DER MASKULIST
15.01.2007

Der Hintergrund

E

in kleines Buch, aber ein 'scharfes' war das schon, was DER MASKULIST am 6. Januar 2007 auf seiner Seite vorstellte1. Vier Tage später, der Zufall wollte es so, wurde das gleiche Buch in der TAZ von Frau Oestreich angegriffen. Das gefiel ihr nicht. Und auch nicht ein verwandter Artikel vom 'Spiegel', in dem Praktiken jener Demokratienunterwanderer des Westens bloßgelegt wurden, deren Aufdeckung das gemeinte Buch einleitete.

Und was macht die Emanze vom Dienst, wenn sie wittert, Männer begännen über etwas zu reden, worüber sie doch brav schweigen sollten, um das somnambule Taumeln nicht zu stören, in dem Frau Oestreichs ideologischer Aberwitz ewig neu bleiben sollte?

Sie bündelt mit einem tiefen Atem alle selbstgefällige Empörung zusammen, die feministische Ärmel allzeit nur so ausschütteln können, stößt einen ebenso selbstgefälligen "Backlash!"-Aufschrei aus und beginnt unsere Rasierpinsel zu beleidigen2.

Das wiederum gefiel uns nicht.


Das Schreiben

Sehr geehrte Frau Oestreich,

am vergangenen Mittwoch, den 10. 1. 2007, besprachen Sie mit sichtlicher Aufgeregtheit in der TAZ ein Buch, das vier Tage zuvor auch auf meiner Webseite DER MASKULIST unter 'www.maskulist.de' präsentiert worden war. Im selben Artikel behandelten Sie zudem einen 'Spiegel'-Bericht zum gleichen Thema: Es ging um die Umsetzung gewisser Praktiken namens 'Gender-Mainstreaming' durch die Politik. Da ich bereits vor vier Jahren auf meiner Homepage Anregung zu einer intensiveren Beschäftigung mit diesem ganz besonderen Staatsmechanismus geboten hatte, die meines Wissens von Medienvertretern etwas später auch aufgenommen wurde, gestatte ich mir folgenden Kommentar auch zu Ihrem Artikel.

Sicher war es Ihre Aufgeregtheit, die Sie dazu brachte, nicht nur das mißliebige Buch, sondern auch so unschuldigere Produkte desselben Hauses wie die angebotenen "Dachshaar-Rasierpinsel" in das ungünstige Licht der Rückständigkeit stellen zu wollen. Und sicher erachten Sie Ihre Polemik als gerecht, weil Sie Ihr Denken das richtige nennen und weil Ihr Wollen das repräsentieren soll, was wir alle wollen sollten, um anständige, nicht rückwärtsgewandte Bürger unserer Gegenwart zu sein.

Es hätte wohl auch wenig Sinn, Ihnen als Frau etwaige Vorzüge von Dachshaar-Rasierpinseln nahebringen zu wollen. Daher beziehe ich mich lieber auf den Rest Ihrer Kritik an dem Buch des Herrn Zastrow und an dem 'Spiegel'-Artikel zum gleichen Thema.

Bereits zum Beginn fällt dem Leser auf, daß Sie ausgerechnet eine längst fällige Recherche als "Ideologie" abtun möchten, obwohl die wirkliche Ideologie in den einschleichenden Mechanismen steckt, denen die Recherche nachspürt. So etwas ist gewiß keine Verwechselung. So etwas ist aber auch kein einfaches Manöver, sondern, wenn schon ein solches, dann entweder ein besonders einfältiges oder ein besonders desperates. Wie dem auch sei, damit muß ich Sie allein lassen. Denn worum es mir geht, ist, einige Feststellungen zu formulieren, die sich aus Ihrer Kritik ergeben:

Wir werden von Ihnen angehalten, nicht darüber nachzudenken, oder unsere Gedanken darüber nicht zu äußern:

Daß in westlichen Demokratien, in politischen Einrichtungen also, die sich an dem Willen von Mehrheiten auszurichten haben, ein sonderbares Einzelgängertum aus (sicher ehrenwerten) Lesben, Transvestiten und Transsexuellen der EU seine bizarren, aus Privaterfahrungen seltsamer Schicksale komponierten Theoreme als Leitlinien von Geschlechterpolitik zur Herstellung einer Geschlechterdemokratie einverleiben konnte.

Daß deren menschen- und naturfremde Geschlechterideologie, die selbst die Reihen einstiger wertkonservativer Politiker erreichte, bereits bei ihrem ersten menschlichen Experiment auf dramatische Weise versagte.

Daß etliche Jahre, nachdem die Politik die Inkompatibilität ihrer Bildungseinrichtungen hinsichtlich der Belange von Jungen erkannte und "Jungenmisere" zum Politikum ausrief, die gleiche Politik pädagogische Pilotprojekte nach den eben angesprochenen ideologischen Vorgaben finanziert, deren Ziel von den Betreibern selbst mit der "Zerstörung von Identitäten" von Jungen beschrieben wird, einschließlich der unmißverständlichen Präzisierung, das Ziel sei "nicht der andere Junge, sondern gar kein Junge" (Dissens e.V.).

Daß ein Projekt, welches angibt, die Belange beider Geschlechter zu berücksichtigen, zwar Gelder aufwendet, um zu untersuchen, welche Verkehrsmittel Frauen und Männer benutzen, wie Straßenschilder geschlechtergerechter werden könnten, oder wie die Hirschbrunft auf Prospekten von Ferienparks dargestellt sein sollte, damit nicht dabei Geschlechterklischees begünstigt werden, aber keinen müden Euro für eine Untersuchung jemals anempfohlen hat, darüber, daß die Selbstmordrate der Männer steigt, während die der Frauen sinkt.

Daß Antidiskriminierungsgesetze verabschiedet werden, deren Anwendungszentrale im Feminismusministerium sitzt, das alle Diskriminierung, die Männern widerfährt, als "gesellschaftlich erwünscht" deklariert.

Genug der Aspekte. Sie können sich selbst einige mehr formulieren, sollten Sie einmal z.B. auf den Seiten der geschlechterpolitischen Initiative MANNdat e.V. etwas verweilen. Ich schreite jetzt zu den möglichen Antworten auf die Frage, warum wir diese Gedanken nicht machen oder nicht äußern sollten. Mir fallen nur zwei mögliche Antworten ein:

1. Wir dürfen über die angeführten Ungereimtheiten nicht nachdenken oder unsere Gedanken darüber nicht äußern, weil Frau Oestreich und ihre Schwestern so etwas "Backlash" nennen.

2. Wir dürfen über die angeführten Ungereimtheiten nicht nachdenken oder unsere Gedanken darüber nicht äußern, weil das EU-Feminat (versuchen Sie sich an den Begriff zu gewöhnen – er könnte demnächst öfter auftreten) nur unter der Bedingung eines Denkverbots seine suspekten Richtlinien wie ein paralysierendes Fangnetz um den Handlungskörper der Politik legen kann.

Und jetzt kommen Sie bitte nur nicht mit läppischen Tiefenpsychologismen der Art "Kastrationsängste" oder mit Diffamierungen von Gegenständen aus männlichen Kulturbeuteln. Der Ernst der Wirklichkeit könnte Sie sonst einholen.

Freundliche Grüße

...

PS.: Dieses Schreiben ist ein offenes.

_____________________

Quellen, Anmerkungen:

1. Volker Zastrow, "Gender – Politische Geschlechtsumwandlung", Verlag MANUSCRIPTUM, 2006
2. "Vorsicht vor kastrierenden Lesben", TAZ, 10. 01. 2007