar durchaus erträglich und nur leise diskriminierend. Männer kennen aus dem Vokabular rot-grüner Femi-Eiferer und -Eiferinnen schon ganz andere Brocken. Man denke da an die Justizministerin, die glatt meinte, Männer sollten durch die Wehrpflicht verhindert werden, damit Frauen einen Vorsprung erhalten. Und das zu einer Zeit, da die Arbeitslosigkeit männlicher Jugendlicher jene weiblicher aus genau genanntem Grund (Wehrpflicht) bereits immens überschritt! Oder man denke an die Familienministerin, welche, um ihren Aktionsplan ("Gewalt gegen Frauen") incl. dazugehörigem Gesetz durchzusetzen, mit skandalösen Zahlen die Familie als einen Ort der Gewalt vor aller Welt diffamierte und mit biologistischen Thesen (Mädchen hätten für Lernprozesse bessere Gehirne) die Schulmisere der Jungen, die später auch die Pisa-Studie aufzeigte, zu begründen suchte. Die Liste könnte mit weiteren Personen aus diesem Bereich bis zu an Volksverhetzung anmutenden Aufforderungen zum 'Verabscheuen der Männer' (wie hieß gleich die grüne Menschenfreundin?), weitergeführt werden!
Nein, sehr verehrter Herr Minister Struck, so intolerant und männerverachtend war Ihre Differenzierung der Geschlechter in punkto 'Labern' nicht! Damit erweisen Sie schon mal mehr soziale Kompetenz als die Damen, denen man tendenziös diese Tugend eher zuschreibt. Und schon beginnen vertraute Weltbilder der letzten dreißig Jahren zu bröckeln!
Dennoch scheint mir Ihre Frauenlobzeile gewisse Relationen über den Haufen zu werfen. Denn wenn Soldaten wirklich nicht labern, Frauen aber noch weniger als nicht labern, dann haben wir zwei Möglichkeiten: a) Frauen labern nicht und noch mal nicht (Verdoppelung der Negation = Position), also Frauen labern doch; oder b) Frauen labern noch weniger, als wenn sie nicht labern würden, also sprechen wohl wenig bis überhaupt nicht. Da aber dies allen Erkenntnissen über Frauen entgegen steht, wäre hier der Frage nachzugehen, ob die Frauen, die Ihnen begegnen, nicht deswegen Stille wahren (wie viele Ehemänner müssen Sie beneiden!), weil sie Bereichen angehören (z. B. bei einer Armee), in welchen ihr Frausein nicht ganz zum Ausdruck kommen könnte.


