Eine Krankheit namens Verseuchter Journalismus - Abrechnung mit dem SPIEGEL
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ER SPIEGEL Nr. 38/2003 (15. 09.) wollte unter dem Haupttitel "Eine Krankheit namens Mann" erscheinen. Der Brief weiter unten erging an die Spiegel-Redaktion als E-Mail noch in der Nacht vor Erscheinung des Heftes, da die Inhalte des Artikels bereits im Internet vorgestellt wurden, und die dort abgehandelten Ergebnisse der Humangenetik für Interessierte in wissenschaftlicher Geschlechterforschung ohnehin schon bekannt waren.
Denn in den letzten Wochen (seit dem späten Frühjahr 2003) spielte sich im Westen ziemlich unbemerkt ein wissenschaftliches 'Drama' mit immenser Bedeutung ab. Es geht darum, daß feministische Ideologen die neueren Erkenntnisse über das Y-Chromosom, von welchen sie verblüfft, tief beeindruckt und ratlos geworden sind, zu unterminieren trachten. Sie versuchen, die sich gerade erst erschlossene evolutionäre Kompetenz des Männerchromosoms, dem man allmählich nicht nur seine erdichteten Unzulänglichkeiten abstreifen, sondern ihm dazu noch die Menschwerdung insgesamt (inklusive Sprachvermögen) zusprechen müßte, so an den Tag zu bringen, daß deren bisher gepflogener dümmlicher Sexismus überleben kann.
Den ersten Vorstoß hierzulande machte die FAZ. Denn nachdem dort am 20. Juni 2003, der Artikel "Ehrenrettung für den Mann - Erstaunlich progressiv: Das Y-Chromosom ist fertig sequenziert", mit einer guten Zusammenfassung der neueren Ergebnisse aus der Genforschung erschien, kam wenig später, am 1. Juli 2003, der bekannt gewordene Artikel des FAZ-Mitherausgebers Frank Schirrmacher, "Männerdämmerung", der allem Anschein nach den Weg für die Präsentation des Londoner Professors Steve Jones bereiten sollte. Dieser hatte, kurz bevor die neuen Erkenntnisse über das Y-Chromosom veröffentlicht wurden(!), ein Anti-Männer-Buch in englisch herausgegeben.
In der Zwischenzeit aber wurden seine Männerhaß-Tiraden, für welche er sogar jetzt im Spiegel behauptet, Morddrohungen aus den USA erhalten zu haben, "in den Metropolen", wie es Frank Schirrmacher ausdrückte, parallel mit den neuen, höchst positiven Ergebnissen über das Y-Chromosom behandelt. Wir befinden uns also in einer Phase, in der Feministen, nervös geworden, gerade ihre Sprache zu retten suchen. Diese Ereignisse beschreibt gegenwärtig DER MASKULIST im Beitrag: "Ein Sommerloch für alle Jahreszeiten" (unter "Zeitgeschehen"), der in kürze fertiggestellt sein wird.
Da nun DER SPIEGEL Schritt mit dem Ungeist halten zu müssen glaubt, bekam er schon vor dem Erscheinen seiner anwidernden Lektüre (in der Nacht zum Montag, den 15. 08. 2003) den zu ihr passenden Kommentar. Die E-Mail ging am Tag darauf auch postalisch an Spiegel-Chefredakteur Aust.
Der Brief
Eine Krankheit namens Verseuchter Journalismus (frei nach 'Spiegel' 38/2003)
Hallo Herr Aust,
das Y-Chromosom "schrumpft" nicht, sondern spezialisiert sich! Es schrumpft so wenig, wie der Mensch schrumpft, der Fett abbaut. Das Y-Chromosom ist die großartige Einrichtung, durch welche die Natur auf dem Weg zum Mann und damit zum Menschen (den Zusammenhang erkläre ich weiter unten) sich selbst überragte und neu orientierte! Im Y-Chromosom durchbricht sie den Modus der bloßen Wiederholung, wie dieser sich im XX-Format darstellt, um sich Neuem zu widmen.
Die dafür erforderliche Selektion bestimmter Gene besteht sowohl aus dem Ablegen der zu diesem Zweck unbrauchbaren (das "Schrumpfen", wie es Einfältige verstehen) wie auch aus der Fähigkeit, neue Gene aufzunehmen. Der in Ihrem Artikel zitierte Genetiker Rozen meinte nichts anderes, als er in Bezug auf das Männerchromosom sagte: "Einerseits neigt es zum Verfall und hat schon viele Gene verloren. Zum anderen aber nimmt es immer wieder mal ein neues Gen auf." In der Tat also: "Das Y-Chromosom ist ein sehr dynamischer Ort". Der Umschlagsplatz der menschlichen Evolution.
Daß mein letzter Satz stimmt, belegen jüngste Ergebnisse des um den Genetiker Charles A. Paulding von der Harvard Medical School forschenden Teams. Dieses Team fand heraus, daß vor 21 bis 33 Millionen Jahren ein neues Gen namens "Tre2" auftrat, welches eine Schranke zwischen den Primaten aufrichtete. Denn fortan entstanden nur noch aus denjenigen Primaten Menschenaffen, die mit diesem Gen ausgestattet waren. Und aus dieser Ursprungsgruppe folgte auch der Mensch! Man nennt ein solches Gen "artbildend".


